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Veröffentlicht am 11.05.2022

Ein Gewinn für Ökosytem und Klima

500 Meter langer Trave-Abschnitt bei Hansfelde wird naturnah renaturiert

Seit Mitte März arbeiten an der Trave bei Hansfelde schwere Baumaschinen. Sie werden die Trave in einem etwa 500 Meter langen Abschnitt wieder in einen natürlicheren Zustand versetzen. (11. Mai 2022)

Seit Mitte März arbeiten an der Trave bei Hansfelde schwere Baumaschinen. Sie werden die Trave in einem etwa 500 Meter langen Abschnitt wieder in einen natürlicheren Zustand versetzen.

Der Deich bei Hansfelde wird an zwei Stellen mit breiten Schlitzen versehen, damit Hochwasser ins Deichhinterland einströmen und dort länger gehalten werden kann. Außerdem entstehen zwei Auegewässer und das Wasser der Lehmbek, das derzeit noch verrohrt direkt in die Trave abfließt, wird zukünftig in der Niederung frei versickern.

„Die Maßnahmen dienen dem vorbeugenden Hochwasserschutz und der Anpassung an den Klimawandel. Sie sind ein Baustein zur Biotopvernetzung sowie zur Umsetzung des FFH-Managementplans für die Trave", erläutert Umweltsenator Ludger Hinsen.

Ingrid Bauer von der Unteren Naturschutzbehörde der Hansestadt Lübeck ergänzt: „Durch die naturnahe Umgestaltung der einförmigen Ufer können sich vielfältige Uferstauden und ein artenreiches Insektenleben ansiedeln. Es entstehen geschützte Nischen für brütende Wasservögel und die erfolgreiche Aufzucht von Jungfischen.“

Die Arbeiten erfolgen in einem sensiblen Gebiet, dem im Zuge eines langjährigen Planungsverfahren umfassend Rechnung getragen wurde. Im Sommer 2021 wurde das Verfahren mit einer wasserrechtlichen Genehmigung abgeschlossen, die viele landschaftspflegerische Begleitmaßnahmen sowie umfangreiche Auflagen zum Arten- und Bodenschutz enthält.

Uwe Leiner vom Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein erklärt: „Dieses wegweisende Projekt dient der Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie Schleswig-Holstein und wird entsprechend vom Land Schleswig-Holstein gefördert“. Die Stiftung Grönauer Heide und der Bereich Stadtwald der Hansestadt Lübeck haben Flächen bereitgestellt.

Hintergrundinformation:

In den 50er Jahren wurde die Trave von Bad Oldesloe bis Hohenstiege, Stadt Lübeck, begradigt. Mit der Anlage von Deichen und einer Binnenentwässerung wollten die damaligen Planer das Hinterland vor Überflutung schützen, um die hinter dem Deich liegenden Flächen landwirtschaftlich besser nutzen zu können. Die damit verbundenen Nachteile sind vielfältig: Die Entwicklungsmöglichkeit als Lebensraum blieb eingeschränkt. Der Fluss hat seine Verbindung zur Aue verloren. Es sind vom Gewässer abgeschnittene Altarme entstanden und im Bereich der Lübecker Altstadt gibt es verstärkt Probleme mit Hochwasser. +++