Masterplan Klimaschutz (MAKS)

Der gesamtstädtische Fahrplan zum Klimaschutz in der Hansestadt Lübeck für die Zukunft

Der Masterplan Klimaschutz wird der gesamtstädtische Fahrplan zum Klimaschutz in der Hansestadt Lübeck für die Zukunft. Er gibt den Weg vor, wie die internationalen Klimaziele vor Ort erreicht werden und erweitert damit das Klimaschutzkonzept und das beschlossene kurz-/mittelfristige Maßnahmenpaket mit Blick auf die nächsten 20 Jahre. Bei der Erstellung wird vom Ziel her gedacht. Das bedeutet: die Zielsetzung 50% Einsparung von Treibhausgasen bis 2030 (Referenzjahr 2019) und Klimaneutralität 2040 wird mit Umsetzungsmaßnahmen für alle Verursachergruppen hinterlegt.

Abbildung 1: Der Fahrplan zur Klimaneutralität mit den tatsächlichen Treibhausgasemissionen bis 2019 (rot) und den Minderungszielen bis 2040 (grau) (Quelle: eigene Darstellung Klimaleitstelle)

Abbildung 1: Der Fahrplan zur Klimaneutralität mit den tatsächlichen Treibhausgasemissionen bis 2019 (rot) und den Minderungszielen bis 2040 (grau) (Quelle: eigene Darstellung Klimaleitstelle)

Was ist ein Masterplan Klimaschutz (MAKS)?

Der Masterplan Klimaschutz beschreibt auf Basis der 

  • Treibhausgasbilanz 2019,
  • Minderungspfade bis 2030/2040,
  • relevanten Planungskonzepte und Pläne,
  • Bevölkerungs-, Verkehrs- und Wirtschaftsprognosen

wie die internationalen Klimaschutzziele in Lübeck erreicht werden können. Alle Planungsprozesse, Fachkonzepte und die Infrastrukturentwicklung in Lübeck müssen die Klimaziele berücksichtigen. Daher braucht es einen relativ langen Zeithorizont der betrachtet wird, denn Veränderungen geschehen nicht von heute auf morgen. Der MAKS wird ein Fahrplan zum Klimaschutz - aufgegliedert in einzelne Maßnahmen und Umsetzungsschritte. Die angesprochenen Maßnahmen sind dazu ausgelegt Treibhausgasemissionen zu verringern. Ausschlaggebend für die Treibhausgasemissionen ist der Energiebedarf, deshalb setzt man im Klimaschutz auf die drei E's:

  • Energie einsparen
  • Energieeffizienz steigern
  • Erneuerbare Energie einsetzen

Zunächst liegt der Fokus also darauf, weniger Energie zu verbrauchen, z.B. durch Verhaltensänderungen oder durch Verringerung von Energieverlusten (Bsp: Licht ausschalten bei Verlassen eines Raums). Der nächste Schritt bezieht sich auf technische Neuerungen, um die vorhandene Energie besser zu nutzen. Zum Beispiel kühlen neuere Kühlschränke mit weniger Strombedarf. Der Energiebedarf ist durch die zwei E´s nun gesunken. Die restliche benötigte Energie wird idealerweise durch erneuerbare Energien gestellt. Das sind z.B. Strom aus Windenergie oder Wärme durch Solarthermie auf Dächern.Neben Maßnahmen, die zu einer Treibhausgasreduktion führen werden auch Maßnahmen entwickelt, die Anreize schaffen, um im Alltag klimaschonender zu leben. Dazu zählen zum Beispiel Informationskampagnen für Hausbesitzer:innen zu erneuerbaren Energien, Kampagnen zum Fahrrad fahren oder der Nutzung von Sharingangeboten.

 

Warum machen wir das?

Klimaschutz ist in den letzten Jahren immer stärker in den Fokus der Politik gerückt, da die globale Klimakrise weltweit enorme Folgen für Menschen, Wirtschaft und die Natur hat. Daher gab es internationale, sowie nationale und regionale politische Entscheidungen zum Klimaschutz.

Internationale Klimaziele

Das Übereinkommen von Paris wurde 2015 auf der Pariser Klimakonferenz (COP 21) geschlossen und gibt vor, dass der durch den Klimawandel verursachte Temperaturanstieg auf 1,5°C begrenzt werden soll. Durch die Ratifikation hat sich auch Deutschland zu diesen Zielen bekannt.

Deutsche Klimaziele

Das neue bundesweite Klimaschutzgesetz legt die Reduzierung der Treibhausgase um 65% bis 2030 (Referenzjahr 1990) und die Klimaneutralität bis 2045 fest.

