Mi, 15.07.2020 15° C Text vorlesen (ReadSpeaker) Suche Schließen MenüSchließen

EU und Land unterstützen Hafenausbau mit 10,2 Millionen Euro

Veröffentlicht am 07.01.2005

EU und Land unterstützen Hafenausbau mit 10,2 Millionen Euro

EU und Land unterstützen Hafenausbau mit 10,2 Millionen Euro

050016R 2005-01-0707

Schleswig-Holsteins Ministerpräsidentin Heide Simonis übergab heute, 7. Januar 2005, einen Bewilligungsbescheid in Höhe von 10,2 Millionen Euro für den ersten Bauabschnitt der Hafenflächenerweiterung und die hierfür notwendige Gleisverlegung in Travemünde. Die Übergabe an die Hansestadt Lübeck fand an Bord des TT-Fährschiffes „Robin Hood“ statt.

Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe, Wirtschaftssenator Wolfgang Halbedel und Bausenator Franz-Peter Boden zeigten sich hocherfreut über den Bewilligungsbescheid der Landesregierung zum Ausbau des Skandinavienkais. „Das ist ein guter Tag für die Stadt, die Region und das Land. Mit der Hilfe von EU und Land stärken wir die Wettbewerbsfähigkeit des Lübecker Hafens, sichern und schaffen damit Wachstum und Beschäftigung,“ so die einhellige Meinung des Bürgermeisters und seiner beiden Senatoren. Neben der Ministerpräsidentin und den städtischen Vertretern begrüßte der Geschäftsführer der TT-Line, Konsul Dr. Arndt-Heinrich von Oertzen, zahlreiche Gäste der Hafenwirtschaft, der Reedereien und der Verwaltung anläßlich der Übergabe an Bord des Fährschiffes.

Beide Hafenbaumaßnahmen, Hafenflächenerweiterung und Gleisverlegung, werden aus Mitteln des Landes und der Europäischen Union finanziell gefördert, deren Gesamtinvestitionsvolumen sich auf rund 26,8 Millionen Euro beläuft. Davon entfallen auf die Hafenflächenerweiterung rund 17,4 Millionen Euro und auf die Gleisverlegung am Skandinavienkai rund 9,4 Millionen Euro. Zur Zeit befinden sich am Skandinavienkai Ausbaumaßnahmen in einer Größenordnung von 63 Millionen Euro in der Umsetzung, die Teil des ehrgeizigen Investitionsprogramms Skandinavienkai 2000 sind, bei dem am Ende rund 250 Millionen Euro verbaut sein werden.

Mit Verweis auf den boomenden Ostseeraum wird laut Saxe auch das Güteraufkommen rasant zunehmen. „Um diese Chancen für Wachstum und Beschäftigung in Lübeck und der Region nutzen zu können, brauchen wir eine wettbewerbsfähige Hafeninfrastruktur. Mit dem weiteren Ausbau des Skandinavienkais schaffen Stadt und LHG die Voraussetzungen, Lübecks führende Rolle als größten Fährhafen Europas und zentrale Verkehrsdrehscheibe in den Ostseeraum weiter zu festigen.“ Wirtschaftssenator Halbedel ergänzt: „Die Erweiterung des Skandinavienkais ist eine Investition in die Wirtschaftskraft und die Zukunft der Hansestadt Lübeck. Der Ausbau ist dringend notwendig, um die seit Jahren positive Entwicklung des Lübecker Hafens weiter fortzuschreiben und damit auch den gestiegenen Anforderungen unserer Hafenkunden gerecht zu werden.“

Im abgelaufenen Jahr 2004 wurde ein Wachstum von rund acht Prozent erzielt ,das bedeutet einen Umschlag von rund 27 Millionen Tonnen - so viel wie nie zuvor. Mit der bisherigen Hafeninfrastruktur ist das zukünftige Güteraufkommen nicht mehr zu bewältigen, so die Einschätzung aller Beteiligten. Für das Jahr 2010 wird im Lübecker Hafen ein Güteraufkommen von annähernd 35 Millionen Tonnen erwartet. Davon entfallen 20 Millionen Tonnen auf den Skandinavienkai, wo heute bereits rund 17 Millionen Tonnen umgeschlagen werden. Der Skandinavienkai verzeichnet seit über 40 Jahren kontinuierlich steigende Umschlagszahlen. Heute werden täglich etwa 100 Abfahrten pro Woche nach Helsinki, Turku, Rauma, Uusikaupunki, Göteborg, Malmö, Trelleborg, Halmstadt und Helsingborg registriert.

