19.02.2026

Die Archäolog:innen sind da

„Es heißt immer: Wozu braucht man die Archäologie? Es ist doch schon alles bekannt.“

„Und was sollte man stattdessen sagen?“

„Fragt lieber: Wie können wir unsere Vergangenheit schützen und warum ist das für unseren Alltag überhaupt relevant?“

Als klar war, dass in St. Marien eine neue Fußbodenheizung eingebaut werden soll und wir dann auch noch von Anfang an ins Boot geholt wurden, war das für uns Archäolog:innen wie Weihnachten und Geburtstag zusammen. Auch wenn in erster Linie der Schutz der Bodendenkmale im Vordergrund unserer Arbeit steht. St. Marien: ein mächtiges, geschichtsträchtiges Bauwerk, das so viel schon miterlebt, so viele Generationen an Menschen gesehen, die an ihrem Bau und Wiederaufbau mitgewirkt hatten. Und nun sollten auch wir ein – wenn auch ein kleiner –  Teil seiner langen Geschichte werden beziehungsweise diese genauer beleuchten können. Was würden wir finden? Wie tief würden die Spuren der Menschen in den Untergrund reichen? Welche Überraschungen sollte der Boden für uns bereithalten?

Aber zunächst: Wer sind überhaupt „wir“? Wir sind André Dubisch, Jonas Stalfort, Daniel Fuchs und Thai Nguy und wir sind in der Abteilung Archäologie der Hansestadt Lübeck beschäftigt. Uns ist die Ehre zu Teil geworden, tiefer in die Geschichte St. Mariens vorzudringen und ihren Geheimnissen auf den Grund zu gehen. Zusammen mit der Ev.- Luth. Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg, der Kirchengemeinde St. Marien und der Kirchenbauhütte arbeiten wir zurzeit in der Marienkirche und sind für die archäologischen Grabungen zuständig. In den kommenden Wochen und Monaten berichten wir in diesem Format über unsere Erkenntnisse und geben aus erster Hand Einblicke in die spannenden Tiefen unter St. Marien.