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Wir für Mehrweg

Mehrwegpfandsysteme, Trinkwasser-Stationen und Müllvermeidung in Lübeck

Der Runde Tisch „Wir für Mehrweg“ besteht aus Lübecker Akteur:innen aus Politik, Verwaltung, Gewerbebetrieben und Verbänden und beschäftigt sich seit 2017 mit der Reduzierung des Verpackungsmülls durch Mehrweglösungen.

Bundesweit fallen 2,8 Milliarden Einwegbecher pro Jahr für den schnellen Kaffeegenuss unterwegs an. Für Lübeck bedeutet das: circa 7,3 Millionen Einwegbecher im Jahr werden nach nur wenigen Minuten Gebrauch zu Abfall. Neben dem hohen Ressourcenverbrauch und der Umweltbelastung verursachen die so entstehenden Müllberge auch großen Aufwand bei den Entsorgungsbetrieben Lübeck.

2018 startete der Runde Tisch „Wir für Mehrweg“ ein Pilotprojekt, um ein Pfandbechersystem für Kaffee und andere Heißgetränke in Lübeck einzuführen. Für dieses erfolgreiche Projekt wurde der Runde Tisch 2019 mit dem Bundespreis Verbraucherschutz in der Kategorie „Projekt“ ausgezeichnet.

Seit 2018 gibt es auch bereits mehrere Standorte in Lübeck, um Trinkwasser in selbst mitgebrachte Behältnisse abzufüllen und so Plastikflaschen einzusparen.

Durch die Einführung eines Mehrwegbechersystems bei mehreren Bäckereiketten in Lübeck sind 2020 nicht nur ein neues System, sondern auch sehr viele Geschäfte dazugekommen, in denen man Mehrweg-Kaffee trinken kann.

 

Gratis Trinkwasser in Lübeck

Plastik-Wasserflaschen lassen sich in Lübeck ganz einfach einsparen. Denn neben zahlreichen REFILL-Stationen gibt es demnächst auch drei Wasserspender der Stadtwerke Lübeck auf der Altstadtinsel, die beim Einkaufen oder Spazieren für frisches Wasser sorgen. Leitungswasser ist das am stärksten kontrollierte Lebensmittel in Deutschland. Das Wasser aus dem Hahn enthält oft mehr Mineralstoffe und weniger ungesunde Rückstände als die Konkurrenz aus der Flasche, zudem entfallen weite Transportwege. Leitungswasser ist in nahezu jedem Haus und Geschäft verfügbar. Daraus entstand in Bristol die urspüngliche Idee zu der REFILL Kampagne.

 

In allen Geschäften und Einrichtungen mit dem REFILL-Aufkleber am Fenster kann ein mitgebrachtes Trinkgefäß kostenlos mit Leitungswasser aufgefüllt werden. Davon gibt es mittlerweile allein 15 Stationen auf der Altstadtinsel. Alle Stationen findet man auf der REFILL-Internetseite.

 

 

Startschuss für ein Pilotprojekt 2018

Nach einem Aufruf des Bereichs Umwelt-, Natur- und Verbraucherschutz haben  sich bereits über 15 Lübecker Kaffee ausschenkende Unternehmen, und damit gut 30 Verkaufsstellen einem einheitlichen Pfandbechersystem angeschlossen.
Am 12. November 2018 fiel der offizielle Startschuss für den Kaffeeausschank der beteiligten Betriebe in einem bereits deutschlandweit bekannten Pfandbecher.

Für die Ausleihe des speziellen Bechers der Firma reCup GmbH hinterlegt man einen Euro Pfand. Den passenden Mehrwegdeckel in verschiedenen Farben kann dazu erworben werden. Er bleibt im Eigentum des Käufers. Bei der Rückgabe des Bechers in dem Café vor Ort, aber auch in einem der anderen beteiligten Geschäfte wird der Pfandbetrag erstattet. - Und das auch über die Stadtgrenzen hinaus!

Ergänzend zu dem Pfandbecher bieten schon jetzt viele Geschäfte einen Rabatt für den Kaffeeausschank im selbst mitgebrachten Becher an.