Lübecker Klimaschutz und Klimanotstand

Bereits seit 1993 ist Lübeck Mitglied im „Klima-Bündnis europäischer Städte mit den Indigenen Völkern der Regenwälder“. Mit der Feststellung des Klimanotstands durch die Lübecker Bürgerschaft 2019 (VO/2019/07738) wurde deutlich gemacht, dass die CO2-Reduktion hohe Priorität erhält, um die Erderwärmung auf 1,5°C zu begrenzen. Daher sollen alle kommunalen Entscheidungen hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf das Klima bewertet werden. Die Stadtverwaltung hat eine besondere Rolle im Klimaschutz für Lübeck, da sie nicht nur verantwortlich für die Planungsprozesse und Infrastrukturen ist, sondern auch eine besondere Vorbildwirkung hat. Die Verwaltung ist Auftraggeberin, Arbeitgeberin und Konsumentin und hat damit viele Hebel, um Klimaschutz umzusetzen.

Um diese politischen Zielsetzungen in konkrete, reale Maßnahmen umzusetzen braucht es einen Plan:
den Masterplan Klimaschutz (MAKS) für Lübeck.

 

 

Arbeitskonzept MAKS

Die Erstellung des MAKS geschieht in verschiedenen Beteiligungsrunden. Zunächst wird die Verwaltung der Hansestadt Lübeck, die Eigenbetriebe und Beteiligungsgesellschaften gemeinsam an der ersten Maßnahmenentwicklung arbeiten. Anschließend folgt die Beteiligung von Fachexpert:innen, Akteur:innen und involvierte Einzelpersonen. Nach einer großen Beteiligung der Lübecker Bevölkerung werden die internen Akteur:innen erneut die Maßnahmen überarbeiten.

Für jede Beteiligungsrunde gibt es fünf thematische Arbeitsgruppen: Energie & Bau, klimafreundliche Stadtstruktur, Klimaneutrale Wirtschaft, Mobilität und Ressourcenschonung. Außerdem werden in drei Querschnittsgruppen Maßnahmen aus den anderen AGs behandelt, um diese zielführender auszugestalten. Die Querschnittsgruppen behandeln die Themen Umweltbildung & Fortbildung, Digitalisierung und Kommunikation & Öffentlichkeit.
Ein Beispiel: In der AG Gebäude & Energie wird eine Maßnahme zur Reduzierung des Energiebedarfs entwickelt. Diese Maßnahme wird in der Querschnittsarbeitsgruppe Digitalisierung besprochen, um Ideen zu entwickeln welche digitalen Hilfsmittel die THG-Einsparungseffekte dieser Maßnahme vergrößern können.

 

 

Interne Beteiligung

Mitarbeitende der Stadtverwaltung, der Eigenbetriebe und Beteiligungsgesellschaften kommen in dieser Prozessphase zusammen, um die Reduktion der Treibhausgasemissionen für unterschiedliche Verursachergruppen abzustimmen und erste Maßnahmenvorschläge zu erarbeiten. Damit wird das gesamte Fach- und Planungswissen aus den Bereichen gebündelt, um eine konkrete Vorgehensweise auszuarbeiten.
In dieser Prozessphase werden die Menschen beteiligt, die später auch die einzelnen Maßnahmen umsetzen und ausgestalten werden.

 

 

Fachworkshops

In den Fachworkshops kommen Expert:innen aus der Wissenschaft, aus der Wirtschaft, den Energie-, Bau- und Infrastrukturbranchen und andere betroffene Akteursgruppen zusammen. Sie ergänzen und erweitern die Maßnahmenvorschläge der internen Beteiligung durch ihre Expertise und ihre Erfahrung.

 

 

Bürger:innenbeteiligung

Bei der Bürger:innenbeteiligung werden die entwickelten Maßnahmen den Lübeckerinnen und Lübeckern vorgestellt und es werden weitere Anregungen und Änderungen aufgenommen. Hier kann über die Maßnahmenvorschläge breit diskutiert und weitere Aspekte eingebracht werden.
Dabei soll es neben einer „Ausstellung“ auch eine breite Diskussion geben. Soweit die Covid19-Schutzmaßnahmen es zulassen kann diese Beteiligung auch in Präsenz stattfinden.
Bereits aus dem Lübeck:überMorgen Dialog und der Umfrage zu Klimaschutzmaßnahmen im letzten Jahr sind viele Vorschläge zu Klimaschutzmaßnahmen für Lübeck (hier geht’s zu den Umfrageergebnissen) zusammengekommen. Diese werden bereits in der Maßnahmenentwicklung aufgenommen und soweit relevant ausgestaltet.

 

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