Bevölkerung

  • 223.156

    Einwohner:innen zählt das Lübecker Melderegister.

     

    Stand: 31.12.2024

    mehr

  • 16,74%

    aller Einwohner:innen sind 19 Jahre oder jünger.

    Das sind 37.316 Personen.

    Stand: 31.12.2024

    mehr

  • 23,42%

    der Lübecker:innen sind 65 Jahre und älter.

    Das sind 52.185 Personen.

    Stand: 30.06.2025

    mehr

  • 14,6%

    aller Einwohner:innen haben keine deutsche Staatsbürgerschaft.

    Das sind etwa 32.480 Personen.

    Stand: 31.12.2024

    mehr

1. Demografie / Grundlagen

 

Was ist das?

Das Wort "Demografie" stammt aus dem Griechischen und bedeutet "Bevölkerungswissenschaft". Das ist die Lehre über den Zustand und die Entwicklung einer Bevölkerung. Mit "Bevölkerung" bezeichnet man alle Einwohner:innen eines bestimmten Gebietes, zum Beispiel einer Stadt, eines Landes oder eines Kontinents. Die Bevölkerungswissenschaft untersucht unter anderem, wie viele Menschen in Deutschland (oder anderswo) leben, wie viele Junge und Alte darunter sind und wie sich die Bevölkerungszahl durch Geburten und Sterbefälle verändert. Es interessiert die Demografen, woher die Menschen kommen, die nach Deutschland ziehen, oder wohin diejenigen ziehen, die aus Deutschland auswandern. Hierbei ist von besonderen Interesse, welche Auswirkungen und Folgen aus einer sich stetig wandelnden Bevölkerung für die kommunale Selbstverwaltung erwachsen. So hat z.B. eine alternde Bevölkerung andere Bedarfe gegenüber Wohnraum, dem öffentlichen Nahverkehr oder der Verfügbarkeit von sozialen Dienstleistungen gegenüber einer vergleichsweise jungen Bevölkerung.

In Deutschland ist der demografische Wandel dadurch gekennzeichnet, dass seit Anfang der 1970er-Jahre die Geburtenrate niedriger ist als die Sterberate, weshalb die Bevölkerungszahl ohne Zuwanderung sinken würde. Ein weiteres Kennzeichen ist die höhere Lebenserwartung der Bevölkerung, was bei zurückgehender Geburtenrate zu einem größeren Anteil der älteren Bevölkerung im Vergleich zum Anteil der jüngeren Bevölkerung führt.

  

Die demografische Entwicklung prägt die sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Strukturen einer Region. Um Veränderungen frühzeitig zu erkennen und Handlungsspielräume zu schaffen, ist eine präzise Beobachtung auf kleinräumiger Ebene notwendig. Bevölkerungsanalysen liefern dabei nicht nur Zahlen, sondern eröffnen Einblicke in die Dynamik von Alterung, Migration, Geschlecht, Behinderung oder Haushaltsstrukturen. Analysen zur Bevölkerungsstruktur, -bewegungen und –trends schaffen Transparenz über diese Prozesse und unterstützen Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft bei der Planung und Gestaltung lebenswerter Räume.

Ziel ist es, Entwicklungen sichtbar zu machen, Trends zu verstehen und Grundlagen für nachhaltige Entscheidungen bereitzustellen. Diesbezüglich werden auf dieser Seite sowie auf den weiteren Seiten des Sozialkompasses: „Armut“, „Behinderung“, „Wohnen“, „Pflege“ und „Arbeit“ statistische Daten bereitgestellt und fachliche Einordnungen vorgenommen.

1.1. Gebietsgliederungen

 

Was ist das?

Nachdem die Kategorie des „Raums“ bis in die 1990er Jahre eine untergeordnete Rolle für die soziologische Theoriebildung und Praxis einnahm, setzte sich mit der so genannten „topologischen Wende“ die Einsicht durch, dass bestimmte gesellschaftliche Veränderungen ohne gesteigerte Aufmerksamkeit für die räumliche Komponente des Lebens nicht hinreichend erklärt werden können. Das Augenmerk richtet sich auf die Differenz zwischen Orten und auf deren wechselseitige Beeinflussungen. Dies gilt gleichermaßen für die Mikroräume des Alltags wie für nationalstaatliche oder globale Makroräume.

Die Statistikstelle erstellt in regelmäßigen Abständen neue thematische Karten, welche über spezifische gesellschaftliche Phänomene in der Hansestadt Auskunft geben.

 

Die zuletzt 223.156 Einwohner:innen der Hansestadt leben verteilt auf einer Gesamtfläche von 21.419 Hektar (214km²). Die Gesamtfläche ist gliedert in 10 Stadtteile, welche sich aus insgesamt 35 vergleichbar flächenreichen Stadtbezirken zusammensetzen.

