Einrichtungsleiter Lothar Lachetta und sein Team halten im Bodelschwinghhaus ausreichend Übernachtungsplätze für obdachlose Menschen bereit.
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Das Winterwetter hat Lübeck fest im Griff – das bedeutet insbesondere für obdachlose Menschen eine große Belastung. Jetzt draußen zu übernachten kann lebensgefährlich werden. Die Hansestadt Lübeck hat sich in Kooperation mit der Diakonie Nord Nord Ost auf die Situation vorbereitet und bietet in den Notunterkünften zusätzliche Schlafplätze an.
„Die regulären 80 Plätze im Bodelschwinghhaus, unserer Notunterkunft für Männer, sind wie immer voll belegt - aber dank der Winternothilfe können wir jetzt bis zu 40 weitere Plätze anbieten“, sagt Friedemann Ulrich, Leiter der Sozialen Hilfen bei der Diakonie Nord Nord Ost. „Aktuell werden jede Nacht etwa zehn bis zwölf von diesen zusätzlichen Plätzen genutzt, wir haben also ausreichend Kapazitäten frei und können wirklich jeden Hilfesuchenden aufnehmen.“ Auch in der Notunterkunft für Frauen, dem Sophie-Kunert-Haus, und der Notunterkunft für Junge Erwachsene, der Koje, sind ausreichend Übernachtungsmöglichkeiten vorhanden. „Die Plätze, die wir hier zusätzlich zu den regulären anbieten können, werden bisher noch nicht genutzt“, so Friedemann Ulrich.
Wichtig sei, dass die obdachlosen Menschen auf die Notunterkünfte hingewiesen werden. „Über unsere Beratungsstellen und unser Streetwork-Café Mühle 77 sind wir mit vielen von ihnen in Kontakt“, so Friedemann Ulrich. Auch andere Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe und die Polizei sprechen mit Betroffenen, die tagsüber oder nachts auf der Straße angetroffen werden. Aber auch alle Lübecker:innen können etwas tun: „Am besten ist es, obdachlose Menschen auf der Straße direkt zu fragen, ob sie etwas benötigen – natürlich mit dem gebührenden Respekt. Vielleicht können schon ein warmer Tee oder gespendete Handschuhe helfen – oder eben der Hinweis auf die Notunterkunft“, meint Pia Steinrücke, Sozialsenatorin der Hansestadt Lübeck.
Dabei sollte aber auch akzeptiert werden, wenn keine Hilfe oder kein Gespräch gewünscht wird. Wenn ein obdachloser Mensch allerdings deutliche Anzeichen von Unterkühlung zeigt oder auf Ansprache nicht reagiert, dann sollte in jedem Fall die Polizei gerufen werden. „So können wir gemeinsam bewirken, dass alle sicher durch die Winterzeit kommen und eine passende Anlaufstelle finden können“, sagt Pia Steinrücke.
Weitere Informationen sind online abrufbar:
· Zur Winternothilfe unter www.luebeck.de/de/presse/pressemeldungen/view/142581
· zu den Notunterkünften der Diakonie Nord Nord Ost unter www.diakonie-nordnordost.de/angebote/notsituationen-und-sucht/notunterkuenfte
· zu Hilfsangeboten für Obdachlose unter www.luebeck.de/hilfen
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