Veröffentlicht am 31.03.2026

Welterbe- und Gestaltungsbeirat berät Vorhaben an der Holstenstraße

Welterbe- und Gestaltungsbeirat der Hansestadt Lübeck tagte am 12. und 13. März 2026

Das Lübecker Holstentor mit Salzspeichern

Am 12. und 13. März 2026 tagte der Welterbe- und Gestaltungsbeirat turnusgemäß öffentlich in Lübeck. Angekündigt waren auf der Tagesordnung zwei Planungen in der Holstenstraße. Im Mittelpunkt der Sitzung standen aktuelle Bauvorhaben in der Holstenstraße sowie eine zusätzliche Beratung zur Umplanung des Mühlentorknotens.

Die Veranstaltung im Foyer des Bereichs Stadtplanung und Bauordnung war sehr gut besucht und stieß auf großes öffentliches Interesse.

Zu Beginn der Sitzung wurde der Beiratsvorsitzende Bertel Bruun offiziell aus dem Beirat verabschiedet. Er habe, so die Bausenatorin Joanna Hagen, über viele Jahre hinweg mit Fachkunde, Freundlichkeit und seiner dänischen Mentalität die Belange im Welterbe- und Gestaltungsbeirat hervorragend vertreten. Nach einem herzlichen Abschied wurde mit Prof. Ariane Röntz ein neues Mitglied begrüßt, das künftig ebenso den fachlichen Schwerpunkt Landschaftsarchitektur im Gremium vertritt.

Auf Wunsch des Beirats wurde vor der Beratung der anstehenden Tagesordnungspunkte die aktuelle Diskussion zur Umplanung des Mühlentorkreisverkehrs aufgegriffen. Das hiesige Architekturforum e.V. und die Ortsgruppe des BDA (Bund Deutscher Architekten) ging im Vorfeld der Sitzung mit diesem Thema direkt auf den Beirat zu. Dieser sprach sich in der öffentlichen Sitzung für den städtebaulichen, freiraumplanerischen und historischen Wert des Lübecker Kreisverkehrs aus und appellierte an die Hansestadt Lübeck, die anstehenden Planungen fachübergreifend zu betrachten.

Im Anschluss befasste sich der Beirat mit zwei Bauvorhaben in der Holstenstraße. Für das Grundstück Holstenstraße 21 wurden verschiedene Entwürfe von dem Architekten Ivan Peter Chlumský zur Schließung einer seit dem Zweiten Weltkrieg bestehenden Baulücke vorgestellt. Geplant ist eine Kombination aus gewerblicher Nutzung im Erdgeschoss und Wohnraum in den oberen Etagen. Den größten Zuspruch fand ein Entwurf, der die unterschiedlichen Gebäudehöhen der Umgebung stufenweise aufnimmt und miteinander verbindet. Die Planungen zur Fassade sollen weiter ausgearbeitet und in einer der kommenden Sitzungen erneut vorgestellt werden. 

Auch für das Areal Holstenstraße 25 bis 33 wurde eine neue Planung der Arbeitsgemeinschaft der Architekturbüros Riemann Gesellschaft von Architekten mit Hubschmitz Architekten präsentiert, die einen Teil des Bestandes in ein neues städtebauliches Konzept integriert. 

Vorgesehen sind Ladenflächen im Erdgeschoss sowie studentisches Wohnen in den oberen Geschossen. Der Entwurf greift die unterschiedlichen städtebaulichen Strukturen der Umgebung auf, indem er zur Holstenstraße hin eine dichtere Bebauung vorsieht und zu den angrenzenden Straßen hin auflockert. Der Beirat diskutierte anhand verschiedener Varianten unter anderem die Potentiale der entstehenden Höfe sowie trauf- und giebelständige Lösungen. Auch dieses Vorhaben wird nach der vertiefenden Planung erneut dem Welterbe- und Gestaltungsbeirat vorgestellt.

Die nächste öffentliche Sitzung des Welterbe- und Gestaltungsbeirates ist für den 11. und 12. Juni 2026 vorgesehen. Die Hansestadt Lübeck wird hierzu über die Presse und die Webseite informieren: www.luebeck.de/gestaltungsbeirat.