Veröffentlicht am 23.01.2023

Versickerungsstaudenbeete sorgen für Artenvielfalt und Naturnähe

Öffentlichkeit verwechselt Beete oft mit Schotterflächen – Stadt stellt Informationstafel auf

Eine Versickerungsstaudenbeetfläche am Fährvorplatz in Travemünde.

Oft werden von der Hansestadt Lübeck angelegte Versickerungsstaudenbeete aufgrund ihres Aussehens mit Schotterflächen verwechselt. Unter anderem kommt es auch hinsichtlich der 2021 als Staudenbeet angelegten Fläche in St. Lorenz am Dreieck Friedenstraße/Schwartauer Allee diesbezüglich hin und wieder zu Missverständnissen. Jedoch sind die Beete alles andere als Schotterflächen.

Die Umgestaltung der Fläche in St. Lorenz entstand ursprünglich aus einer Straßenbaumaßnahme im Jahr 2021. Die Fläche wurde entsiegelt und als Versickerungsstaudenbeet angelegt. Hierbei handelt es sich um eine Pflanzfläche mit einem wasserdurchlässigen Boden ohne Sperrschichten und Vliese – anders als bei Schottergärten, die das Pflanzenwachstum verhindern. Die dünne, etwa fünf Zentimeter starke Mineralmulchschicht dient zur Vermeidung von unerwünschten Wildkräutern in den ersten Jahren, damit sich die Stauden entwickeln können und nicht überwuchert werden. Zudem verhindert die Mineralmulchschicht das Austrocknen des Oberbodens.

Die angelegten Staudenbeete sind keine Provisorien. Sie sind als Staudenmischpflanzungen für mehr Nachhaltigkeit und Biodiversität ausgelegt, um mehr Artenvielfalt und Naturnähe gerade in „Grün“ unterversorgte Stadtteile zu erreichen. Die Stauden haben eine unterschiedliche Wuchshöhe und unterschiedliche Blühzeiträume. Bis zur Entwicklung einer dichten Blühfläche sind allerdings Zeiträume von etwa drei bis vier Jahren einzuplanen.

Die Gestaltung solcher Flächen erfolgt überwiegend nach den eigenen Vorgaben für mehr Klima, Biodiversität und Grün in der Stadt. Natürlich muss auch die verkehrliche Situation an der jeweiligen Stelle, zum Beispiel Sichtachsen und –felder, berücksichtigt werden.

An vielen Stellen in der Stadt können zum Beispiel keine Bäume gepflanzt oder Boden aufgefüllt werden aufgrund einer zu hohen Dichte an Grundleitungen. Die Staudenmischung dagegen ist hitzetolerant und ermöglicht den unterschiedlichsten Insektenarten ein breites Spektrum der unterschiedlichen Flugzeiten und Nahrungsquellen.

Die Gestaltung der Versickerungsstaudenbeete entspricht natürlich den Vorgaben der Landesbauordnung, da die Fläche wasseraufnahmefähig ist und begrünt wurde. Um die Öffentlichkeit zusätzlich über das Versickerungsstaudenbeet zu informieren, wird die Hansestadt Lübeck zeitnah eine erste Informationstafel am Standort in St. Lorenz aufbauen.

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