Ass. Professor für mittelalterliche Geschichte an der Universität Kopenhagen, Dr. Carsten Jahnke
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Am 27. Januar 2026, um 19.30 Uhr, im Großen Saal der GEMEINNÜTZIGEN, Königstraße 5, hält der Ass. Professor für mittelalterliche Geschichte an der Universität Kopenhagen, Dr. Carsten Jahnke, einen Dienstagsvortrag im Stadtdiskurs. Thema ist der „Pferdehandel in Lübeck im Mittelalter“.
Lübeck ist für vieles berühmt, nicht aber für seine Rolle im Viehhandel. Doch war die Travestadt im Mittelalter eines der Zentren des europäischen Pferdehandels. Von hier aus wurden die Tiere bis nach Italien und Frankreich verkauft, wobei in der Burgstraße und auf dem Klingenberg/ Pferdemarkt jedes Jahr um die tausend Pferde gehandelt wurden. Der Vortrag zeigt die Handelswege dieser Tiere auf, präsentiert die Kaufleute und kann (hoffentlich) auch Antworten darauf geben, welche Einrichtungen in der Stadt vorhanden waren, um die Tiere zu versorgen.
Da jedes Tier mindestens 10 kg Heu und 3 kg Hafer und mindestens 10 l Wasser pro Tag benötigte, stellt sich die Frage, wie diese Versorgung in der Stadt gesichert wurde. Gab es eine Pferdeschwemme in der Stadt? Weiss man etwas über die Entsorgung des entstehenden Abfalls? Wir ist die Rolle des Pferdehandels für die Stadtwirtschaft zu bewerten? Diese und andere Fragen werden zur Zeit in einem Forschungsprojekt untersucht, aus dem hier erste Ergebnisse vorgestellt werden sollen.
Carsten Jahnke ist Associate Professor für mittelalterliche Geschichte an der Universität Kopenhagen und Kenner der nordeuropäischen Handels- sowie der lübischen Geschichte. Seine Promotion unter dem Titel „Heringsfang und -handel im Ostseeraum des Mittelalters“ entstand größtenteils im Archiv der Hansestadt Lübeck und wurde in Kiel betreut. Carsten Jahnke studierte von 1989 - 1998 an der Universität Kiel. Er habilitierte sich 2004 an der Universität Kiel mit der Arbeit „Netzwerke in Handel und Kommunikation an der Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert am Beispiel zweier Revaler Kaufleute“.
Der Vortrag findet anstelle des ursprünglich geplanten Stadtdiskurses "Quo vadis, Archäologie und Denkmalpflege?” statt, der leider entfällt. +++
Quelle: DIE GEMEINNÜTZIGE
