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Veröffentlicht am 09.01.2020

Programm 2020 und Rückblick 2019 im Europäischen Hansemuseum

Europäische Hansemuseum stellt sein Programm und Höhepunkte für das Jahr 2020 vor

Das Europäische Hansemuseum stellte sein Programm und die Höhepunkte für das Jahr 2020 vor. Nach einem erfolgreichen Jahr 2019, in dem unter anderem die 500.000ste Besucherin begrüßt und drei Sonderausstellungen eröffnet wurden, präsentiert das Team von Direktorin Dr. Felicia Sternfeld für das Jahr 2020 diverse Aktionen, Ausstellungen und Höhepunkte. Die erste große Lübecker Ausstellung zur Piraterie ist erfolgreich gestartet und feiert im Januar Halbzeit. „Wir freuen uns, dass unsere Sonderausstellung ‚Störtebeker und Konsorten – Piraten der Hansezeit?‘ seit dem September 2019 nicht nur einen stetigen Besucherstrom anlockt, mit bereits über 10.000 Besuchen, sondern auch kontroverse Debatten zum Thema Piraterie ermöglicht hat“, so die Kuratorin Franziska Evers.

Die Höhepunkte des Rahmenprogramms stehen dabei noch an: Am 20. Februar liest der US-amerikanische Journalist Michael Scott Moore, selbst Opfer der modernen Piraterie, aus seinem Buch „Wir werden dich töten. 977 Tage in der Hand von Piraten“. Zudem gibt es Vorträge von Wissenschaftlern und dem Piraterie-Präventionszentrum der Bundespolizei, musikalische Programme, Filmvorführungen und diverse Führungsformate. Mit einem außergewöhnlichen Exponat geht die Mini-Ausstellung „HanseHeroes – Alte Städte neu entdeckt“ im Spätsommer in die nächste Runde: Der diesjährige „Held“ ist Stralsund – vor dem Hintergrund des 650. Jubiläums des „Friede von Stralsund“. Hierzu werden die Originalurkunden des Friedensvertrags aus dem Jahr 1370 aus dem Stralsunder Archiv ans Europäische Hansemuseum ausgeliehen. Der Friede von Stralsund ist ein bedeutendes Ereignis der nordeuropäischen Geschichte: Er beendet die zehnjährige kriegerische Auseinandersetzung zwischen dem Königreich Dänemark und den Hansestädten. Bis zum Ende des 16. Jahrhunderts wirkt der Vertrag nach in der Sicherung des hansischen Handels auf Schonen.

Die Sonderausstellung HanseHeroes wird von August bis November zu sehen sein. Auch Exponate müssen sich „ausruhen“: Die Originalobjekte aus Nowgorod, mit denen jeder Besuch im Europäischen Hansemuseum beginnt, erreichen 2020 ihre maximale Leihdauer und werden ans Staatliche Museumsreservat Nowgorod zurückgegeben. Im Gegenzug durfte das Europäische Hansemuseum in Russland aus über 500 archäologischen Exponaten neue Leihgaben wählen. Ab Mai sind die neuen Objekte dann im ersten Kabinett der Ausstellung zu bestaunen. Die Exponate lenken den Blick auf die Personen, die hinter dem erfolgreichen Handelsnetzwerk stecken: Wer waren die Kaufleute, wie und womit handelten sie? „Eines der spannendsten Exponate wird eine Birkenrinde sein, in die eine alte Einkaufsliste geritzt ist – damit sind wir dann sozusagen mittendrin im Handelsgeschäft. Wir sind immer sehr dankbar für die unkomplizierte Kooperation mit den russischen Institutionen“, so André Dubisch, Kurator und Archäologe, der den Austausch der Exponate leitet. Zur „Eröffnung“ des erneuerten Kabinetts plant das Museum eine thematische Kulturveranstaltung.

