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Veröffentlicht am 17.06.2022

Stadt will Alleebäume erhalten und Standortbedingungen verbessern

Mittels Wurzelsauger sammeln Experten Daten und erstellen Handlungsempfehlungen

Mittels Wurzelsauger sammeln Experten Daten über den Zustand der Alleebäume und erstellen Handlungsempfehlungen

Die Hansestadt Lübeck hat sich zum Ziel gesetzt, alte und mittelalte Alleebäume zu erhalten und zu schützen. Um insbesondere Optimierungen und Lösungen für Problemstandorte zu erarbeiten, führt der Bereich Stadtgrün und Verkehr in der Woche vom 13 bis 17. Juni 2022 Baumuntersuchungen an den Linden in der Eschenburgstraße und An der Untertrave durch. Mithilfe eines Saugbaggers wird der Wurzelraum an ausgewählten Linden mit verschiedenen Standortgegebenheiten behutsam abgesaugt, der Wurzelverlauf überprüft und dokumentiert. Anschließend wird der Wurzelraum mit Baumsubstrat wieder verfüllt.

Das Institut für Baumpflege aus Hamburg wird die Maßnahme vor Ort begleiten und aus den gesammelten Daten eine Handlungsempfehlung für das Baumumfeld der Linden an der Untertrave und in der Eschenburgstraße erstellen. Diese Handlungsempfehlung soll möglichst übertragbar auf andere Problemstandorte in der Hansestadt Lübeck sein und so für eine dauerhafte Verbesserung der Standortbedingungen von Straßenbäumen sorgen.

Anhand der vorhandenen Wurzeln und des Wurzelverlaufs können die Experten absehen, welche Standfestigkeit der Baum hat und welche standortverbessernden Maßnahmen am jeweiligen Standort in Betracht kommen. Jeder Standort bietet unterschiedliche Voraussetzungen und Bodenbeschaffenheiten, die Bäume sind unterschiedlich verwurzelt. Erhaltungsprobleme haben oft eher die jüngeren und mittelalten Bäume, da sie oft noch nicht so stark und tief mit dem Boden verwurzelt und somit anfälliger sind. Je tiefer und stärker das Wurzelwerk ist, desto besser kann der Baum erhalten und die Oberfläche bearbeitet werden.

Bäume mit Wurzeln unter ungepflasterten Böden, die regelmäßig von Autos befahren oder beparkt werden, leiden doppelt. Zum einen sind die herausragenden Wurzeln der Belastung durch das Auto ausgesetzt. Zum anderen verdichtet sich der Boden, auf dem gefahren wird – das Wasser kann nicht mehr richtig einsickern und zum Baum gelangen. Eine mögliche Lösung stellen unter anderem Wurzelbrücken und wasserführende Trag- und Deckschichten dar sowie Granitpfosten.

Björn Peters, Sachgebietsleiter im Bereich Stadtgrün und Verkehr, setzt sich zusammen mit seinem Team und Herrn Dr. Horst Stobbe vom Hamburger Institut für Baumpflege mit der Maßnahme dafür ein, die Bäume soweit es geht zu erhalten. „Wir dürfen den ökologischen Wert der Baumbestände nicht außer Acht lassen. Es ist nachhaltiger einen alten Baum zu erhalten. Wenn ein Baum aber bereits so geschädigt ist, dass ein Erhalt aus Gründen der Verkehrssicherheit nicht möglich ist, muss er durch einen neuen, gesunden Baum ersetzt werden. Wichtig ist uns aber auch, überhaupt ein Bewusstsein bei den Menschen für das Thema zu schaffen und zu sensibilisieren“, erklärt Peters.

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