Veröffentlicht am 15.03.2024

Verlässliche Erreichbarkeit des Lübecker Hafens zu wettbewerbskonformen Konditionen

Port of Lübeck: Lübecks Hafenakteure diskutierten die maritimen Entwicklungen

Rund 160 geladene Gäste erwartete beim 2. Port Lübeck Meeting am 13. März 2024 unter dem Motto „Wachstum und Klimaschutz - wie passt das zusammen?“ ein spannendes Programm.

Rund 160 geladene Gäste erwartete beim 2. Port Lübeck Meeting am 13. März 2024 unter dem Motto „Wachstum und Klimaschutz - wie passt das zusammen?“ ein spannendes Programm. Bürgermeister Jan Lindenau und Bausenatorin Joanna Hagen begrüßten die Gäste und stellten voran, dass der Port of Lübeck auf einem guten Weg sei. In 2023 wurden die Themen Hinterland des Hafens (Schiene und Elbe-Lübeck-Kanal) sowie die Themen Arbeitskräfte, Kommunikation und Erlebbarkeit des Hafens vorangetrieben. Der Hafen Lübeck habe in 2023 mit 25,2 Millionen Tonnen (brutto) Umschlag quasi ein identisches Ergebnis wie 2022 erzielt. Das sei erstmal grundsätzlich positiv zu bewerten.

„Die Schiffsgrößenentwicklung in dem RoRo- und RoPax-Bereich schreitet weiterhin voran. Wir beschäftigen uns als Port of Lübeck mit den wesentlichen und wichtigen Trends und Entwicklungen und bilden anhand der Erkenntnisse unsere Strategie für den Hafen. Hierzu wurde letztes Jahr der Masterplan Skandinavienkai vorgelegt. Weitere Masterpläne zu den anderen Terminals werden folgen,“ kündigte Bausenatorin Hagen an.

„In den nächsten Jahren stehen große Herausforderungen für den Hafen bevor. Hier sind die geplante Generalsanierung des norddeutschen Schienennetzes sowie anschließend die Inbetriebnahme der festen Fehmarnbeltquerung zu nennen“, führte der Bürgermeister aus. „Ziel ist es, eine verlässliche und dauerhafte Erreichbarkeit des Hafens über die drei Verkehrsträger Straße, Schiene, Wasserstraße und hier - insbesondere über die Schiene - zu wettbewerbskonformen Konditionen zu gewährleisten. Hierzu sind ausreichende Schienenkapazitäten für den Schienengüterverkehr zu schaffen. Zudem muss auch das Ziel sein, eine vollständige Einbindung des Bahnknotens Lübeck und somit des Hafens in den neuen FFBQ-Schienenkorridor zu realisieren.“

Vorträge zeigen Zukunftsperspektiven für die maritime Logistik

Diese Botschaften/Forderungen wurden unter anderem von den Referenten unterstützt. Indra Vonck, Partner von Maritime & Transport Business Solutions Rotterdam (mtbs) führte aus, dass für den Ostseeraum grundsätzlich ein Wirtschaftswachstum prognostiziert werde. Der Ostseeraum sei zudem hinsichtlich der nachhaltigen Entwicklung ein Vorreiter.

Professor Dr. Daniela Jacob, Climate Service Center Germany (GERICS), referierte zu dem aktuellen Stand des Klimawandels und der Klimaziele und hat eine Standortpositionierung gegeben: „Klimaschutz muss weiter vorangetrieben werden, da jede weitere Erwärmung zu vermeiden ist. Hier zählt jedes halbe Grad.“

Professor Doktor Michael Stuwe vom Institute of Northern European Economic Research (INER) thematisierte die Hinterlandanbindung. Unter anderem stellte er fest, dass zu den Planungen und vorhandenen Kapazitäten im Rahmen der geplanten Generalsanierung sowie im Rahmen des Baus der S4 Fragen, Widersprüche und Kapazitätsengpässe vorhanden sind, über die schnellstmöglich zu reden sei. „Insbesondere von der Generalsanierung der Hochleistungskorridore sind alle deutschen Häfen betroffen. Hier ist ein gemeinsamer Dialog mit den Beteiligten, insbesondere mit der DBInfraGo, den betreffenden Landesregierungen und des Verkehrsministeriums des Bundes zu führen, um in den nächsten Jahren nicht ins Schienenchaos abzurutschen.“

Einen alternativen Schienenkorridor in Nord-Süd-Achse Deutschlands, dem so genannten Ostkorridor, stellte Professor Dr. Jan Ninnemann, Hanseatic Transport Consultancy (HTC), zur Diskussion. Neben der aktuellen Strecke Würzburg-Hannover-Hamburg könne dieser Ostkorridor eine wichtige Bypass-Option im Schienengüterverkehr der deutschen Seehäfen bedeuten. Zudem regte er auch den schnellstmöglichen Ausbau der Strecke Lübeck-Schwerin mit der Kurve in Bad Kleinen an.

Über die erforderliche Entwicklung in der Binnenschifffahrt referierte Michael Seifert vom Entwicklungszentrum für Schiffstechnik und Transportsysteme e. V. (DST). Aus Sicht des Port of Lübecks gehe es hier um die schnelle Aktivierung der vorhandenen Verkehrskapazität des Elbe-Lübeck-Kanals durch ein entsprechendes Flottenprogramm. Aus Sicht der Lübecker würde über einen ausreichend verfügbaren Schiffsraum, der den Kanal befahren kann, auch die Transportmenge und die Nachfrage steigen. Nichtdestotrotz muss ein bedarfsgerechter und nachhaltiger Ausbau des Kanals weiterhin vorangetrieben werden.

Travemünde und Trelleborg wollen Green Shipping Korridor

Zum Abschluss wurde ein Memorandum of Understanding zwischen den Häfen Lübeck und Trelleborg sowie der Reederei TT-Line unterzeichnet, die einen Green Shipping Korridor zwischen den beiden Häfen mit den zugehörigen Schiffen der Reederei einrichten wollen. Ziel ist es, die Dekarbonisierung der Transportwege und hier insbesondere des Transportweges von Lübeck via Seeschiff nach Trelleborg und umgekehrt deutlich zu verringern und bis 2040 emissionsfrei zu entwickeln.

Port of Lübeck

Die Dachmarke Port of Lübeck des Hafens beinhaltet derzeit alle Hafenbetreiber sowie die Lübeck Port Authority. Die Marke arbeitet gemeinsam für die standortübergreifenden Themen die den Hafen betreffenwie unter anderem die Hinterlandanbindung, die Fachkräftegewinnung und die Wahrnehmung des Hafens. Weitere Infos unter www.portofluebeck.com .

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