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Wasser

Lebensraum und Schutzgut

Wasser ist die Grundlage allen Lebens. Ein effektiver Schutz und der schonende Umgang mit der Ressource Wasser sind unabdingbar für unsere Zukunft. Wasser ist Lebensmittel und Lebensraum zugleich. Außerdem ist Wasser ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, es ist Energiequelle, Transportmedium und Rohstoff. Das Grundwasser spendet Trinkwasser. Wir nutzen es für unsere Ernährung und die tägliche Hygiene. Flüsse, Seen, Feuchtgebiete und Meere sind Lebensraum einer Vielzahl von Pflanzen und Tieren. Sie sind wichtige Bestandteile des Naturhaushaltes sowie Ort für unsere Freizeitaktivitäten. Für die Hansestadt Lübeck ist die Untere Wasserbehörde die zuständige Stelle für den Gewässerschutz. Rechtliche Grundlagen ergeben sich aus dem Wasserhaushaltsgesetz des Bundes sowie dem Landeswassergesetz Schleswig-Holstein. Damit werden auch die Bestimmungen der Wasserrahmenrichtlinie umgesetzt.

 

Europäische Wasserrahmenrichtlinie

Wasser ist keine übliche Handelsware, sondern ein ererbtes Gut, das geschützt, verteidigt und entsprechend behandelt werden muss. Aus diesen Erwägungsgründe wurde die Europäische Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) im Dezember 2000 erlassen. Die Richtlinie gilt europaweit, und zwar für alle Gewässer, d.h. für Oberflächengewässer, Küstengewässer und für das Grundwasser. Flussläufe sollen renaturiert, Nähr- und Schadstoffeinträge aus der Landnutzung stärker reduziert und Abwässer so gereinigt werden, dass die Gewässerökologie nicht (mehr) gefährdet ist. Ziel der WRRL ist es, einen guten ökologischen Zustand für alle Oberflächengewässer und einen guten Zustand des Grundwassers zu erreichen.

Mehr zur Umsetzung der WRRL in Deutschland erfahren Sie auf der Themenseite des Bundesministeriums

Zur Bewertung des Zustandes werden die Gewässer in Flusseinzugsgebiete eingeteilt. Diese Einzugsgebiete erstrecken sich über Staats- und Ländergrenzen hinaus. Somit ist eine integrierte, koordinierte Gewässerpolitik in Europa möglich. Lübeck liegt im Flusseinzugsgebiet Schlei/Trave.

Steckbrief: Nationale Flussgebietseinheit Schlei/Trave (PDF)

 

 

Wasserwirtschaft und Klimawandel

Niederschlagswasser wurde früher häufig in großen Rohren dem nächstgelegenen Gewässer zugeführt. Für eine nachhaltige Wasserwirtschaft und zur Anpassung an den Klimawandel wird inzwischen versucht, sich dem potentiell naturnahen Wasserhaushalt anzunähern. Das bedeutet für Lübeck, dass zwei Drittel des Niederschlagswassers verdunsten, ein Drittel versickern und nur ein verschwindend geringer Teil direkt in ein Oberflächengewässer fließen sollte.

Warum ist es so wichtig, nicht mehr das komplette Regenwasser in die Flüsse zu leiten?
Wir beobachten immer häufiger lange Trockenzeiten, die zu einem Absinken des Grundwasserspiegels führen. Das Grundwasser speist neben den Niederschlagswassereinleitungen unsere Fließgewässer, was dann zwangsweise auch zu einem Sinken der Flusspegel führt. Einige Flussbette trocken sogar zeitweise aus. Ein weiteres Problem ist die Trinkwasserversorgung, die durch fehlende Grundwasserbildung langfristig beeinträchtigt werden kann.
Durch eine Erhöhung des Versickerungsanteils wird die Anreicherung des Grundwassers gefördert.

Durch vermehrten Starkregen kommt es immer häufiger zu unkontrollierten Überflutungen, da das Kanalnetz die übergroßen Wassermengen nicht mehr aufnehmen kann. Durch ein nachhaltiges Wassermanagement und die Entsiegelung von Flächen kann dem entgegen gewirkt werden, siehe auch Anpassung an den Klimawandel.

 

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