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Veröffentlicht am 14.01.2020

Zukunft des Lübecker Hafens

Arbeitsgruppe Hafenentwicklung legt Ergebnisbericht vor

Dialog zur Zukunft des Hafens nach sechsmonatiger Arbeit abgeschlossen –Ergebnisbericht formuliert Ziele für den Lübecker Hafen und gibt wichtige Hinweise für die Entwicklung der einzelnen Hafenareale.

Bürgermeister Jan Lindenau nahm den Ergebnisbericht der 32-köpfigen Arbeitsgruppe Hafenentwicklung am Montag im Lübecker Rathaus entgegen. Er hatte den Hafendialog im Juli mit einer öffentlichen Auftaktveranstaltung eröffnet. Jan Lindenau zeigte sich beeindruckt: „Es freut mich, mit welcher Tiefe und Sachlichkeit die Arbeitsgruppe die Entwicklungspotenziale des Lübecker Hafens diskutiert hat. Die unterschiedlichen Sichtweisen auf den Hafen kamen auf den Tisch. Senat und Bürgerschaft haben nun ein gutes Dokument in der Hand, das uns erlauben wird, wichtige Entscheidungen für die Zukunft des Hafens zu treffen.“

In der AG Hafenentwicklung waren die Bereiche Hafenwirtschaft, Logistik, Umwelt- und Naturschutz, Anwohner:inneninitaitive, Travenutzung und Freizeitsport vertreten. Auch arbeiteten vier zufällig ausgeloste Personen aus Lübeck engagiert in der Arbeitsgruppe mit und brachten die übergreifende Perspektive der örtlichen Bevölkerung in die Diskussion ein.

Mehr Verkehre auf die Schiene, Flächen möglichst flexibel und effizient nutzen

Der Bericht der AG fasst die Ergebnisse der sechsmonatigen Arbeit transparent zusammen. Erstmals konnten Leitsätze für die Zukunft des Lübecker Hafens formuliert werden. Die AG Hafenentwicklung fordert etwa eine gemeinsame Dachmarke für den Port of Lübeck, eine verstärkte Verlagerung von Hinterlandverkehren auf Schiene und Binnenschiff sowie eine umsichtige Hafenentwicklung im Einklang mit Anwohner- und Naturschutz.

Im Rahmen der Arbeitsgruppe stellte die Lübeck Port Authority (LPA) die Potenziale für die Entwicklung des Gesamthafens sowie einzelner Hafenareale vor. Dabei geht die LPA von einem gemäßigten Wachstum des Lübecker Hafens von 2,3 Prozent pro Jahr bis 2030 aus. Wichtige Empfehlungen der AG zur Hafenentwicklungsplanung sind:

·         Der Hafen muss Strategien entwickeln, wie Flächen flexibel und effizient genutzt werden können, um Puffer für zukünftige Entwicklungen zu haben.

·         Im HEP sollte deutlich werden, welche Potenziale es für die Reduktion von hafenbedingten Verkehren und Emissionen gibt – unter anderem durch eine effizientere Verkehrssteuerung mit digitalen Lösungen oder die Installation von Landstromanlagen.

·         Die see- und landseitige Erreichbarkeit des Hafens ist ein kritischer Aspekt. Lübeck ist herausgefordert, sich auf die neue Generation von größeren Schiffen und längeren Güterzügen einzustellen.

Hafenbeirat: Dialog soll weitergehen

In einem abschließenden Kapitel nimmt die AG die Entwicklung des Hafens über das Jahr 2030 hinaus in den Blick. Als Handlungsfelder, die kontinuierlich weiter diskutiert werden sollten, identifizierte sie unter anderem Potenziale der Digitalisierung, Natur- und Klimaschutz und Flächenstrategien. Einig war sich die Gruppe darin, den begonnenen Dialog fortzuführen – wenn möglich in Form eines kontinuierlich tagenden Hafenbeirats.

Die Naturschutzverbände NABU und BUND sowie der Nautische Verein Lübeck fügten dem Ergebnisbericht separate Stellungnahmen (Voten) bei. Den Ergebnisbericht der AG Hafenentwicklung samt Protokollen und Kartendarstellungen finden Sie unter: https://www.luebeck.de/hep2030

Hafenentwicklungsplan für Lübeck

Der Lübecker Hafen ist einer der größten Häfen im Ostseeraum und ein bedeutender wirtschaftlicher Faktor für die Stadt. Um ihn für die Zukunft erfolgreich aufzustellen, erstellt die Lübeck Port Authority (LPA) im Auftrag der Bürgerschaft derzeit einen neuen Hafenentwicklungsplan (HEP). Er skizziert die Ausrichtung des Lübecker Hafens in den kommenden Jahren.

Der Dialog über die zukünftige Hafenentwicklung fand unter dem Dach von Lübeck: überMORGEN statt. Zusätzlich zur Arbeit der AG Hafenentwicklung umfasste er Diskussionen an der Konzepterstellung beteiligte Personen auf Stadtteilveranstaltungen und im Rahmen von Online-Umfragen. Der fachlich ausgearbeitete HEP wird dem Lübecker Senat und der Bürgerschaft im Frühjahr 2020 zur weiteren Beratung übergeben. +++