Lübecker Altstadtinsel
Copyright Europäisches Hansemuseum
Vom 25. bis 28. Mai 2026 lädt der Hansische Geschichtsverein (HGV) zu seiner 141. Pfingsttagung ins Europäische Hansemuseum nach Lübeck ein. Unter dem Titel „Macht verhandeln, Geschichte erinnern“ richtet die Tagung den Blick auf die politische, kulturelle und erinnerungsgeschichtliche Dimension der Hanse und auf die Frage, wie Macht im hansischen Raum ausgeübt, darüber erzählt und bis in die Gegenwart hineingedeutet wurde.
Im Zentrum stehen zehn wissenschaftliche Vorträge. Einer davon stammt von Prof. Dr. Oliver Auge (Kiel) und fragt: „Wäre die Hanse ohne Lübeck denkbar gewesen?“. Anlass ist das 800-jährige Jubiläum des Lübecker Reichsfreiheitsbriefs. Der Vortrag beleuchtet die herausragende Rolle Lübecks für Entstehung, Organisation und Selbstverständnis der Hanse neu. Nicht als historische Selbstverständlichkeit, sondern als Ergebnis politischer und wirtschaftlicher Aushandlungsprozesse. Darüber hinaus widmet sich die Tagung den Mechanismen hansischer Erinnerungskultur: Wie entstehen historische Narrative? Wer prägt sie? Und welche Perspektiven geraten dabei aus dem Blick? Diese Fragen diskutieren Wissenschaftler:innen ebenso wie Vertreter:innen aus Politik, Kultur und Öffentlichkeit.
Die Tagung steht allen Interessierten offen; eine Mitgliedschaft im Hansischen Geschichtsverein ist nicht erforderlich. Ein kulturelles Begleitprogramm ergänzt die wissenschaftlichen Veranstaltungen. Neben den Vorträgen umfasst das Programm Stadtführungen, Workshops und Formate wie „Hidden Places“ oder Citizen Science, die neue Zugänge zur Stadt- und Hansegeschichte eröffnen sollen.
Einen besonderen Akzent setzt das Eröffnungskonzert am Pfingstmontag, 25. Mai 2026, um 17 Uhr in der Lübecker Kirche St. Jakobi. Das Europäische HanseEnsemble präsentiert Musik aus dem 17. Jahrhundert und lässt die Klangwelten der Renaissancezeit wiederaufleben. Das Konzert verdeutlicht die enge Verbindung von Handel und Kultur in der späten Hansezeit sowie die Entstehung einer einzigartigen musikalischen Landschaft im Ostseeraum. Am Dienstagabend empfängt Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau die Teilnehmenden im Rathaus der Hansestadt.
Die Pfingsttagung ist zugleich Teil der Feierlichkeiten zum 800-jährigen Jubiläum des Lübecker Reichsfreiheitsbriefs, der als Symbol städtischer Autonomie bis heute nachwirkt. Lübeck wird damit erneut zu einem zentralen Ort hansischer Geschichtsforschung; zuletzt war die Tagung 2014 hier zu Gast. Der Hansische Geschichtsverein mit Sitz in Lübeck wurde 1870 gegründet und zählt zu den wichtigen Institutionen der Hanseforschung. Er vernetzt Wissenschaft, Öffentlichkeit und historisch Interessierte, fördert Forschungen zur Geschichte der Hanse und ihrer Städte und vermittelt deren Bedeutung für die europäische Kulturgeschichte. Die Jahrestagungen finden jedes Jahr zu Pfingsten in einer anderen Hansestadt statt. Seit 2015 kooperiert der Verein eng mit dem Europäischen Hansemuseum. Dass in diesem Jahr das Europäische Hansemuseum als Tagungsort gewählt wurde, passt gut zum thematischen Fokus der Tagung: Museen eröffnen Räume, in denen Erkenntnisse aus der Vergangenheit vermittelt und für Gegenwart und Zukunft fruchtbar gemacht werden können. So verbindet sich der Blick zurück stets mit der Perspektive nach vorn.
Weitere Informationen zum Vortragsprogramm und zur Anmeldung: www.hansischergeschichtsverein.de/pfingsttagung-2026-luebeck +++
Quelle: Europäisches Hansemuseum
