Veröffentlicht am 29.12.2025

Grußworte des Stadtpräsidenten und des Bürgermeisters zum Jahreswechsel

Rückblick auf ein ereignisreiches Jahr 2025 - zuversichtlicher Ausblick auf das Jahr 2026 per Videobotschaft

Stadtpräsident Henning Schumann und Bürgermeister Jan Lindenau

Stadtpräsident Henning Schumann und Bürgermeister Jan Lindenau wünschen allen Lübecker:innen einen guten Jahreswechsel und ein gesundes und (hoffentlich) friedvolles neues Jahr 2026 und bedanken sich besonders bei allen Menschen, die auch während der Feiertage Dienst tun, um das Gemeinwesen am Laufen zu halten.

Gemeinsam blicken sie in ihrer Videobotschaft auf ein ereignisreiches Jahr 2025 zurück und geben einen Ausblick auf die anstehenden Projekte und Herausforderungen in 2026.

Die Grußworte zum Jahreswechsel sind online abrufbar unter www.luebeck.de/2026

Die Grußworte im Wortlaut:

Liebe Lübeckerinnen und Lübecker,

was hat uns 2025 bewegt? Was hat uns gefordert? Und was gibt uns Mut und Zuversicht für das neue Jahr? Diese und weitere Fragen stellen wir uns in diesen Tagen. Die Tage zwischen Weihnachten und dem Jahreswechsel sind für viele Menschen ein Moment des Durchatmens. Eine Zeit, in der man mit Familie oder Freunden zusammenkommt, aber auch eine Zeit, um innezuhalten und Bilanz zu ziehen.

Wir beide haben in vielen Gesprächen erlebt, dass Menschen die Zeit unterschiedlich wahrnehmen: Manche blicken mit Sorge auf politische Entwicklungen, auf wirtschaftliche Unsicherheiten oder auf geopolitische Konflikte. Andere wiederum erzählen uns von Zuversicht, von Zusammenhalt und davon, wie viel in Lübeck auch in diesem Jahr gelungen ist. Beides gehört zu unserer gesellschaftlichen Realität. Und beides nehmen wir ernst.

Für Lübeck war das Jahr 2025 geprägt von besonderen Herausforderungen, aber auch von großen Chancen, die wir gemeinsam angepackt haben. Unsere Stadt ist friedlich und lebenswert, und doch spüren wir, dass Lübeck längst Teil einer Welt ist, die sich rasant verändert. Der andauernde Krieg in der Ukraine, der Konflikt im Nahen Osten, die Klimakrise, die wirtschaftlichen Umbrüche in Europa, die Folgen globaler Machtverschiebungen. All das wirkt bis in unseren Alltag hinein.

Auch im Jahr 2025 ist unser Zusammenhalt ein kostbares Gut, das wir schützen und stärken müssen.

Umso wichtiger ist es, einander zuzuhören und bei aller Unterschiedlichkeit gemeinsam Wege zu finden. Demokratie lebt davon, dass wir uns mit Respekt begegnen und Verantwortung übernehmen: jede:r von uns, im Kleinen wie im Großen.

2025 war auch ein Jahr, in dem Lübeck viel geschafft hat.

Dazu tragen Tausende Menschen bei, die sich haupt- oder ehrenamtlich engagieren, sei es in Vereinen, Verbänden, Initiativen, Kirchen, Hilfsorganisationen oder in der Freiwilligen Feuerwehr. Ihnen gilt unser besonderer Dank.

Auch städtisch hat sich viel bewegt:

Lübeck wurde in diesem Jahr Hauptstadt des Fairen Handels. Das ist eine Auszeichnung und ein starkes Signal für eine gerechte, nachhaltige Zukunft, die gemeinsam mit vielen engagierten Akteur:innen in Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft erreicht wurde.

Beim Klimaschutz kommen wir voran, wenn auch nicht in dem Tempo, das wir uns wünschen würden. Die Kommunale Wärmeplanung wurde abgeschlossen und legt den Grundstein für die Energiezukunft unserer Stadt. Jetzt starten wir in den Transformationsprozess, um die Strategie umzusetzen und dabei sozialverträglich für die Menschen zu gestalten.

Bei Schulen und Kitas, Radwegen, Brücken und Straßen schreiten Investitionen trotz schwieriger Haushaltslage voran, weil eine moderne, funktionierende Infrastruktur die Voraussetzung für eine lebenswerte Stadt bleibt. Die Investitionen in unsere Schulen – und damit in Bildung- hat einen deutlichen Schwerpunkt.

In der Ratzeburger Allee sind die Arbeiten zum Bau eines Radschnellwegs gestartet. Die Stadtgrabenbrücke verbindet jetzt auf kurzem Weg für Fußgänger:innen und Radfahrende den Hauptbahnhof mit der Innenstadt. Unser Ausbauziel für Ladeinfrastruktur der Elektromobilität haben wir bereits vorzeitig erreicht. Der städtische Bereich Stadtwald plant bis 2030 rund eine Million Bäume zu pflanzen. Im Hafen werden Landstromanlagen installiert und Hallendächer zur Stromerzeugung genutzt.