Bausenator Boden sieht in den beiden geförderten Baumaßnahmen „einen weiteren Schritt hin zum modernsten und leistungsfähigsten Fährhafen des Ostseeraumes. Besonders hervorzuheben ist nach Ansicht des Bausenators, daß es gelungen ist, sowohl den Anforderungen der Hafenwirtschaft und den Kundenbedürfnissen Rechnung zu tragen als auch höchsten städtebaulichen und landschaftlichen Qualitätsansprüchen zu entsprechen. Trotz der Größe des Vorhabens konnte es erreicht werden, daß am Ende durch einen fairen Interessensausgleich alle Beteiligten und fast alle unmittelbar Betroffenen mit dem Vorhaben leben können.“ Vorangegangen war der am 1. April 2004 erfolgte Planfeststellungsbeschluß für die Hafenflächenerweiterung und die Verlegung der Bahnstrecke am Skandinavienkai in Lübeck-Travemünde. Hierzu der Bausenator: „Gleichzeitig wurde der sogenannte Sofortvollzug durch die Planfeststellungsbehörde genehmigt und sofort mit den ersten Baumaßnahmen begonnen.“

Angesichts des Investitionsvolumens betonen Bürgermeister und seine Senatoren, „daß gerade in Zeiten der Krise investiert werden muß. Der Hafen ist das Kraftzentrum der Stadt und der Region und seit Jahren Garant für Wachstum und Beschäftigung.“ Aber der finanzielle Kraftakt sei für Lübeck ohne die Unterstützung von Land, Bund und EU nicht zu stemmen. Deshalb gelte der besondere Dank auch der Landesregierung, die auch hier wieder die Bestrebungen Lübecks zum Ausbau seiner Infrastruktur großzügig unterstütze.

Aufgrund der von der Bauverwaltung und der Lübecker Hafengesellschaft entwickelten Planung Skandinavienkai 2000 wird der Hafen hier um rund 30 auf dann 80 Hektar Fläche erweitert. Dazu wird die DB-Bahnstrecke Lübeck–Travemünde im Bereich zwischen dem ehemaligen Bahnhof Pöppendorf und der Siedlung Teutendorfer Weg auf einer Strecke von rund 2500 Metern so weit wie für die Hafenerweiterung und das sich hieran anschließende Gewerbegebiet nötig nach Westen verschoben und die Travemünder Landstraße im Zuge der weiteren Baumaßnahmen zurückgebaut. „Bereits im März 2005 wird - soweit das Wetter in den nächsten Monaten mitspielt - mit der Fertigstellung der Gleisverlegung gerechnet, im Sommer 2006 soll der erste Bauabschnitt, der einen Flächenausbau von rund 13,3 Hektar umfasst, abgeschlossen sein,“ so der Bausenator zum weiteren sehr ehrgeizigen Zeitplan.

Verbunden mit dieser Maßnahme ist der Bau einer Fuß- und Radwegbrücke über das neue Gleis im Zuge der Ovendorfer Straße und ein Fuß- und Radwegtunnel, der den neuen DB-Haltepunkt Straße am Pommernzentrum mit der Travemünder Landstraße verbindet. Für diese beiden Maßnahmen investiert die Hansestadt Lübeck weitere 2,3 Millionen Euro. Durch diesen Schritt der Hafenerweiterung mit der Verlegung des Gates wird der Ortsrand Travemündes erheblich von LKW-Verkehr entlastet. Parallel zur Hafenflächenerweiterung wird der Anleger sechs für rund 9,7 Millionen Euro erneuert, um für die neuen Fährschiffe der Reederei Finnlines entsprechende Abfertigungskapazitäten bereitzustellen und westlich des Hafen erschließt das Koordinierungsbüro Wirtschaft Lübeck (KWL) zwei Gewerbegebiete für hafennahe Dienstleistungen mit insgesamt 39 Hektar Fläche für 23,8 Millionen Euro.

Auf die steigenden Wachstumsprognosen haben die Lübecker Hafen-Gesellschaft mbH (LHG) und die Hansestadt Lübeck bereits in den vergangenen Jahren reagiert. Zuletzt 1998 stieß der Skandinavienkai aufgrund der wachsenden Umschlagleistungen an seine Flächengrenzen. Die für die Kunden gewohnte Qualität des Umschlages konnte nur aufrecht erhalten werden, indem für zehn Millionen Mark rund 4,5 Hektar zusätzliche Umschlagflächen im Süden des Terminals am zukünftigen sogenannten Südgate erschlossen wurden. Ferner wurden die Anleger eins bis vier, die zu diesem Zeitpunkt nicht mehr den Anforderungen des wachsenden Schiffsraumes in der Ostsee gerecht wurden, für über 20 Millionen Mark zu zwei modernen Anlegern mit flexiblen Pontons umgebaut. Ein weiterer Schritt zur Kapazitätserweiterung war Ende 2000 die Fertigstellung des Anlegers 6a, der rund 22,5 Millionen Mark kostete und die Abfertigung der hochmordernen Schiffe über zwei Rampen im Heckbereich des Schiffes ermöglichte. Anfang 2001 erhielt der Anleger fünf für etwa acht Millionen Mark ebenfalls eine zusätzliche Oberdecksrampe. Nicht zu vergessen ist die Fertigstellung und Inbetriebnahme des KV – Terminals mit einer Kapazität von 140.000 Einheiten im August 2003.

„Mit dem Ausbau des Skandinavienkais wird ein Vorhaben realisiert, daß in seiner Dimension und Bedeutung Lübecks führende Gatefunktion in den Ostseeraum nachhaltig stärken wird“, so abschließend Saxe. +++