Veröffentlicht am 12.09.2019

Koordinierte Baustellenplanung soll Verkehrsfluss verbessern

Stadt will moderne Leitstelle schaffen und Planung durch innovative Software unterstützen

 

Brücken- und Straßensanierungen im öffentlichen Raum sind unvermeidbar mit temporären Verkehrseinschränkungen verbunden. Bereits in der Planung und Koordinierung der einzelnen Maßnahmen liegt die große Herausforderung, denn jede Baumaßnahme hat dynamische Auswirkungen, verändert den Verkehrsfluss im Stadtgebiet. Deshalb müssen nicht nur die Baumaßnahmen sondern auch die Umleitungsstrecken aufeinander abgestimmt werden. Gleichzeitig gilt es, alle AkteurInnen, die neben der Hansestadt Lübeck als Dienstleister für die Infrastruktur im öffentlichen Raum aktiv sind, in die komplexe Koordinierung einzubeziehen.

 

Deshalb plant der Fachbereich Planen und Bauen der Hansestadt Lübeck eine moderne und übergeordnete Leitstelle für den örtlichen Zuständigkeitsbereich mit einer innovativen, softwaregestützten Lösung zu schaffen. Im Rahmen einer Informationsveranstaltung wurde dieses Vorhaben als Teil der im Aufbau befindlichen digitalen Strategie der Hansestadt Lübeck heute, 12. September 2019, vorgestellt. Neben Politik und Verwaltung nahmen VertreterInnen der Stadtwerke Lübeck, der Netz Lübeck, des Stadtverkehr Lübeck, der Polizeidirektion Lübeck, des EnergieCluster digitales Lübeck sowie die Wirtschaftsförderung Lübeck teil. Ebenso folgten der Einladung der Stadt VertreterInnen der IHK zu Lübeck, der Handwerkskammer Lübeck, der Kaufmannschaft zu Lübeck, des Vereins Wir in Genin, des Vereins Wirtschaftsjunioren der IHK zu Lübeck sowie des Lübeck Management.

 

Dazu verdeutlicht Bürgermeister Jan Lindenau: „Mit der neuen Leitstelle Verkehrsflussmanagement gehen wir einen bedeutenden Schritt in Richtung der ressourcenschonenden und transparent gestalteten Infrastruktur- und Mobilitätsplanung. Mithilfe digitaler Lösungen kann die Koordination der Brücken- und Straßensanierungsmaßnahmen völlig neu gestaltet werden. Unser Ziel ist ein besserer Verkehrsfluss und für die beteiligten Akteurinnen und Akteure die Nutzung von Synergieeffekten sowie eine deutlich höhere Qualität in der Planung.“

 

Die Leitstelle soll bewusst nicht im bauenden Bereich, sondern im administrativen Bereich des Fachbereichs Planen und Bauen zentral angesiedelt werden, um von dort alle öffentlichen Bauvorhaben transparent zu koordinieren. Im Rahmen einer Projektstruktur, die direkt der Fachbereichsleitung zugeordnet ist, sollen die Koordinierungsprozesse mit allen Akteuren definiert und festgelegt werden.

 

Bausenatorin Joanna Hagen erklärte dazu: „Wir müssen den Instandhaltungsstau in unserer Stadt konsequent abbauen und unsere Mobilität zukunftsfähig halten. Mit der geplanten Leitstelle schlagen wir hier einen vollkommen neuen Weg ein. Wir schaffen eine bessere Planungsgrundlage für unsere Fachleute, wir fördern die Vernetzung und Kommunikation der Beteiligten untereinander, wir koordinieren verbindlich die Baumaßnahmen der Stadt und der städtischen Gesellschaften und stellen transparent für die Öffentlichkeit dar, was wann wo gebaut wird.“

 

Der Kommunikations- und Koordinationsprozess soll durch das System roads der Firma Workplace Solutions (WPS) unterstützt werden. Dieses bietet die Möglichkeit, auf vorhandenen Datenbeständen von Baumaßnahmen aufzubauen und diese Daten mit Unterstützung einer geoinformationsgestützten Anwendung zu visualisieren. Mittels einer digitalen Karte sind so übersichtlich die erforderlichen Informationen zur Entscheidungsfindung abrufbar. Dabei liegt der Fokus der Anwendung auf der Koordination und nicht nur auf dem Informationsaustausch. Gleichzeitig können Planungshorizonte dargestellt werden, wie in Zukunft anstehenden umfangreichen Sanierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen, so dass insbesondere mittelfristige Zeithorizonte (2-5 Jahre) berücksichtigt und eine bessere Priorisierung der jeweiligen Maßnahmen möglich ist.

 

Durch die Speicherung verschiedener Szenarien mit unterschiedlichen Planungsständen, können Entwürfe und Diskussionsstände festgehalten werden, ohne dass schon direkt der Planungsstand verändert wird. Damit können sich mehrere Experten über Alternativen und Ideen austauschen und ihr Verständnis digital festhalten. Die Koordination findet damit ganz greifbar innerhalb des Systems statt und nicht nur davor in den Köpfen der Beteiligten. Erst wenn ein Szenario mit allen Akteuren abgestimmt wurde, wird es in den Planungsstand übernommen.

 

Die Initiative der Hansestadt Lübeck zur Verkehrsflussoptimierung und Koordination von Baumaßnahmen wird auch von den übrigen großen Akteuren im öffentlichen Verkehrsraum der Hansestadt, Stadtwerke Lübeck und Entsorgungsbetriebe Lübeck, unterstützt.

 

Vor diesem Hintergrund beabsichtigt der Fachbereich Planen und Bauen im weiteren Schritt die Beschaffung der für die Koordination erforderlichen Software und wird die dafür erforderlichen Haushaltsmittel für die Folgejahre sowie drei Planstellen für die neue Aufgabe im Stellenplan 2020 einrichten und die erforderliche Organisationsstruktur innerhalb des Fachbereichs schaffen. +++