Eine weitere Gebietsgliederungseinheit sind die so genannten Sozialbezirke. Diese Einheit dient vorrangig dem Sozialberichtswesen, da ihre räumliche Gliederung die Harmonisierung verschiedener Statistiken ermöglicht, ohne die notwendige statistische Anonymität zu brechen. Diesbezüglich werden die 35 Stadtbezirke zu 20 Sozialbezirken zusammengefasst.

 

Mehr Details und Methodik

Neben den 10 Stadtteilen, 20 Sozialbezirken und 35 Stadtbezirken bestehen noch weitere kleinräumigere Raumeinheiten. Die kleinräumigste Einheit sind die ca. 43.500 Wohnadressen, welche sich zu ca. 6.300 Baublockseiten zusammenfassen lassen. Aus den Baublockseiten lassen sich ca. 2.122 Baublöcke bilden, aus denen sich wiederrum die 158 sogenannten statistischen Bezirke bilden lassen.

Detailliertere Karten zu allen Gebietsgliederungen im PDF-Format finden Sie hier.

Grundsätzlich lässt sich zwischen einer originären statistischen Gebietsgliederung sowie einer abgeleiteten statistischen Gliederung unterscheiden. Die statistischen Bezirke lassen sich einerseits zu der originären Gebietsgliederung der 35 Stadtbezirke zusammenfassen. Andererseits stellen sie auch die Grundlage für die abgeleiteten 98 Arbeitsmarktbezirke (ehemals Sozialräume) dar, welche der Statistik der Arbeitsagentur entspringen.

Im Folgenden wird vorrangig auf Ebene der Sozialbezirke und Stadtteile berichtet. Die kleinräumigere Gebietsgliederung der Stadtbezirke wird ergänzend hinzugezogen, falls dies zur Erklärung eines sozialen Phänomens fachlich angemessen scheint.

Fläche

Der flächenreichste Stadtteil ist St. Jürgen mit insgesamt 61,9km². Dies entspricht rund 20% der Gesamtfläche der Hansestadt. Die Innenstadt ist mit gerade mal 2,2km² - gemessen an der Fläche – der kleinste Stadtteil der Hansestadt.

Der flächenreichste Stadtbezirk ist mit 23,98km² der Priwall. Der Stadtteil Innenstadt ist zugleich ein Stadtbezirk sowie ein Sozialbezirk und daher – bezogen auf die Fläche – stets die kleinste Einheit der jeweiligen Gebietsgliederung.

Der flächenreichste Sozialbezirk ist St. Jürgen Land, dicht gefolgt von Travemünde, beide mit einer Fläche von über 41km².

Einwohneranzahl

Mit etwa 5.700 Einwohner:innen ist Schlutup der –  gemessen an der Bevölkerungszahl –kleinste Stadtteil Lübecks. Dem gegenüber ist St. Jürgen mit etwa 46.000 Einwohner:innen der bevölkerungsstärkste Stadtteil, dicht gefolgt von den Stadtteilen St. Gertrud und St. Lorenz Nord, jeweils mit einer Bevölkerungsstärke von über 42.500 Einwohner:innen. In diesen drei Stadtteilen leben zusammen rund 59% der Lübecker Gesamtbevölkerung.

Der Stadtbezirk mit der größten Bevölkerungszahl ist der Bezirk 02 – Hüxtertor/Mühlentor/Gärtnergasse mit einer Einwohneranzahl von 27.670 Personen. Dem gegenüber leben im Bezirk 16 – Vorrade unter 120 Personen.

Der bevölkerungsstärkste Sozialbezirk ist – wie schon auf Gliederungsebene der Stadtbezirke – der Bezirk Hüxtertor. Groß Steinrade ist mit 3.795 Einwohner:innen der Sozialbezirk mit der geringsten Bevölkerungsstärke.

Einwohnerdichte

Aus der Relation zwischen Fläche und Einwohneranzahl lässt sich die Dichte je Stadtteil bilden. Die Dichte dient als gängiges Maß zur Unterscheidung zwischen städtischen und ländlichen Gebieten. Sie kann Rückschlüsse auf die Art der Bebauung oder Flächennutzung zulassen. Siehe auch Kapitel: Wohnen.

Die Innenstadt ist mit 6.296 Personen je km² der am dichtesten besiedelte Stadtteil der Hansestadt. Dem gegenüber steht Travemünde mit einer Bevölkerungsdichte von gerade mal 337 Personen je km².

Der Stadtbezirk 16 – Vorrade ist mit 33 Personen je km² der am wenigsten besiedelte Stadtbezirk. Die Innenstadt, welche als Gebietsgliederungseinheit sowohl den Stadtteilen, Stadtbezirken als auch Sozialbezirken zuzuordnen ist verbleibt in jeder der Gebietsgliederungen die am dichtesten besiedelte Einheit.

