Veröffentlicht am 09.03.2026

FFBQ: Lübeck fordert leistungsfähige Hinterlandanbindung

Gutachten prognostiziert deutlichen Zuwachs der Verkehre – 4-gleisiger Ausbau notwendig

Fabian Zick von der TU Braunschweig stellte das Gutachten vor

Im Rahmen einer Informationsveranstaltung Ende Februar 2026 im Lübecker Rathaus wurde das Gutachten der TU Braunschweig zum „Bahnknoten Lübeck – Herausforderungen und Potenziale“ vor dem Hintergrund der Festen Fehmarnbeltquerung (FFBQ) vorgestellt.

Senatorin Joanna Hagen, die zur Veranstaltung eingeladen hatte, betonte: „Aus Sicht der Hansestadt Lübeck ist es erforderlich, die Bahnkapazitäten insbesondere im innerstädtischen Bereich zukunftsfähig zu gestalten. Daher halten wir eine 4-Gleisigkeit zwischen Lübeck Hauptbahnhof und Schwartau Waldhalle für dringend geboten.“ Sie machte deutlich, dass die Hansestadt Lübeck voll umfassend hinter der FFBQ stehe, die ein enormes wirtschaftliches Potential, zahlreiche Entwicklungschancen und einen weiteren Schritt zu klimafreundlichen Verkehren bietet. „Dafür muss die Hinterlandanbindung aber mit einer leistungsfähigen Infrastruktur ausgestattet werden, um ihrer internationalen Bedeutung auf dem Scan-Med Corridor gerecht werden zu können und die Potentiale zu heben.“

Verlässliche Erreichbarkeit des Port of Lübeck gewährleisten

Eine wichtige Aufgabe des Hafenentwicklungsplans 2030 ist es, die verlässliche Erreichbarkeit des Port of Lübeck über die Hinterlandanbindungen gewährleisten zu können. Mit der Festen Fehmarnbeltquerung (FFBQ) wird gemäß der Verkehrsprognosen eine Zunahme des Schienengüterverkehrs auf der Strecke Hamburg-Puttgarden erwartet. Um die Kapazitäten auf dem Streckenabschnitt Hauptbahnhof Lübeck – Abzweig Schwartau Waldhalle entsprechend bewerten zu können, wurde die TU Braunschweig durch die Lübeck Port Authority mit einem Gutachten beauftragt. Das Gutachten betrachtete dabei die zu erwartende Entwicklung der Verkehre auf dem entsprechenden Streckenabschnitt nach Fertigstellung der FFBQ. Somit wurde die Gesamtheit der Verkehre aus Schienenpersonenfernverkehr, Schienenpersonennahverkehr und Schienengüterverkehr betrachtet.

Erstellte Prognosen zeigen einen deutlichen Zuwachs der Verkehre und damit auch die Notwendigkeit wachsender Kapazitäten auf diesem Streckenabschnitt. Das Gutachten zeigt eindeutig, dass die derzeit geplanten Kapazitäten nicht ausreichen werden, um die Verkehrsmengen in dem Abschnitt gesichert abwickeln zu können. Aus Sicht der Gutachter beinhaltet die aktuelle Planung das eindeutige Risiko, bereits am Tag der Eröffnung einen Kapazitätsengpass erzeugt zu haben.

 

Die Präsentation der Gutachtenergebnisse durch die Experten der TU Braunschweig wurde eingerahmt von einer Darstellung der Herausforderung und Anforderungen der Hansestadt Lübeck an die Entwicklung der Schieneninfrastruktur, vorgetragen vom Verkehrswendebeauftragten Lübecks.

Die anschließende Diskussion zeigte deutlich das Interesse der Teilnehmenden. Dabei wurde nicht nur die regionale Bedeutung, sondern insbesondere auch die europäische Dimension einer Leistungsfähigen und resilienten Hinterlandanbindung der FFBQ betont.

Geladene Gäste waren unter anderem Vertreter:innen des Landes, der DB AG, der DB InfraGo, des Regio-S-Bahn-Netzwerks, der Lübecker Bürgerschaft, Bürgermeister: innen der umliegenden Städte und Gemeinde, die IHK zu Lübeck sowie weitere interessierte Gruppen und Interessenvertreter: innen.

Im weiteren Projetfortschritt wird sich die Hansestadt für eine leistungsfähige Hinterlandanbindung bei den verantwortlichen Stellen in Bund und Land einsetzen.

Für weitergehende Informationen ist das Gutachten unter www.luebeck.de/fbq abrufbar.

+++