Der Kaffeeausschank im Mehrwegbecher erfolgt nach hygienischen Standards: Hygiene-Merkblatt coffee-to-go

 

 

Bundespreis Verbraucherschutz für „Wir für Mehrweg“ 2019

Für ihr Engagement für Verbraucherschutz im Bereich Nachhaltigkeit wurde die Initiative „Wir für Mehrweg“ aus Lübeck mit dem Bundespreis Verbraucherschutz 2019 und einem Preisgeld in Höhe von 2.500 Euro geehrt.

Übergabe des Bundespreises Verbraucherschutz an Bürgermeister Jan Lindenau (mitte), Bereichsleiterin Umwelt-, Natur- und Verbraucherschutz Birgit Hartmann (rechts) und Frank Denker, DEHOGA Lübeck (2.v.l.) durch die ehemalige Verbraucherschutzministerin Dr. Sütterlin-Waack (2.v.r.) (Quelle: Verbraucherschutzministerium)
Übergabe des Bundespreises Verbraucherschutz an Bürgermeister Jan Lindenau (mitte), Bereichsleiterin Umwelt-, Natur- und Verbraucherschutz Birgit Hartmann (rechts) und Frank Denker, DEHOGA Lübeck (2.v.l.) durch die ehemalige Verbraucherschutzministerin Dr. Sütterlin-Waack (2.v.r.) (Quelle: Verbraucherschutzministerium)

Die Deutsche Stiftung Verbraucherschutz verlieh den Bundespreis Verbraucherschutz am 16. Oktober 2019 in Berlin zum vierten Mal. „Mit dem Bundespreis Verbraucherschutz zeichnen wir Menschen aus, die sich vorbildhaft für andere Verbraucherinnen und Verbraucher einsetzen. Viele Menschen engagieren sich dafür, dass Verbraucherinnen und Verbraucher über ihre Rechte aufgeklärt werden oder Konsumentscheidungen stärker hinterfragen. Dieses Engagement wollen wir durch die Auszeichnung würdigen und sichtbarer machen.“, so Christine Lambrecht, Bundesverbraucherschutzministerin und Schirmherrin des Preises.

Die Ministerin für Justiz, Europa, Verbraucherschutz und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein, Dr. Sabine Sütterlin-Waack, hielt die Laudatio auf die Lübecker Initiative und lobte: „Ich freue mich sehr, dass der Bundespreis Verbraucherschutz in der Kategorie Projekt nach Schleswig-Holstein geht. ´Wir für Mehrweg´ ist nicht nur eine kluge Idee um Einwegbecher einzusparen, sondern bringt die Themen Abfallvermeidung und Recycling insgesamt ins Bewusstsein der Verbraucherinnen und Verbraucher. Damit steht dieses innovative Lübecker Projekt beispielhaft für viele Initiativen in ganz Deutschland, die zeigen, was alles möglich ist, wenn Verantwortliche in Politik, Wirtschaft und Verwaltung zusammenarbeiten.“

Bürgermeister Jan Lindenau nahm gemeinsam mit Birgit Hartmann, Bereichsleiterin Umwelt, Natur und Verbraucherschutz sowie Frank Denker, 1. Kreisvorsitzender des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes, heute den Preis in Berlin entgegen. „Die Auszeichnung mit dem Bundespreis Verbraucherschutz 2019 für die Initiative ‚Wir für Mehrweg‘ ist für die Hansestadt Lübeck Grund zur Freude und Ansporn zugleich“, sagte Lindenau anlässlich der Ehrung. „Ich danke den Mitwirkenden für Ihre hervorragende Arbeit. Projekte wie diese zeigen, dass wir uns vor allem auf kommunaler Ebene wirksam und konkret für unsere Umwelt und unser Klima einsetzen und bereits im Kleinen Veränderungen vorantreiben können. Die Reduzierung der durch Einwegbecher ausgelösten Abfälle ist dabei ein bedeutendes Thema, das durch die Initiative ‚Wir für Mehrweg‘ Stück für Stück angegangen wird. Vor dem Hintergrund der Verleihung des Bundespreises gehen wir fest davon aus, dass sich in Kürze noch mehr Betriebe der Initiative anschließen werden und somit ihren Beitrag zum nachhaltigen Umgang mit Ressourcen leisten.“

 

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