Der Sozialbezirk St. Jürgen Land ist mit 92 Personen je km² der am wenigsten dicht besiedelte Sozialbezirk.

 

1.2 Bevölkerungsentwicklung

Lübeck wächst langsam weiter. Zum 31.12.2024 lebten laut Melderegister 223.156 Personen in der Hansestadt.

 

Mehr Details und Methodik

Nachdem die Bevölkerung in Lübeck nach 1945 lange rückläufig war, hat sich dieser Trend in den vergangenen Jahren umgekehrt.

Seit 2010 wächst die Stadt langsam aber beständig, was vor allem auf Zuzüge aus Deutschland und dem Ausland zurückzuführen ist. Am 31.12.2024 hatte Lübeck laut Melderegister 223.156 Einwohner:innen – und damit 11.041 mehr als noch 15 Jahre zuvor. Die Bevölkerungsanzahl innerhalb der jeweiligen Stadtteile verblieb in diesem Zeitverlauf überwiegend stabil.

Einzig der Stadtteil St. Jürgen konnte in der Zeitspanne von 2000 bis 2024 ein nennenswertes Bevölkerungswachstum von 39.145 auf 45.993 Einwohner:innen verzeichnen. Der Anstieg begann in den frühen 2000er Jahren und erreichte seinen vorläufigen Höhepunkt 2016. Seitdem hält sich die Bevölkerungsanzahl auf einem vergleichbaren Niveau.

Zu dem Stadtteil St. Jürgen gehört u.A. der Stadt- und Sozialbezirk Strecknitz (siehe Kapitel 1.1.), welcher im selben Zeitraum ein vergleichbares Bevölkerungswachstum von ca. 8.400 zu 14.500 Einwohner:innen zu verzeichnen hatte. In diesem Zeitraum sind die Baugebiete Hochschulstadtteil, Bornkamp und Rothebek Teil 1 entstanden. Ebenfalls in diesen Zeitraum fällt der Beginn der Umsetzung des Baugebiets St. Hubertus (teilweise bereits realisiert). Eine ursächliche Rückführung des zu beobachtenden Bevölkerungswachstums auf die neu entstandenen Wohnquartiere kann als plausibel angesehen werden.

Das Bevölkerungswachstum ergibt sich dabei aus der Differenz von Anmeldungen (v.a. Geburten und Zuzüge) und Abmeldungen (Sterbefälle und Wegzüge). Darüber wie genau sich das Bevölkerungswachstum in Lübeck zwischen 2010 und 2024 zusammensetzte, informiert die kommunale Statistikstelle.

 

1.3 Altersstruktur

Zum Messen altersspezifischer Phänomene existieren eine Reihe an spezifischen Indikatoren. Die Gruppierung nach Altersgruppen ist ein gängiges Mittel zur Darstellung der Altersstruktur einer Stadt. In folgender Abbildung wird in 4 Gruppen unterschieden:

  • Jugend: Personen im Alter von 0 bis 19 Jahren.
  • Erwerbsalter: Personen im Alter von 20 bis 64 Jahren.
  • Ältere: Personen im Alter von 65 bis 84 Jahren.
  • Hochbetagte: Personen im Alter von 85 Jahren oder älter.

 

Den größten Anteil der Bevölkerung bilden mit knapp 60% die Personen im Erwerbsalter zwischen 20 und 64 Jahren. Mit Ausnahme der Hochbetagten, deren Anteil an der Bevölkerung seit dem Jahr 2017 um über 1 Prozentpunkt zugenommen hat, dies entspricht ca. 2500 Personen, verbleibt die absolute Anzahl der Personen je Personengruppe relativ stabil.

 

Mehr Details und Methodik

In Bezug auf die Altersstruktur gibt es ebenfalls eine Vielzahl an Indikatoren für spezifische soziale Phänomene. Hierzu zählen neben der Gruppierung nach Altersgruppen z.B. das Durchschnittsalter, das Modalalter oder das Medianalter einer Bevölkerung.

Das Durchschnittsalter

Eine der gängigsten Methoden ist die Berechnung des Durchschnitts einer Verteilung. Dadurch wird die zentrale Tendenz dieser Verteilung anhand von nur einem Mittelwert dargestellt. Komplexität und Diversität der Verteilung werden dabei auf ein Minimum reduziert – nämlich auf nur eine Maßzahl. Ein Mittelwert kann und soll die Realität daher nie vollumfänglich abbilden. Er liefert allenfalls einen Anhaltspunkt dafür, um welchen Wert herum eine oft heterogene Verteilung von vielen verschiedenen Einzelwerten liegt. Zudem sind die hier dargestellten Mittelwerte ausdrücklich nicht als Normwerte zu interpretieren: Ein statistischer Mittelwert ist kein Ausdruck gesellschaftlicher Normativität.