Im Mai feiert das Europäische Hansemuseum auch ein erstes größeres Jubiläum: Der 5. Geburtstag soll am 30. Mai mit einem öffentlichen Fest als Tag der offenen Tür gefeiert werden. Mitarbeitende aus verschiedenen Bereiche geben dabei Führungen und ermöglichen einen Blick hinter die Kulissen des Museumsalltags. Der Eintritt kostet an diesem Tag für alle nur 5 Euro. „hätte – wollte – endlich – fünf“ kommt zurück: Bei der beliebten Aktion für alle, die Lübeck als Wohn- oder Geburtstort haben, kostet der Eintritt immer freitags nur 5,- Euro. „Wir wünschen uns, damit eine Hemmschwelle für interessiertes Publikum abzubauen. Gleichzeitig wollen wir aber für treue Gäste den wiederholten Besuch interessant machen“, hofft Direktorin Dr. Sternfeld. Voraussetzung für den günstigen Eintritt ist der aktuelle eingetragene Wohn-, beziehungsweise der Geburtsort Lübeck. Das Angebot gilt seit dem 1. Januar bis zum 31. März.

Dichtkunst und Wortakrobatik im Museum: Bereits Januar startet das Europäische Hansemuseum eine Kooperation mit „Slam A Rama“ – Lübecks bekanntem Poetryslam unter der Leitung von Tilo Strauss. An insgesamt fünf Terminen wird der legendäre Slam im Laufe des Jahres an der Untertrave zu Gast sein und das Publikum mit Poesie und Performance begeistern. Eine fünfköpfige Publikumsjury entscheidet über den Gewinn beim Line-up des ersten Abends. Die Premiere findet am Samstag, 11. Januar 2020, um 20 Uhr statt.

Im vergangenen Jahr wurde im Bereich Bildung & Vermittlung des Museums unter anderem ein eigenes Spielformat für einen Kindergeburtstag entwickelt: Abenteuer Hansefahrt richtet sich an Geburtstagskinder in einem Alter zwischen acht und zwölf Jahren. Gespielt wird mitten in der Ausstellung, was einzigartige Perspektiven und einen direkten Zugang ermöglicht. Im Rahmen der Sonderausstellung zur Piraterie sind zudem zahlreiche Vermittlungsformate mit Erfolg gestartet, so etwa die Führung „Klaus – Stürz den Becher!“, die eine anschließende Verkostung von Bieren der Störtebeker Braumanufaktur aus Stralsund beinhaltet. Besonders hervorzuheben sind die Schulprogramme „Piraterie vor Afrika“ und „Sagen, Legenden, Piraten?“ zu den Themenfeldern Globalisierung und Legendenbildung.

Rückblick: Zahlen 2019

Das Europäische Hansemuseum blickt auf ein weiteres Jahr mit positiver Resonanz zurück: Rund 115.000 Besuche wurden im vergangen Jahr gezählt. „Wir freuen uns, dass wir auch 2019 so viele Menschen für die Geschichte und Handel begeistern konnten“, so Direktorin Dr. Felicia Sternfeld. „Das ist ein großartiges Statement für das Museum als Kulturinstitution“.

Auch die im Herbst eröffnete Sonderausstellung zur Piraterie, „Störtebeker & Konsorten“ sorgt für zusätzliches Interesse und Besuche. Insgesamt hatte mehr als die Hälfte der Besuche einen touristischen Hintergrund und eine überregionale Herkunft von mehr als 150 Km, 17 Prozent davon grenzüberschreitend – aus Dänemark, Schweden und den Niederlanden kamen hier die meisten Gäste.

Eine starke und erfreuliche Nachfrage hatten auch 2019 die Führungsformate des Museums: Insgesamt fanden 2019 rund 1.640 Gruppenführungen statt. Dabei war das Echo der Besuchenden allgemein sehr positiv: 94 Prozent der Gäste wollen das Museum weiterempfehlen, während 75 Prozent einen weiteren Besuch planen. Auch als Veranstaltungsort hat das Europäische Hansemuseum seine Position ausgebaut: „240 externe Termine im Jahr 2019 – von privaten Feiern bis zu Ministertreffen oder den Aufführungen des Figurentheaters Lübeck – sind auch eine zusätzliche Bestätigung für diesen Ort und seine Geschichte“, sagt Dr. Sternfeld. +++

Quelle: Europäisches Hansemuseum