Jugendhilfeplanung: Jugendliche und Berater in einer Gesprächsrunde

Jugendhilfeplanung

Bedarfsgerechte Versorgung für junge Menschen

"Jeder junge Mensch hat ein Recht auf Förderung seiner Entwicklung und auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit"
(§ 1 SGB VIII

Diesem einleitenden Kernsatz des Kinder- und Jugendhilfegesetz (SGB VIII) entspricht die gesetzliche Verpflichtung zur Jugendhilfeplanung. Sie soll gewährleisten, dass "die zur Erfüllung der Aufgaben nach diesem Buch erforderlichen und geeigneten Einrichtungen, Dienste und Veranstaltungen den verschiedenen Grundrichtungen der Erziehung entsprechend rechtzeitig und ausreichend zur Verfügung stehen" (§ 79). Die Hansestadt Lübeck als Träger der öffentlichen Jugendhilfe hat die Aufgabe, die Jugendhilfeplanung sicher zu stellen.

Kontakt

Sie erreichen die Jugendhilfeplanung unter der Mailadresse jugendhilfeplanung@luebeck.de

Ziele und Planungsschritte

Die wesentlichen Ziele der Jugendhilfeplanung sind:

  • Bedarfsgerechte Planung unter Berücksichtigung der Wünsche, Bedürfnisse und Interessen der jungen Menschen und ihrer Familien
  • Erhalt und Pflege der Kontakte in der Familie und im sozialen Umfeld
  • Gewährleistung eines möglich wirksamen, vielfältigen und abgestimmten Angebotes
  • Besondere Förderung junger Menschen und ihrer Familien in gefährdeten Lebens - und Wohnbereichen
  • Vereinbarkeit von Familienleben und Erwerbstätigkeit

Sie gliedert sich in folgende Planungsschritte:

  • Bestandserhebung
  • Bedarfsermittlung
  • Maßnahmenplanung / Prioritätensetzung
  • Fortschreibung

Dabei sind u.a. zu berücksichtigen :

  • Wünsche, Bedürfnisse und Interessen der jungen Menschen und ihrer Familien
  • ihre Lebenswelt und -lagen
  • Vereinbarkeit von Beruf und Familie
  • Vernetzung des Angebotes
  • Beteiligung aller im Planungsprozess Betroffener

Berichterstattung im Rahmen der Jugendhilfeplanung

Jugendhilfeplanung Kindertagesbetreuung

aktueller Bedarfsplan

Jugendhilfeplanung – Jugendarbeit

Aktueller Bericht 

Lübecker Bildungsmodelle

Projekte Aufwachsen in Lübeck und Lernen vor Ort


 

Sozialraumorientierung

Sozialraumorientierung in der Theorie

Das Konzept der Sozialraumorientierung basiert in seinen Grundzügen auf der Gemeinwesenarbeit und wurde in den 1970er Jahren entwickelt. Im Kern geht es darum, dass die Lebenswelten sowie Interesse und Wünsche von jungen Menschen und ihren Familien in das Zentrum der (sozial-)pädagogischen Arbeit gestellt werden. Dabei sollen Ressourcen der Klient:innen als auch im Sozialraum gefunden und aktiviert werden.

Die Säulen der Sozialraumorientierung sind insbesondere:

  • Ausgangspunkt ist der Wille des Adressaten,
  • Aktivierende Arbeit vor betreuender Tätigkeit,
  • Einbeziehung sozialräumlicher Ressourcen,
  • Zielgruppen- und ressortübergreifendes Handeln,
  • Vernetzung sozialer Dienste als Basis für Einzelfallhilfen (vgl. Hinte/Treeß 2011)

In der Arbeit mit jungen Menschen und Familien sollen Fachkräfte, die Ressourcen in der Nachbarschaft kennen und für ihre Klient:innen nutzbar machen. Um den „Fall im Feld“ zu bearbeiten, braucht es fallunspezifische Arbeit im Zuständigkeitsgebiet.

Sozialraumorientierung in der Praxis der Lübecker Kinder- und Jugendhilfe

Die Sozialraumorientierung wird in der Lübecker Kinder- und Jugendhilfe auf vielfältigen Ebenen umgesetzt:

  • In der Jugendhilfeplanung werden regelmäßig Bestands- und Bedarfsanalysen für die Stadtteile oder kleinere Planungsräume durchgeführt. Die Versorgung in den Lebens- und Wohnräumen steht dabei im Vordergrund.
  • Familien, die Beratung oder Hilfe suchen, werden Angebote in allen Stadtteilen unterbreitet. Hierfür werden u.a. 5 Beratungsstellen des Allgemeinen Sozialen Dienstes, 18 Familienzentren, 3 Frühe Hilfen Beratungsstellen und 5 Nachbarschaftsbüros durch die Hansestadt
  • Junge Menschen können an 17 Standorten Kinder- und Jugendzentren besuchen. Darüber hinaus werden regelmäßig Stadtteilwerkstätten durchgeführt, in denen Kinder und Jugendliche Impulse setzen können, um ihren Stadtteil zu verbessern.
  • Fachkräfte der freien und öffentlichen Jugendhilfe vernetzen sich in den Sozialräumen. Es gibt verschiedene Formate, in denen Informationen zu bestehenden Angeboten, den aktuellen Bedarfen sowie vorhandenen Ressourcen im Sozialraum ausgetauscht werden.

Vernetzung und Kooperation in den Stadtteilen

Voneinander zu wissen, ist eine Grundlage der Vernetzung und Kooperation im Sozialraum. Das Geoportal Lübeck bietet einen guten Ausgangspunkt, um Dienste und Einrichtungen zu recherchieren. In vielen Stadtteilen und Sozialräumen wurden Arbeitskreise gebildet, in denen sich Fachkräfte der freien und öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe miteinander vernetzen. Die Teilnehmenden und Themen orientieren sich nach den Bedarfen in den jeweiligen Gebieten.