Im Zeitraum seit 2015 bis 2024 ist das Durchschnittsalter in der Hansestadt Lübeck von 44,19 auf 44,86 angestiegen. Für die Berechnung wurden ausschließlich ganzzählige – d.h. volle Lebensjahre zugrunde gelegt, wodurch das Durchschnittsalter leicht nach unten korrigiert wurde. Der grundsätzliche Trend hin zu einer alternden Bevölkerung bleibt weiterhin ersichtlich.

Der Stadtteil mit dem höchsten Durchschnittsalter in Höhe von 57,24 Lebensjahren ist Travemünde. Die Innenstadt ist mit einem Durchschnittsalter von 41,31 Lebensjahren der durchschnittlich jüngste Stadtteil.

Grundsätzlich besteht die Tendenz hin zu einer älterwerdenden Gesellschaft. Die Stadtteile Buntekuh und Moisling hingegen konnten sich seit 2015 geringfügig verjüngen. Auf Ebene der Stadtbezirke ist Vorrade mit einem Durchschnittsalter von 37,3 der jüngste Bezirk. Die Stadtbezirke 31 – 35, welche den Stadtteil Travemünde bilden, befinden sich alle im oberen Drittel des Rankings. Der Stadtbezirk Priwall sticht mit dem höchsten Durchschnittsalter von über 71 Lebensjahren hervor.

Das Medianalter

In diesem Zusammenhang weiterhin interessant ist das so genannte Medianalter. Das Medianalter ist das Lebensalter, das eine Bevölkerung in zwei gleich große Hälften teilt: 50 % sind jünger und 50 % älter als dieser Wert. Es ist eine wichtige Kennzahl, die die Alterung einer Bevölkerung beschreibt. Das Medianalter kann sich stark vom Durchschnittsalter unterscheiden, da es nicht durch Extremwerte verzerrt wird. Das Medianalter liegt derzeit bei 45 Jahren. Identisch zu der Berechnungsgrundlage des Durchschnittsalters, wurden auch beim Medianalter nur volle Lebensjahre berücksichtigt.

Der Stadtteil mit dem höchsten Medianalter von 62 Lebensjahren ist Travemünde. Die Innenstadt ist mit einem Medianalter von 38 Lebensjahren der jüngste Stadtteil.

Das Modalalter / Modaljahrgang

Der Modalwert ist derjenige Wert mit der größten Dichte, d.h. der häufigste Wert einer Häufigkeitsverteilung oder der Wert, mit der größten Wahrscheinlichkeit. In Bezug auf das Lebensalter ist der Modalwert dasjenige Alter, welches innerhalb einer Population am häufigsten vertreten ist. Für den gesamtstädtischen Bereich waren dies zum 31.12.2024 insgesamt 3651 Personen im Alter von 59 Jahren (Jahrgang 1965).

Das Modalalter je Stadtteil ist überwiegend vergleichbar hoch zwischen 57-63 Jahren. Nur die Stadtteile Innenstadt, St. Lorenz Süd und Buntekuh liegend deutlich unterhalb des gesamtstädtischen Modalalters. Der Stadtteil Moisling liegt mit einem Modalalter von 63 leicht oberhalb des gesamtstädtischen Modalalters.

 

 

Jugend

Im bisherigen Verlauf wurde die Alterskohorte Jugend für die Altersgruppen von 0 bis 19 Jahren gebildet, um die zentralen demografischen Entwicklungen in der Hansestadt für die vier Altersgruppen abbilden zu können. Welche Altersgruppen zu einer Kohorte zusammengezählt werden, ist im starken Maße vom jeweiligen Phänomen abhängig, welches beleuchtet werden soll. Letztlich ist immer die zentrale Frage, durch welche Merkmale eine Alterskohorte klassifiziert wird, um diese als Einheit zu betrachten. Im Folgenden wird zwischen der Alterskohorte Jugend für die Altersgruppen 0 bis 19 Jahre sowie der Alterskohorte junge Menschen für die Altersgruppen 15 bis 24 Jahre unterschieden. Die Altersgruppen bis etwa zwölf Jahre bilden zumeist eine eigene Kohorte Kindheit, welche bei der bisher verwendeten Altersspanne von 0 bis 19 inkludiert war und an dieser Stelle nicht näher beleuchtet wird.

