Inventarisation

Denkmale erfassen. Geschichte bewahren.

Die Denkmalerfassung (Inventarisation) gehört zu den grundlegenden Aufgaben der Lübecker Denkmalschutzbehörde und bildet das Fundament jeder verantwortungsvollen Denkmalpflege. Sie beginnt damit, Denkmale zu erkennen, zu bewerten, zu beschreiben, fachlich zu begründen und umfassend zu dokumentieren. Dabei sammelt die Behörde alle relevanten Informationen zur Objektgeschichte und zu dessen Besonderheiten.

Ein Objekt gilt als Kulturdenkmal, wenn es die gesetzlich festgelegten Kriterien erfüllt. Kulturdenkmale können Sachen (bauliche Anlagen), Gruppen von Sachen (Mehrheiten von baulichen Anlagen oder Sachgesamtheiten), Teile von Sachen (Teile von baulichen Anlagen), Gründenkmale oder bewegliche Kulturdenkmale aus vergangener Zeit sein, deren Erforschung oder Erhaltung wegen ihres besonderen geschichtlichen, wissenschaftlichen, künstlerischen, technischen, städtebaulichen oder die Kulturlandschaft prägenden Wertes im öffentlichen Interesse liegt.

Auf dieser Grundlage wird wissenschaftlich untersucht, ob ein Objekt in die Denkmalliste aufgenommen wird. Dieses Verzeichnis pflegt die Behörde fortlaufend, ergänzt neue Erkenntnisse und aktualisiert ältere Einträge, wenn sich der Forschungsstand weiterentwickelt.

Inventarisation ist jedoch weit mehr als reine Schreibtischarbeit. Die Behörde arbeitet eng mit Eigentümer:innen, mit Fachkolleg:innen sowie anderen orts- und geschichtskundigen Menschen zusammen. In Gesprächen erläutert sie verständlich, warum ein Objekt Denkmaleigenschaften besitzt und welche Bedeutung damit verbunden ist. Vor Ort dokumentiert sie den Zustand und schafft durch eine detaillierte Denkmalbeschreibung Planungssicherheit sowie eine verlässliche Grundlage für spätere Maßnahmen.

Ergänzend dazu betreibt sie gründliche Quellenrecherche in Archiven, wertet Pläne, Akten und Publikationen aus und fügt die verschiedenen Informationen zu einem vollständigen Gesamtbild zusammen. Auf diese Weise trägt die Inventarisation nicht nur zur wissenschaftlichen Grundlagenarbeit bei, sondern auch dazu, Wissen über das kulturelle Erbe zugänglich zu machen, etwa durch Publikationen, digitale Denkmalverzeichnisse oder Kooperationen mit Bildungseinrichtungen. Insgesamt arbeitet die Inventarisation der Denkmalschutzbehörde sorgfältig, verständlich und im Dialog mit der Öffentlichkeit, um die historischen Schätze unseres Stadtgebiets sichtbar zu machen und für zukünftige Generationen zu bewahren.

Quelle Headerbild: © HL / Alexander Wehage

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