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Veröffentlicht am 23.01.2023

Freiraumplanung meistert kreativ Herausforderungen bei der Spielplatzgestaltung

Nach Neuplanung des Spielplatzes in Schlutup folgen 2023 Projekte in St. Lorenz und Kücknitz

v.r.n.l.: Dierk Wallendzik( Abteilungsleiter Grün und Friedhöfe), Steffi Wulke-Eichenberg( Bereichsleiterin Stadtgrün und Verkehr) und Maria Laudan (Sachgebiet Freiraumplanung) freuen sich gemeinsam mit den Kindern der Kita "Beim Meilenstein" über die Freigabe des neu gestalteten Spielareals an der Wellmannstraße.

Im Zuge der Grundüberholungen einzelner Spielplätze der Hansestadt Lübeck, die der Bereich Stadtgrün und Verkehr neben dem Einzelaustausch und der Reparatur von Geräten laufend vornimmt, begannen Ende 2021 die Planungen für den Standort an der Wellmannstraße durch das Sachgebiet Freiraumplanung. Ab Sommer 2022 entstand hier nach über vier Monaten Bauzeit auf etwa 1.600 Quadratmetern eine neue Spiellandschaft für den Stadtteil Schlutup. Die Planung sowie der Bau brachten bei diesem Projekt besondere Herausforderungen mit sich.

Die zu meisternde Aufgabe bei der Planung in der Wellmannstraße war der kreative Umgang mit der vorhandenen Topographie sowie die Nutzung bereits bestehender Strukturen für die Neugestaltung der Spiellandschaft. Die ausgeprägte Hanglage wurde genutzt: Durch das Aufstellen eines fast sieben Meter hohen Rutschenturms am höchsten Punkt des Geländes, wurde eine fast 15 Meter lange Röhrenrutsche realisiert. Freistehende Stahlpfosten, mit unterschiedlichster Seiltechnik verbunden, ermöglichen einen Kletter- und Balancierbereich. Der hintere, niedrigere Bereich wurde vergrößert und zu einer großen Sandspielfläche mit Spielangeboten für Kleinkinder erweitert.

Die bewegte Topographie auf dem Gelände hatte jedoch nicht nur Auswirkungen auf die Auswahl und Ausgestaltung der neuen Kletter- und Spielgeräte, sondern musste auch bei der Planung der Fallschutzbeläge berücksichtigt werden. So wird ein Teil der Flächen durch einen Fallschutz aus Kunststoff befestigt. Dies ermöglicht ein Klettern “am Hang” und stellt gleichzeitig sicher, dass der Hang nicht erodiert. Durch den bestehenden Geländeverlauf konnte eine DIN-gerechte Barrierefreiheit leider nicht vollumfänglich erreicht werden. Damit alle Bereiche aber auch rollend erreichbar sind, ist die gesamte Anlage stufenlos ausgestaltet und nahezu alle befestigen Flächen sind miteinander verbunden. Der überwiegende Teil der Fallschutzflächen besteht nicht aus Sand, sondern aus einem weichen, überrollbaren Kunststoffbelag.

Was es bei der Planung von Kinderspielplätzen zu beachten gilt

Im Idealfall dient die Planung eines Spiel- und Bewegungsraumes neben vielen weiteren Funktionen dazu, einen neuen Begegnungsort für alle Generationen zu schaffen. Damit das gelingt, gilt es im Vorfeld derartiger Projekte einiges an Voraussetzungen und Bedingungen zu klären. Neben der Berücksichtigung übergeordneter Konzepte einzelner Stadtteile und deren demografischer Zusammensetzung und der Angebote schon bestehender (benachbarter) Anlagen, sind auch die sich stetig wandelnden Ideen und Vorstellungen von Spiel- und Bewegungsflächen zu beobachten und zusammen mit den vielfältigen Bedarfen der zukünftigen Nutzer zu integrieren. Nicht zuletzt der Ort selbst mit seinen spezifischen Standortbedingungen wie beispielsweise dem Geländeverlauf, dem Gehölzbestand oder den Licht- und Schattenverhältnissen erfordert eine dezidierte Planung, bevor ein neuer Spielplatz entstehen kann. 

Inklusion: Spielplätze für alle Menschen erreichbar machen

Die Hansestadt Lübeck berücksichtigt bei Neuplanungen und Grundüberholungen, dass Spielplätze und Freiräume zum Spielen für alle Menschen erreichbar und nutzbar sein müssen. Dies gilt für die spielenden Kinder, aber auch für die betreuenden Erwachsenen. Das bedeutet, dass weitestgehend auf eine stufenlose Erreichbarkeit des Geländes und der Spielräume geachtet wird. Wo immer möglich, wird auch die barrierefreie Zugänglichkeit der Flächen und Geräte angestrebt. Dazu gehört, dass die einzelnen befestigten Flächen miteinander verbunden und barrierefrei ausgestaltet werden.

Leider werden nie alle Spielplatzgeräte für alle Kinder in jedem Alter uneingeschränkt, selbstbestimmt und ohne fremde Hilfe nutzbar sein. Dennoch stellen sich die Planenden der Aufgabe, attraktive, vielfältig nutzbare, an unterschiedlichen Angeboten und Schwierigkeitsgraden reiche Spielplätze zu entwickeln, die von allen Kindern genutzt werden können – ohne Stigmatisierung oder Ausgrenzung durch spezielle Spielgeräte für eingeschränkte Kinder und nicht-eingeschränkte Kinder.

Diese Spielplätze werden in diesem Jahr neu gestaltet

2023 beginnen neben ersten Überlegungen zur Neugestaltung des hochfrequentierten Spielplatzes „Waisenhofstraße“ in St. Lorenz Nord auch die Planungen für eine größere Spiel- und Freizeitanlage „Beim Drögenvorwerk“. Diese wird ihr Hauptaugenmerk auf unterschiedlichstes barrierefreies inklusives Spielen und Bewegen legen und hier dann auch für Nutzer:innen mit Einschränkungen und/oder besonderen Fähigkeiten spezielle Angebote bieten. Zudem werden mit den Kinderspielplätzen „Am Wallberg“ sowie „Ostpreußenring-Westpreußenring“ zwei Anlagen in Kücknitz grundüberholt.

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