Die Betrachtung der Lebensrealität der jungen Menschen ist dies Politisch-pädagogisch vor allem deshalb wichtig, weil sich in dieser Zeit die Ablösungsprozesse vom Elternhaus und der Aufbau eines eigenen Wertesystems vollziehen, einerseits jetzt zum Teil Verantwortung tragen und über Rechte verfügen (Ehereife, Wehrpflicht, Wahlrecht, Volljährigkeit), andererseits aber für die eigene Entwicklung noch einen gewissen Schutz beanspruchen (J.-Schutz, J.-Arbeitsschutz) und (elterliche) Unterstützung verlangen können (z. B. aufgrund langer Berufsausbildung, Studium). Mitte des Jahres 2025 berichtete das statistische Bundesamt darüber, dass der Anteil junger Menschen (15-24 Jahre) an der gesamt Bevölkerung Deutschlands ein historisches Tief erreicht hat.

Mit ca. 10% an der Gesamtbevölkerung konnte sich das Niveau junger Menschen die letzten 3 Jahre stabilisieren und ist nicht weiter gesunken. Die Altersstruktur und damit auch der Anteil junger Menschen unterscheidet sich auch regional. Die Stadtstaaten Bremen (11,1 %) und Hamburg (10,5 %) sowie das Flächenland Baden-Württemberg (10,5 %) hatten Ende 2024 den höchsten Anteil an 15- bis 24-Jährigen. Anteilig die wenigsten jungen Menschen lebten in Brandenburg (8,7 %), gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt (je 8,9 %). Die Hansestadt Lübeck wies zu diesem Stichtag einen Anteil von 10,5 Prozent junger Menschen auf. Womit die Hansestadt einen vergleichsweise hohen Anteil junger Menschen aufweist.

Auf Stadtteils-Ebene war der Anteil junger Menschen mit 6,02 Prozent in Travemünde am niedrigsten und am höchsten in der Innenstadt mit 13,57 Prozent.

Zum gleichen Zeitpunkt waren 16,7 Prozent der Lübecker:innen 19 Jahre oder jünger. Am niedrigsten war der Anteil junger Menschen mit 9,66 Prozent in Travemünde und am höchsten in Buntekuh mit 22,81 Prozent.

Auf Ebene der Sozialbezirke wies der Bezirk Strecknitz die höchste Quote mit 15,28 Prozent für die 15-24-jährigen aus. Für die Alterskohorte der bis einschließlich 19-jährigen weist der Sozialbezirk Groß Steinrade die höchste Quote von 23,35 Prozent zur Bevölkerung aus.

Es besteht eine zum Teil sehr stark variierende Schwankungsbreite - sowohl innerhalb der jeweiligen Bevölkerung der Sozialbezirke (3795 – 27670 Personen) als auch innerhalb der jeweiligen Alterskohorte je Sozialbezirk. Somit sind die gebildeten Quoten nur im Zusammenhang mit der tatsächlichen Einwohneranzahl je Sozialbezirk aussagekräftig. Die kleinste Anzahl mit 337 jungen Menschen im Alter von 15-24 Jahren leben im Sozialbezirk St. Jürgen Land. Die größte Anzahl mit 2708 jungen Menschen im Alter von 15-24 Jahren leben im Sozialbezirk Hüxtertor. Die größte Anzahl mit 4147 junger Menschen in der Alterskohorte der 0-19 Jahren lebt ebenfalls im Sozialbezirk Hüxtertor. Die kleinste Anzahl mit 745 junger Menschen lebt im Sozialbezirk Herrenwyk.

 

 

Erwerbsalter

Im bisherigen Verlauf wurde die Alterskohorte Erwerbsalter für die Altersgruppen 20 bis 64 Jahre gebildet. Zum 31.12.2024 lebten insgesamt 133.616 Personen im Alter zwischen 20 bis 64 in der Hansestadt. Dies entspricht einen Anteil an der Gesamtbevölkerung von knapp 60 Prozent.

Die Stadtteile St. Jürgen, St. Lorenz Süd und St. Lorenz Nord konnten in der Zeitspanne zwischen 1985 und 2024 jeweils einen relevanten Zuwachs an Menschen im Erwerbsalter in Höhe von 2.200 – 2.500 Personen verzeichnen, während innerhalb der übrigen Stadtteile die Anzahl an Menschen im Erwerbsalter überwiegend stabil oder rückläufig waren.

Wie auf der Seite „Anteil“ erkennbar hat sich im Laufe der 39 abgebildeten Jahre der Anteil dieser Alterskohorte je Stadtteil von einen vergleichbaren Ausgangswert zwischen 59 – 67 Prozent im Jahr 1985 sich immer weiter ausdifferenziert, sodass im Jahr 2024 eine Schwankungsbreite zwischen den Stadtteilen von 45,5 – 72 Prozent besteht.