Unbenommen ist, dass die Lübecker Baustellen uns allen und dem Gewerbe starke Nerven und Geduld abverlangen. Nichts zu tun wäre auch keine Alternative. Jede Baustelle bedeutet Einschränkungen, baut aber gleichzeitig Zukunft für eine leistungsfähige Infrastruktur. Wir können hier nur um Verständnis werben und haben den Anspruch, Sie weiter rechtzeitig zu informieren, Alternativen aufzuzeigen und Hinweise zu geben, was Sie selbst tun können. Im kommenden Jahr beginnen wir mit der dringend notwendigen Sanierung der Mühlentorbrücke, spätestens im Herbst, wenn die Beckergrube fertig ist.

Die Haushaltslage Lübecks bleibt wie bei vielen Kommunen im Land dramatisch. Einschränkungen und Belastungen werden nicht zu vermeiden sein. Diese Schritte werden schwierig sein, aber sie sind notwendig, um weiter finanziell handlungsfähig zu bleiben. Trotzdem werden wir weiter in den Erhalt der Infrastruktur investieren.

Die Bürgerschaft hat das größte und ehrgeizigste Paket zur Erweiterung, Sanierung und Instandhaltung von Schulen beschlossen. Mit der Nachnutzung als Übergangshaus des alten Karstadtgebäudes zur Belebung der Innenstadt sind wir bundesweites Vorbild. Zum Jahreswechsel beginnt der fristgerechte Bau des neuen Bildungshauses, das insbesondere die Raumprobleme der vier Innenstadtgymnasien lösen soll.

Der Hafen bleibt ein zentraler Wirtschaftsfaktor und Tor zum Ostseeraum. Zur Stärkung des Hafenstandorts führen wir die Hafenverwaltung in einen Eigenbetrieb über, der flexibler und schlagkräftiger auf die Bedürfnisse der Hafenwirtschaft reagieren soll.

In diesem Jahr hat Lübeck einmal mehr seine strategische Rolle im Herzen der Fehmarnbelt-Region unter Beweis gestellt. Bei den Fehmarnbelt Days 2025 mit rund 25.000 Teilnehmenden wurde unsere Stadt zum Ort lebendiger deutsch-skandinavischer Begegnung. Wir verstehen uns hier nicht nur als hanseatische Stadt mit reicher Geschichte, sondern als Brücke zwischen Deutschland, Skandinavien und dem gesamten Ostseeraum. Gerade durch die deutsch-skandinavische Zusammenarbeit werden seit vielen Jahren Zukunftsthemen wie Bildung, Wirtschaft, Mobilität, Nachhaltigkeit und Demokratie grenzüberschreitend gedacht. Besonders stolz macht, dass rund 200 Jugendliche aus Lübeck und Dänemark bei der Jugendkonferenz MeineWelt.Fehmarnbelt aktiv waren. Sie entwarfen gemeinsam Ideen für Arbeit, Umwelt, Identität und Lebensqualität in der wachsenden Region. Der Fehmarnbelttunnel wird uns dann noch enger mit unseren dänischen Nachbarn verbinden. Das ist eine große Chance für uns alle, die wir aktiv nutzen sollten.

Auch kulturell hat Lübeck 2025 viel bewegt und erlebt. Das Behnhaus wurde nach grundhafter Sanierung wiedereröffnet. Mit dem ersten Kulturentwicklungsplan schaffen wir einen Rahmen, der kulturelle Vielfalt schützt und Potenziale hebt.

Die Museumsnacht, die Theaternacht, das Schleswig-Holstein Musikfestival, die Nordischen Filmtage und viele weitere Veranstaltungen und Initiativen haben das kulturelle Leben unserer Stadt bereichert.

Und auch 2026 stehen neben den zuvor genannten, alljährlichen Veranstaltungen wieder weitere besondere Höhepunkte bevor:

Das Seefahrerviertel rund um St. Jakobi wird beim HanseKulturFestival zur lebendigen Bühne und zum authentischen Erlebnisort. Ein einzigartiger Einblick in Geschichte, Nachbarschaft, Kultur und die Vielfalt unseres UNESCO-Welterbes.

Wir können uns schon jetzt auf die 137. Travemünder Woche vom 17. bis 26. Juli 2026 freuen, die uns mit einer Rekordzahl an Booten, Segler:innen und Wettbewerben erwarten wird.

All diese Vorhaben sind nur möglich, weil so viele Menschen in Lübeck Verantwortung übernehmen. Dafür danken wir Ihnen heute und an jedem Tag.

Unser Dank gilt ebenso all jenen, die über die Feiertage arbeiten und dafür sorgen, dass Leben, Sicherheit und Versorgung unserer Stadt auch in diesen Tagen gewährleistet sind.

Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien ein gutes, friedliches und gesundes neues Jahr 2026. Bleiben wir zuversichtlich, denn es gibt viele Gründe, optimistisch in die Zukunft zu blicken. Und wo wir Handlungsbedarf erkennen, da packen wir in hanseatischer Tradition gemeinsam an. Gemeinsam haben wir in Lübeck die Kraft für noch mehr Zukunft zu gestalten.

Ihr                                                  Ihr

Henning Schumann                          Jan Lindenau

Stadtpräsident                                 Bürgermeister

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