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Ginkgo am Lindenplatz

Der Exot mitten im Verkehrstrubel

Der 1884 gepflanzte Ginkgo leuchtet vor allem im Herbst mit seinen goldgelben Blättern schon von Weitem und macht seinem Ruf als Exot alle Ehre. Der Baum steht seit 1925 unter Schutz.

 

Standort

Lübeck-St. Lorenz-Nord
Lindenplatz (neben Kaiser-Wilhelm-Denkmal)
Geo-Koordinaten:
53.866793, 10.673644

 

 

Vorkommen

Der Ginkgo (botanisch: Ginkgo biloba) hat seine natürliche Verbreitung in China, aber auch in Japan wird er schon lange kultiviert. Von dort wurde die Baumart im frühen 18. Jh. nach Europa gebracht und entwickelte sich schnell zu einem beliebten Parkbaum.

 

 

Merkmale

Der Ginkgo gilt als vermutlich älteste noch lebende Pflanzenart der Erde, sozusagen ein lebendes Fossil, weil er seine Gestalt seit Millionen von Jahren kaum verändert hat. Der Ginkgo ist eine einmalige Übergangsform zwischen Nadel- und Laubbaum. Wegen seiner Blätterform wird er auch Fächerblattbaum genannt.

Foto: Ginkgo-Blätter (©Tobias Mahlo)

 

 

Wissenswertes

Seine Samen sind außen von einer gelb-fleischigen Samenschale umhüllt und ähneln einer Mirabelle. Der im Sonnenlicht silbrig glänzende Samenmantel gibt dem Ginkgo auch seinen Namen: Dieser leitet sich von Gin-Kyo ab, was in westliche Schrift übertragen 'Silberaprikose' bedeutet. Bei Neupflanzungen werden männliche Exemplare bevorzugt, weil die reifen Samenmäntel der weiblichen Bäume unangenehm riechen können.

 

 

Historie

Rund um den historischen Wegepunkt wurden im Jahr 1830 einige Linden gepflanzt, gut 50 Jahre später war der Platz zu einem Park umgestaltet. Als der Anstieg des Zugverkehrs weitere Gleisbauarbeiten, den Neubau des heutigen Hauptbahnhofs und eine Zufahrt dorthin notwendig machten, wurde der Park schon um 1905 fast wieder vernichtet. Der seit 1869 so benannte Lindenplatz entwickelte sich immer mehr zu einer Verkehrsfläche, aber der Ginkgo - aus Zeiten der Parkanlage - steht noch heute.

Foto:  Lindenplatz um 1930 (©Fotoarchiv der Hansestadt Lübeck)

 

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