Nahezu identisch verhält es sich auf der Gebietsgliederungseinheit der Sozialbezirke. Die meisten Menschen im Erwerbsalter leben mit 16.853 Personen im Bezirk Hüxtertor. Dem gegenüber leben im Bezirk St. Jürgen Land gerade mal 2217 Personen in dieser Altersgruppe. Auch auf Ebene der Sozialbezirke besteht eine Schwankungsbreite zwischen 45,5  – 72 Prozent der Menschen im Erwerbsalter.

Auf Ebene der Stadtbezirke verhält es sich überwiegend vergleichbar. Einzig der Stadtbezirk Priwall sticht mit einer Anzahl von gerade mal 377 Menschen im Alter von 20-64 Jahren bei einer Gesamtbevölkerung von 1436 Menschen heraus. Dies entspricht einem Anteil von 26,25 Prozent, womit der Anteil der Bevölkerung im Erwerbsalter auf dem Priwall deutlich unterhalb des gesamtstädtisches Durchschnittes liegt.

 

 

Ältere

Stadtweit waren zum 30.06.2025 19,17 Prozent der Einwohner:innen 65-84 Jahre alt. Weitere 4,25 Prozent waren 85 Jahre oder älter. Womit 23,42 Prozent der Einwohner:innen 65 Jahre oder älter waren.

Auf Ebene der Sozialbezirke leben in der Innenstadt mit 15 Prozent der geringste Anteil der 65-jährigen und Älteren.

In Travemünde waren es hingegen 43,2 Prozent der Einwohner:innen. Dieser vergleichsweise hohe Anteil ist nur zum Teil auf das Vorhandensein von Senior:innenheimen zurückzuführen. Ergänzt durch eine weit unterdurchschnittliche Quote der unter-18-Jährigen nimmt Travemünde damit innerstädtisch eine Sonderrolle ein.

Eine Gruppierung nach Altersgruppen ist immer in Hinblick auf ein spezifisches Phänomen vorzunehmen. Die zunehmende Zahl älterer Menschen in Deutschland ist ein wichtiger Faktor im demografischen Wandel. Ergebnisse der Bevölkerungsfortschreibung zeigen, dass die Zahl der 65-Jährigen und Älteren seit 1991 von 12,0 Millionen auf 19,0 Millionen im Jahr 2024 deutlich gestiegen ist. Da jüngere Geburtsjahrgänge zugleich sinkende Personenzahlen aufweisen, stellen die ab 65-Jährigen im Zeitverlauf auch einen immer größeren Anteil an der Gesamtbevölkerung. Er stieg von 15 % im Jahr 1991 auf 23 % im Jahr 2024.

Im gleichen Zeitraum hat sich innerhalb der Hansestadt Lübeck eine vergleichbare Entwicklung vollzogen. Die Zahl der 65-jährigen und Älteren ist seit 1991 von 41.600 auf 51.900 im Jahr 2024 deutlich gestiegen.

Die Personengruppe im Alter von 65 Jahren oder älter ist im selben Zeitraum um 1948 Personen angewachsen. Dies entspricht einer Steigerungsrate von 3,88 Prozentpunkten seit dem Jahr 2017.

Mit diesem Anstieg der älteren Bevölkerung verändern sich auch die Bedarfe innerhalb der Gesellschaft. Etwaige Interpretationen über Bedarfe und Folgen der zunehmenden Alterung sind jedoch stets mit enormer Sorgfalt vorzunehmen, um keine Altersdiskriminierungen zu reproduzieren. Diesbezüglich erscheint es fachlich sinnvoll die Alterskohorte der Älteren auf die Altersgruppen von 65-84 Jahre zu begrenzen und die über 84 Jahre alte Bevölkerung als eine eigene Alterskohorte zu betrachten. Hierdurch verdeutlicht sich, dass die Anzahl der Einwohner:innen im Alter von 65-84 zuletzt leicht rückläufig war – und sich seit den kontinuierlichen Anstieg zwischen den Jahren 1999 bis 2009 auf einen vergleichbaren Niveau gehalten hat.

 

 

Hochbetagte

Die gängigste Definition setzt die Hochbetagten ab dem 80ten Lebensjahr an. Die Hochaltrigkeit ist in der Regel dadurch gekennzeichnet, dass eine zunehmende Einschränkung der Selbstständigkeit, erhöhte Pflegebedürftigkeit und eine höhere Anfälligkeit für chronische Krankheiten besteht. Für die hier angestrebten Analysen wurde ein leicht angehobenes Alter gewählt, um eine Vergleichbarkeit mit bundesweiten Statistiken gewährleisten zu können. Es ist davon auszugehen, dass dieser Teil der Bevölkerung in den kommenden Jahrzenten einen zunehmend größer werdenden Anteil bilden wird. Der Anteil dieser Bevölkerungsgruppe an der Gesamtbevölkerung ist seit 2017 um ca. 1,13 Prozent gestiegen, dies entspricht 2.600 Personen.

