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Beratung und Unterstützung

Fragen, Antworten, Hilfestellungen

Der Bereich Soziale Sicherung der Hansestadt Lübeck hat eine Vielzahl von Beratungs- und Unterstützungsangeboten, die zum Teil auch mit und zusätzlich auch von anderen Trägern angeboten werden.

 

Beratungsstellen für Erwachsene und Senior:innen

Die Beratungsstelle für Erwachsene und Senior:innen ist eine erste Anlaufstelle für Erwachsene ohne minderjährige Kinder, die Beratung und Unterstützung in verschiedenen Lebensbereichen benötigen. Gleichermaßen sind wir Ansprechpartner für Angehörige, Nachbarn und Institutionen im nahen Umfeld. Wir beraten kranke oder hochbetagte Menschen, die möglichst lange selbstbestimmt in ihrer Häuslichkeit leben möchten. Wir unterstützen Sie bei der Bewältigung des Alltags und beraten Sie bei finanziellen und persönlichen Notlagen. Wir vermitteln Hilfen und informieren Sie über geeignete Versorgungsangebote.

An wen wendet sich das Angebot der Beratungsstelle?

Das Beratungsspektrum richtet sich an Erwachsene jeden Alters (ohne minderjährige Kinder). Das können sowohl junge Erwachsene sein, die gerade lernen, ein selbstständiges Leben zu führen, als auch ein hochbetagter Mensch sein, der Unterstützung im Haushalt benötigt.

Was tun wir:

Wir hören Ihnen zu und helfen bei:

  • Überwindung von Vereinsamung
  • Bewältigung des Alltags bzw. persönlicher oder finanzieller Krisen
  • Entwicklung einer Perspektivplanung
  • Nach Möglichkeit Vermeidung einer rechtlichen Betreuung oder Pflegeheimaufenthalt
  • Wegweisung zu anderen Hilfsangeboten

 

 

Betreuungsbehörde

Betreuungsrecht

Grundsätzlich gilt, dass jede volljährig gewordene Person ihre rechtlichen Angelegenheiten selbst regelt.

Eine rechtliche Betreuung kann erforderlich sein, wenn 

  • keine Vollmacht erteilt worden ist,
  • andere Hilfen (die Unterstützung durch Angehörige, Bekannte oder soziale Dienste) nicht zur Verfügung stehen und
  • eine körperliche, geistige oder seelische Behinderung oder psychische Krankheit verhindert, dass persönliche und rechtliche Angelegenheiten ganz oder teilweise wahrgenommen werden können. 

Über die Einrichtung einer Betreuung entscheidet das Betreuungsgericht. Das Verfahren zur Einrichtung einer Betreuung beginnt entweder auf Antrag des Betroffenen oder auf Antrag Dritter, zum Beispiel der Angehörigen oder des behandelnden Arztes. Dieser Antrag wird an das Betreuungsgericht gesendet. Das Betreuungsgericht benötigt für das Verfahren einen Sozialbericht von der Betreuungsbehörde und ein medizinisches Sachverständigengutachten. Bevor das Betreuungsgericht über die Betreuerbestellung entscheidet muss der Betroffene durch das Gericht angehört werden. 

Mit dem Beschluss des Betreuungsgerichts kann dann einer volljährigen Person, ein:e rechtliche:r Betreuer:in, zur Seite gestellt werden, die für sie in genau vom Gericht festgelegten Bereichen (Aufgabenkreisen), Rechtshandlungen vornehmen darf. Dabei sind die Wünsche der hilfsbedürftigen Person zu beachten, solange dies auch ihrem Wohl entspricht. Aufgabenkreise sind beispielsweise Wohnungs- und Vermögensangelegenheiten oder Gesundheitssorge.

Ehepartner, Kinder oder nahe Verwandte können die hilfsbedürftigen Person in einer solchen Situation nicht automatisch rechtlich vertreten. Entgegen einer weit verbreiteten Meinung gibt es nämlich kein im Gesetz geregeltes Vertretungsrecht von Eheleuten untereinander oder von Kindern gegenüber ihren Eltern.

