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Veröffentlicht am 23.01.2020

Frischer Wind aus dem Norden in der Kunsthalle St. Annen

Sonderausstellung vom 26. Januar bis 26. April 2020

Ab Sonntag, 26. Januar 2020, sorgt die Sonderausstellung „Frischer Wind aus dem Norden! Naturmotive in der Helsinki School“ für neue Betrachtungsweisen der Natur in der Kunsthalle St. Annen und bildet damit zugleich den Auftakt für das Jahr des Nordens, in dem sich die Lübecker Museen mit mehreren Ausstellungen den „Nachbarn im Norden“ zuwenden wollen. Bis 26. April 2020 sind in der Kunsthalle St. Annen Bilder ausgewählter Fotokünstler:innen der so genannten Helsinki School zu sehen, die sich in ihren Werken mit Natur und Landschaft auseinandersetzen.

Als Helsinki School erlangte seit den 1990er Jahren eine Gruppe von Absolvent:innen der Aalto University of Arts, Design and Architecture internationale Bekanntheit in der Fotokunst. Obwohl die mehrere Generationen vereinende Schule keineswegs einen homogenen stilistischen oder thematischen Ansatz verfolgt, bilden vielfältige Naturbezüge in zahlreichen Fotoserien der vertretenen Künstler:innen dennoch einen gemeinsamen Nenner. In der Kunsthalle St. Annen werden neben den Werken zeitgenössischer finnischer Fotografen auch Gemälde, Grafiken und Skulpturen der nordischen Moderne präsentiert und den Fotos gegenübergestellt, um Bezüge aufzuzeigen. Die Verbundenheit von Natur und Kultur sowie ein intuitives Gespür für den Raum sind in all diesen Werken gegenwärtig.

Einige Bilder befassen sich mit den Konventionen der Landschaftsmalerei, andere wiederum lassen eine Atmosphäre aufleben, die sich zwischen dem Unheimlichen und dem Sublimen bewegt. Vielfach wird die Natur in den Bildern zu einem Schlupfwinkel, zu einem Rückzugsort für die Menschen. Die Trennung zwischen dem menschlichen Körper und der umgebenden Landschaft mutet unwirklich, künstlich herbeigeführt an. Möglicherweise anknüpfend an traditionelle Geschichten verbindet viele der Bildzyklen ein starkes Narrativ. Die Natur wird in manchen der Fotos vergrößert und durch das Auge der Kamera wie in einer wissenschaftlichen Analyse betrachtet und präsentiert. Wieder andere Serien nehmen Bezug auf ökologische Themen, auf die Bedrohung durch den Klimawandel und auf die Zerstörung der Wälder.

Die Sonderausstellung bringt Werke von finnischen Künstler:innen wie Elina Brotherus, Joakim Eskildsen, Ilkka Halso, Tiina Itkonen, Jorma Puranen, Jaakko Kahilaniemi, Sanna Kannisto, Mikko Rikala, Anni Lepälä, Susanna Majuri, Riitta Päiväläinen und Santeri Tuori mit denen weiterer skandinavischer Kunstschaffender wie den Dänen Joakim Eskildsen, Osmund Hansen, Per Kirkeby und K.R.H. Sonderborg, dem Schweden Jan Håfström oder der Norwegerin Mona Lalim zusammen.

So werden unterschiedliche Perspektiven beleuchtet, die es Interessierten ermöglichen, sich mit der Darstellung, Dekonstruktion und Imagination von Natur in der Fotografie und auch punktuell Malerei und Skulptur auseinanderzusetzen.

Anlässlich der Ausstellung ist im Fachverlag Hatje Cantz das Buch „Helsinki School, Volume IV“ erschienen, das den Fokus auf die Naturaufnahmen der Helsinki School legt und ab sofort im Museumsshop der Kunsthalle St. Annen zu erwerben ist. Antje-Britt Mählmann wird darüber auch am 12. März auf der Leipziger Buchmesse am Stand „Nordisches Forum“ des Finnland-Instituts einen Vortrag halten.

Begleitet wird die Ausstellung von einem vielfältigen Rahmenprogramm, in dem es viele neue Formate geben wird. So findet am 6. März 2020 beispielsweise eine Kunst-Party unter dem Titel „Finland Calling“ statt, zu der unter anderem die finnische DJane Sarah Kivi auflegt. Des Weiteren sind Kunstperformances, ein Kurzfilmabend in Kooperation mit den Nordischen Filmtagen am 2. April, ein Vortrag über die Sami in Kooperation mit der Völkerkundesammlung sowie eine dialogische Führung zu Umwelt und Klimawandel in Zusammenarbeit mit dem Museum für Natur und Umwelt geplant. Für Kunststudierende wird zudem der renommierte Fotokünstler Joakim Eskildsen einen KünstlerWorkshop im Rahmen der Ausstellung gestalten.

Vernissage
Die Ausstellung wird am 25. Januar 2020 um 15 Uhr mit einer moderierten Diskussionsrunde eröffnet. Dort sprechen Anne Sipiläinen, Botschafterin von Finnland, Jan Lindenau, Bürgermeister der Hansestadt Lübeck, Bernd Jorkisch, Honorarkonsul der Republik Finnland in Lübeck, Prof. Dr. Hans Wißkirchen, Leitender Direktor der Lübecker Museen, Dr. Laura Hirvi, Leiterin des Finnland-Instituts in Deutschland, Timothy Persons, Direktor der Galerie Persons Projects, Berlin sowie Dr. Antje-Britt Mählmann, Leitende Kuratorin der Kunsthalle St. Annen. Musikalisch begleitet wird die feierliche Eröffnung vom finnischen GitarrenProfessor an der Musikhochschule Lübeck, Otto Tolonen, und seinen Studierenden.

Begleitprogramm
Führungen durch die Sonderausstellung am 2. Februar, 29. März 2020 sowie am 13., 24. und 25. April 2020, 15 Uhr, Teilnahme 12 Euro

Familienführung „Magische Wesen – Zauberhafte Natur“ am 16. Februar und 15. März, 11 Uhr, Teilnahme 14 Euro (1 Erwachsener mit Kindern)

Führung „Kunstwerk Natur – Sehnsucht nach dem Norden“ (aus der Reihe MuseumsMomente) am 21. März 2020, 15 Uhr, Teilnahme 12 Euro

Lehrerfortbildung am 10. Februar 2020, 15 Uhr, Teilnahme für Lehrer:innen kostenfrei

Workshop „Zweitägiger Fotografie-Kurs der VHS inklusive Ausstellungsbesuch“ am 7. März 2020, 11 Uhr und Auswertung der Ergebnisse am 21. März 2020, 11 Uhr, Teilnahme 25,50 Euro

Weitere Informationen unter www.kunsthalle-st-annen.de +++

Quelle: Die Lübecker Museen