Der vom Jahr 2017 aus bestehende Zuwachs an Hochbetagten in Höhe von 2.600 Personen entspricht einer Steigerungsrate von knapp 38 Prozent. Die Altersgruppe der 65-84-jährigen hat eine geringfügige Reduzierung von 1,5 Prozent erfahren, dies entspricht 652 Personen weniger als noch im Jahr 2017.

Die addierten Altersgruppen der Älteren (65-84 Jahre) und Hochbetagten (85 Jahre und älter) sind zum Stichtag am 30.06.2025 auf insgesamt 52.185 Personen angewachsen. Dieser Zuwachs ist überwiegend durch eine wachsende Anzahl an Einwohner:innen im Alter von 85 oder älter begründet. Die Altersgruppe der 65-84-jährigen ist im selben Zeitraum um 652 Personen geschrumpft.

 

1.4 Geschlecht 

Das Geschlechterverhältnis gleicht sich langsam an. 1984 lebten in der Hansestadt 101.784 Männer und 116.976 Frauen, dies entsprach einem Verhältnis von 46,53 zu 53,53 Prozent.

40 Jahre später verzeichnet das Melderegister 108.064 Männer und 115.092 Frauen. Dies entspricht einem Verhältnis von 48,43 zu 51,57 Prozent.

 

Mehr Details und Methodik

Während das Geschlechterverhältnis in der Jugend sowie im Erwerbsalter noch überwiegend vergleichbar ist, steigt der Frauenanteil innerhalb der Altersgruppen der Älteren und Hochbetagten. So besteht für die Altersgruppe der über 85-jährigen ein Verhältnis von 64,18 zu 35,82 Prozent.

Weitere geschlechtsspezifische Indikatoren finden sie innerhalb der jeweiligen Themenseiten, sowie im Gender-Monitoring-Bericht, welcher zuletzt 2018 durch das Frauenbüro veröffentlicht wurde.

Weitere Daten, Zahlen und Fakten zu Gleichstellungsindikatoren auf Bundesebene finden sie ebenfalls beim statistischen Bundesamt

 

1.5 Migration

Die Zahl der Menschen mit einer ausländischen Staatsbürgerschaft in Lübeck wächst. Zum 31.12.2024 hatten etwa 32.480 Personen – und damit 14,6 Prozent aller Einwohner:innen – keine deutsche Staatsangehörigkeit.

Gezählt werden im Folgenden nur Personen, die ausschließlich eine ausländische und daneben keine deutsche Staatsangehörigkeit besitzen.

 

Mehr Details und Methodik

Nach Nationalitäten gruppiert sind Ausländer:innen mit türkischer Staatsangehörigkeit am häufigsten vertreten. Zum 31.12.2024 lebten in Lübeck 4.343 Türk:innen. Die zweitgrößte Gruppe bildeten 3.411 Ukrainer:innen, knapp gefolgt von 3.274 Syrer:innen.

Die Auflistung repräsentiert ca. 2/3 aller in Lübeck wohnenden Menschen mit nicht deutscher Staatsangehörigkeit. Zum 31.12.2024 waren neben der deutschen, noch 157 weitere Nationen Staatsangehörigkeiten vertreten.

 

2. Demografischer Wandel / Trends

 

Was ist das?

In Deutschland ist der demografische Wandel dadurch gekennzeichnet, dass seit Anfang der 1970er-Jahre die Geburtenrate niedriger ist als die Sterberate, weshalb die Bevölkerungszahl ohne Zuwanderung sinken würde. Ein weiteres Kennzeichen ist die höhere Lebenserwartung der Bevölkerung, was bei zurückgehender Geburtenrate zu einem größeren Anteil der älteren Bevölkerung im Vergleich zum Anteil der jüngeren Bevölkerung führt.

Die Alterung der Bevölkerung, deren wachsende Vielfalt und das Nebeneinander von Wachstum und Bevölkerungsverlust einzelner Regionen sind die zentralen Merkmale des demografischen Wandels in Deutschland. Wie sich die Bevölkerungszahl zukünftig entwickeln wird, ist auch vor dem Hintergrund des Migrationsgeschehens nicht abschließend einzuschätzen. Trotz dieser Unwägbarkeiten hat sich die Kommunale Statistikstelle der Aufgabe gestellt und zum 31.03.2025 erneut eine qualifizierte Bevölkerungsprognose für die Jahre 2025 – 2045 veröffentlicht. Diese finden Sie hier.