Diese Form der staatlichen Rechtsfürsorge ist grundsätzlich vorgesehen für Menschen, die nicht bereits mit einer Vorsorgevollmacht für den Fall einer späteren Hilfebedürftigkeit vorgesorgt haben. Denn, soweit eine Vorsorgevollmacht besteht, kann die oder der Bevollmächtigte – ohne ein gerichtliches Verfahren – für die hilfsbedürftige Person tätig werden.

Aufgabe der Betreuungsbehörde

  • Die Betreuungsbehörde informiert und berät Betroffene und Angehörige im Vorfeld und während des Betreuungsverfahrens.
  • Sie wird vom Betreuungsgericht beauftragt, den Sachverhalt im konkreten Fall zu ermitteln und dem Gericht darüber Bericht zu erstatten.
  • Die Betreuungsbehörde prüft die Eignung der Betreuer. Zudem berät die Behörde die bestellten Betreuer bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben.
  • Gemeinsam mit dem Verein für Betreuung und Selbstbestimmung in Lübeck e.V. schulen und begleiten wir ehrenamtliche Betreuer:innen.
  • Wir wirken auf Wunsch des Betreuers bei der Durchführung einer gerichtlich angeordneten zwangsweisen Unterbringung mit.

Wenn Sie Vorsorge treffen wollen und eine Person Ihres Vertrauens bereits benennen möchten, damit dieser Sie später rechtlich vertreten kann, bietet sich das Erteilen einer Vorsorgevollmacht an. Sie können so selber Einfluss nehmen, wer für Sie später handeln soll. In einer Vorsorgevollmacht ermächtigen Sie eine Vertrauensperson rechtsverbindlich für Sie handeln zu können.

Wenn dann die Situation eintritt, dass Sie selbst nicht mehr handlungsfähig sind, vielleicht wegen eines Unfalls, einer Erkrankung oder einfach wegen altersbedingter Verschlechterung der körperlichen und geistigen Verfassung, kann der Vollmachtnehmer für Sie handeln.

Ein Betreuungsverfahren wird somit in der Regel nicht erforderlich und kann dadurch vermieden werden.

Generell sollten Sie Ihre Vorsorgevollmacht schriftlich festhalten. Ob Sie diese formlos schreiben oder eine Vorlage verwenden, bleibt Ihnen selbst überlassen.

Der Verein für Betreuung und Selbstbestimmung in Lübeck e.V. und die Betreuungsbehörde beraten zu Vorsorgevollmachten und zu Betreuungsverfügungen.

Zwar ist eine schriftliche Vollmacht auch ohne Beurkundung oder Beglaubigung eine gültige Vollmacht, allerdings wird diese im Rechtsverkehr nur bedingt akzeptiert. Wir empfehlen daher, eine Vollmacht entweder öffentlich bei der Betreuungsbehörde beglaubigen zu lassen oder notariell zu beurkunden.

 

 

Schuldnerberatung

Die Zahl der überschuldeten Privathaushalte in Deutschland steigt beständig an. Menschen mit Schulden sind erheblichem Stress und psychischem Druck ausgesetzt und oft genug leidet auch ihre körperliche Gesundheit.

Nutzen Sie das Angebot der Schuldnerberatung, wenn Sie:

  • den Überblick über Ihre finanzielle Situation verloren haben,
  • sich den Auseinandersetzungen mit Ihren Gläubiger:innen nicht mehr gewachsen fühlen,
  • aufgrund von Schulden Ihre Existenz nicht mehr sichern können,
  • über Ihre Rechte, Pflichten und Möglichkeiten informiert werden möchten,

Sie erhalten Unterstützung bei:

  • der Sicherung Ihrer Existenz
  • der Verhinderung von neuer Verschuldung
  • einer Entschuldung
  • der Vorbereitung und Durchführung des Verbraucherinsolvenzverfahrens (anerkannte Stelle nach §305 InsO).

