Die Grenzdokumentations-Stätte Lübeck-Schlutup
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Zuletzt war es noch ruhig in der Grenzdokumentations-Stätte Lübeck-Schlutup (GDS), denn die umfassenden Inventarisierungsarbeiten der bestehenden Sammlung und Interviews mit Zeitzeug:innen geschahen im Hintergrund. Ab Anfang Februar 2026 können sich Besucher:innen aber nun auf die erste Sonderausstellung als Teil eines vielfältigen Veranstaltungsprogramms für die neue Saison freuen. Vom 5. Februar bis zum 5. März 2026 wird die Ausstellung der Bundesstiftung Aufarbeitung „Frauen im geteilten Deutschland“ gezeigt – ermöglicht durch die Kooperation des Kulturbüros der Hansestadt Lübeck mit dem Frauenbüro der Hansestadt und der Gleichstellungsbeauftragten der Hansestadt Wismar, Petra Steffan. Die Eröffnung der Ausstellung findet am 5. Februar 2026 um 18 Uhr statt, begleitet von Kuratorin der Ausstellung, Clara Marz von der Bundesstiftung Aufarbeitung.
Von 2004 bis Ende 2024 betrieb der gemeinnützige Verein Grenzdokumentationsstätte Lübeck-Schlutup e.V. die Grenzdokumentations-Stätte (GDS) in der Mecklenburger Straße 12 als Ort der Erinnerung. Auf Wunsch des Vereins hin endete diese Zuständigkeit zum Jahresbeginn 2025 – seither hat die Hansestadt Lübeck die Koordination der Einrichtung übernommen. Bereits im Juni 2024 wurde die Sammlung des Vereins an die Stadt übergeben, was den Transformationsprozess der GDS einläutete. Im Rahmen dieses Prozesses öffneten die ehrenamtlichen Mitglieder des Vereins bis Ende 2025 den Erinnerungsort weiterhin regelmäßig an den Wochenenden für Besucher:innen, und boten Führungen durch Zeitzeug:innen an. Nun beendete der Verein auf eigene Initiative seine Arbeit an diesem Ort.
„Wir möchten dem Grenzdokumentationsstätte Lübeck-Schlutup e.V. und seinen Mitgliedern für die jahrelange ehrenamtliche Arbeit danken. Mit großer Hingabe hat sich der Verein dafür eingesetzt, die Erinnerung an die deutsche Teilung und die Wiedervereinigung lebendig zu halten. Dank ihrer Arbeit wurde dieser historische Ort erhalten und überregional bekannt“, so Monika Frank, Senatorin für Kultur und Bildung der Hansestadt Lübeck.
Begleitveranstaltungen und weitere Programmhighlights
Im Rahmen der Sonderausstellung „Frauen im geteilten Deutschland“ sind verschiedene Begleitveranstaltungen in der Grenzdokumentations-Stätte geplant. So wird am 19. Februar 2026 wird ab 18 Uhr den Film „Die Unbeugsamen II – Guten Morgen, Ihr Schönen!“ gezeigt. Des Weiteren findet am 5. März 2026 um 18 Uhr ein Erzählsalon zu dem Thema „Ost.West.Frau“ mit einem Beitrag von Silke Meyer, Leiterin des Evangelischen Frauenwerks Lübeck-Lauenburg, statt.
„Wir freuen uns sehr auf die Einblicke, die in Zukunft an diesem Ort ermöglicht werden“, erklärt Silvia Kannegießer, Projektkoordinatorin bei der Hansestadt Lübeck für die Grenzdokumentations-Stätte Lübeck-Schlutup. „Einige dieser zu erzählenden Geschichten sollen eine neue Perspektive auf das Geschehene ermöglichen, andere wiederum sind es wert, mahnend wieder und wieder erzählt zu werden.“
In der Zeit vom 16. April 2026 bis zum 14. Oktober 2026 wird die Ausstellung der Metropolregion Hamburg „Gewachsen. Geteilt. Geeint. Grenzgeschichte(n) aus der ehemaligen innerdeutschen Grenzregion“ präsentiert, in der auch Zeitzeug:innen-Interviews von Mitgliedern des Vereins der Grenzdokumentations-Stätte Lübeck-Schlutup e.V. zu sehen sein werden. Die Ausstellung ist aus dem Leitprojekt Grenzgeschichte(n) der Metropolregion Hamburg erwachsen, an dem auch die Hansestadt Lübeck mit sechs weiteren Kommunen mitgearbeitet hat. Die Öffnungszeiten für beide Ausstellungen und das weitere Veranstaltungsprogramm werden ab Ende Januar 2026 auf der Website www.grenze-luebeck.de bekannt gegeben.
Umfassende Inventarisierungsarbeiten und Neukonzeption der bestehenden Sammlung
Im vergangenen Jahr wurden in der GDS umfangreiche Inventarisierungsarbeiten durchgeführt, die nun kurz vor dem Abschluss stehen. Insgesamt wurden mit Hilfe einer finanziellen Förderung durch das Land Schleswig-Holstein rund 3.400 Sammlungsobjekte und Exponate dokumentiert, digitalisiert sowie historisch eingeordnet und fachgerecht eingelagert. Das Ziel dieser Arbeiten ist es, die Grundlagen für eine Neukonzeption einer zukünftigen Ausstellung zum ehemaligen Grenzgebiet zu schaffen. Der gesamte Transformationsprozess des Erinnerungsortes wird von der Possehl-Stiftung finanziell unterstützt. Die Hansestadt Lübeck bringt sich mit Personal und Sachmitteln ein.
Der Lübecker Ortsteil Schlutup war Deutschlands nördlichster Grenzübergang zur DDR und der einzige auf dem Gebiet einer Großstadt. Die Grenze erstreckte sich von der Ostsee bis zum Ratzeburger See und verlief über weite Strecken entlang der beiden Flüsse Trave und Wakenitz.
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