 

Die Generation, welche zwischen den Jahren 1946 - 1964 geboren wurde, wird aufgrund ihrer Geburtenstärke auch Babyboomer-Generation genannt. Die Herausforderungen durch den demografischen Wandel haben seit 2020 mit dem Ausscheiden der geburtenstarken Jahrgänge (sog. Babyboomer) aus dem Erwerbsleben weiter zugenommen.

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung bezeichnet die gegenwärtige und künftige Entwicklung als „akute Phase der demografischen Alterung“. „Mit dem Renteneintritt der Babyboomer unter dem geltenden Recht droht ein sinkendes Sicherungsniveau gesetzlicher Renten bei stark steigenden Beitragssätzen“ (Sachverständigenrat, 2023, hier: Seite 285).

 

Mehr Details und Methodik

Bezüglich des aktuell drohenden sinkenden Rentenniveaus wird zur Veranschaulichung häufig der sogenannte Altenquotient herangezogen. Der Altenquotient ist eine statistische Maßzahl. Er bezeichnet das Verhältnis von Zahl der Personen in der Bevölkerung, die älter sind als die Regelaltersgrenze, zu je 100 der Bevölkerung im Erwerbsalter.

Der Altenquotient spiegelt das jeweilige quantitative Verhältnis der Bevölkerung im nichterwerbsfähigen Alter (Zähler) zur Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter (Nenner) wider. Der Altenquotient für Deutschland lag im Jahr 1993 noch bei 23 Prozent und stieg zum Jahresende 2024 auf über 38 Prozent. Der für die Hansestadt Lübeck gebildete Altenquotient lag im Jahr 1993 bereits über 30 Prozent und stieg zum Jahresende 2024 ebenfalls auf über 38 Prozent. Die Phase der relativen Alterung in der Hansestadt Lübeck erreichte im Jahr 2009 ihren Höhepunkt und stabilisierte sich in den folgenden Jahren. Auch auf gesamtdeutscher Ebene ist im Jahr 2009 ein vorläufiger Höhepunkt zu beobachten, wobei sich anschließend die Phase der relativen Alterung weiter fortsetzt.  

Die Menschen welche in absoluten Zahlen gemessen den größten Jahrgang der Babyboomer-Generation bilden, sind zum Jahresende 2025 61 Jahre alt geworden. Hieraus erklärt sich der vom Umfang her größte Zugewinn in Höhe von 4.175 Personen in der Altersgruppe der 60-64-jährigen. Zwischen den Jahren 2017 bis 2025, ist diese Altersgruppe um 31 Prozent angewachsen.

Die Herausforderungen durch den demografischen Wandel haben seit 2020 mit dem Ausscheiden der geburtenstarken Jahrgänge (sog. Babyboomer) aus dem Erwerbsleben weiter zugenommen. Da die nachfolgenden Generationen zahlenmäßig kleiner sind als die Babyboomer, werden künftig weniger Menschen dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Die Zahl der potenziell Einzahlenden in die sozialen Sicherungssysteme wird dadurch abnehmen, während die Zahl der potenziellen Empfängerinnen und Empfänger von Renten und Pensionen steigen wird. In den kommenden Jahrzehnten wird außerdem eine Zunahme der Zahl der Pflegebedürftigen erwartet, die mit dem steigenden Alter der Babyboomer und dem Anstieg der Lebenserwartung verbunden ist (Statistisches Bundesamt, 2022a; Statistisches Bundesamt, 2023a). Dies wird die Nachfrage nach Pflegekräften ebenso steigen lassen wie die Kranken- und Pflegekosten. Im lübecker Pflegebedarfsplan vom April 2020 wird eine Zunahme der Pflegebedürftigkeit aufgrund der Änderungen in der Altersstruktur von 2017 bis 2030 in Höhe von 8.6% erwartet. Dies entspräche 9.256 pflegebedürftigen Personen zum Ende des Jahrzehnts.

Bis zum Jahr 2045 wird für die Hansestadt Lübeck folgende Bevölkerungsprognose (vgl. Kommunale Statistikstelle, 2025) angegeben:

Diese bestätigt die Prognosen auf Bundesebene, nach denen die Zahl der potenziellen Empfängerinnen und Empfänger von Renten und Pensionen (ab 67 Jahren) steigen wird.

 

3. Quellen

Kommunale Statistikstelle, 2025: Statistische Nachrichten Nr. 64 – Bevölkerungsprognose 2025-45

Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen, 2023: Jahresgutachten 23-24

Alle Daten stammen – wenn nicht anders benannt – von der Kommunalen Statistikstelle der Hansestadt Lübeck (Basis Melderegister).

4. Weiterführende Informationen

Viele weitere Informationen zur Bevölkerungsentwicklung Lübecks erhalten Sie auf der Webpräsenz der Kommunalen Statistikstelle.

Das könnte Sie auch interessieren