Eine kostenfreie Beratung erhalten Lübecker Bürger:innen bei folgenden Stellen:

Hansestadt Lübeck, Kronsforder Allee 2-6, 23560 Lübeck Tel. 0451/1225665, schuldnerberatung@luebeck.de

Die Offene Sprechstunde für Erstgespräche ist montags in der Zeit von 8.30 Uhr bis 10.00 Uhr. Für Erwerbstätige bieten wir Terminvereinbarungen an.

Gemeindediakonie, Mühlentorplatz,  23562 Lübeck Tel. 0451/61320116, schuldnerberatung@gemeindediakonie-luebeck.de

Die Offene Sprechstunde für Erstgespräche ist dienstags in der Zeit von 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr. Für Erwerbstätige werden Terminvereinbarungen angeboten.

Rechtsfürsorge e.V., Kapitelstraße 5,  23552 Lübeck Tel. 0451/7098960, schuldnerberatung@resohilfe-luebeck.de

Die Offene Sprechstunde für Erstgespräche ist mittwochs in der Zeit von 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr. Für Erwerbstätige werden Terminvereinbarungen angeboten.

GATE, Hans-Böckler-Straße 1, 23560 Lübeck Tel. 0451/5028290, info@gate-schuldnerberatung.de

Die Offene Sprechstunde für Erstgespräche ist donnerstags in der Zeit von 9.00 Uhr bis 11.00 Uhr. Für Erwerbstätige bieten wir Terminvereinbarungen an.

Ratsuchende mit Wohnsitz außerhalb Lübecks erkundigen sich bitte bei ihrer örtlich zuständigen Sozialbehörde, beim zuständigen Jobcenter oder unter www.schuldnerberatung-sh.de

Hier finden Sie unseren Flyer zur Schuldnerberatung (PDF).

Ergänzendes Angebot zur Schuldnerberatung in Lübeck

Projekt Knappe Kasse- Clever Haushalten

Hier bekommen Sie Unterstützung beim Ordnen Ihrer Unterlagen, Planen Ihrer Ausgaben und Tipps zum kompetenten Umgang mit ihrem Geld.

Informieren Sie sich hier über präventive Angebote (PDF).

 

 

Unterkunftssicherung

Die Unterkunftssicherung der Hansestadt Lübeck bietet Informationen und Beratung für Haushalte (Einzelpersonen, Paare, Familien) bei Wohnungskündigungen, Mietschulden, Räumungsklagen, Zwangsräumungen und bei drohender und eingetretener Wohnungslosigkeit. Bei eingetretener Wohnungs- und Obdachlosigkeit kann eine Unterbringung in Notunterkünften erfolgen.

 

 

Wohnberatung „Wohnen im Alter“

Die Wohnberatung »Wohnen im Alter« am Kolberger Platz 1 in Lübeck möchte Anregungen geben und den Wunsch vieler älterer Menschen aufgreifen, möglichst lange im vertrauten Wohnumfeld bleiben zu können. Da oft schon kleine Veränderungen im häuslichen Bereich die Selbstständigkeit und Sicherheit in den eigenen Wänden erhalten können, werden individuelle Lösungen unterstützt sowie kleinere und größere Alltagshilfen präsentiert. Die umfangreiche Ausstellung enthält viele interessante Gegenstände für den täglichen Gebrauch. Alles kann angefasst und ausprobiert werden.

Fragen zu Wohnraumanpassungsmaßnahmen und den Hilfsmitteln werden von zertifizierten Wohnberater:innen und Wohnberatern gern beantwortet. Für Informationen zum Thema ‚Älter werden in Lübeck’ und zum derzeitigen Hilfs- und Unterstützungssystem stehen Mitarbeiter:innen der Kooperationspartner zur Verfügung.

https://www.wohnberatung-luebeck.de/

 

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