Veröffentlicht am 24.11.2016

FH Lübeck forscht zum Leben und Wohnen im Alter

Fachhochschul - Forschungsprojekt soll alternsgerechte Stadtteilentwicklung unterstützen

Leben und Wohnen im Alter in Lübecker Stadtteilen – das ist Thema eines Lehrforschungsprojektes der Fachhochschule Lübeck unter der Leitung von Dipl.-Geogr. Kathleen Schmidt.

Die Geographin erhofft sich Einblicke in den Alltag älterer Menschen aus Lübeck. Auf Stadtteilebene wird die Möglichkeit einer alternsgerechten Quartiersentwicklung kritisch hinterfragt. Auch in Lübeck wächst der Anteil älterer Menschen. Es entstehen Hilfe- und Pflegebedarfe, die immer weniger durch die eigene Familie getragen werden können. Die Familienstrukturen verändern sich. Sei es aufgrund der räumlichen Distanz, beruflichen oder anderer familiärer Belastungen. Es gilt deshalb im Sinne betroffener Senioren, an nachhaltigen Lösungen auf Quartierebene zu arbeiten. Dies findet sich auch im Gesamtkonzept Leben und Wohnen im Alter wieder, das federführend von Fachbereich Wirtschaft und Soziales, Bereich Soziale Sicherung entwickelt wurde und sich in der Umsetzung befindet..

„Wie wirkt es sich auf eine Stadt wie Lübeck aus, wenn der Anteil der Älteren stetig zunimmt“, und wie muss ein Lebens- und Wohnraum stadtplanerisch und sozialräumlich gestaltet werden, um den Bedürfnissen älterer Menschen gerecht zu werden? Die Fragen des demographischen Wandels werden in dem Lehrforschungsprojekt der Fachhochschule Lübeck gestellt. Kathleen Schmidt wird in Lübeck mit ihren Studierenden des Masterstudiengangs Städtebau und Ortsplanung diesen Fragen nachgehen. Die zur Ausbildung gehörende Nutzung von Befragungs- und Kartierungsmethoden wird im Wintersemester 2016/17 am Beispiel ausgewählter Lübecker Stadtteile vertieft.

„Welche Aktivitäten gehören zu Ihrem Alltag?“ „Was können Sie von Ihrer Wohnung aus zu Fuß gut erreichen?“, und „Welche Orte in Lübeck suchen Sie gern auf?“ Solche und ähnliche Fragen werden in dem anonymisierten Fragebogen gestellt. Orte des Alltags, Wohnumfeld und Wohnsituation werden erfragt. Die Ergebnisse der Befragung werden zu Schlussfolgerungen für eine altersgerechte Quartiersentwicklung zusammengefasst. "Auf Quartiersebene sind die baulichen Gegebenheiten im Wohnumfeld ebenso wichtig wie die sozialen Kontakte. Schlüssel zu einer alternsgerechten Quartiersentwicklung sind die Einbindung der Akteure vor Ort und die Vernetzung der einzelnen Akteure.", lautet eine Handlungsempfehlung aus dem Gesamtkonzept Leben und Wohnen im Alter.

Zwischen dem 23. und 30. November werden in ausgewählten Lübecker Stadtteilen Studierende des Masterstudiengangs Städtebau und Ortsplanung der Fachhochschule Lübeck unterwegs sein. Sie freuen sich auf dieses praxisbezogene Projekt und stehen für Fragen und Anregungen zu ihrer Arbeit selbstverständlich gern zur Verfügung.

Die Masterstudierenden und Kathleen Schmidt werden in ihrer Arbeit von der Hansestadt Lübeck, Fachbereich Wirtschaft und Soziales, Bereich Soziale Sicherung im Rahmen des Gesamtkonzeptes Leben und Wohnen unterstützt. Über die Ergebnisse des Lehrforschungsprojektes wird im kommenden Frühjahr in Lübeck berichtet. "Zukünftig wird es immer stärker darum gehen, professionelle, familiäre und freiwillige nachbarschaftliche Hilfen und Angebote aufeinander abzustimmen, weiterzuentwickeln und zu koordinieren. Die Befragungsergebnisse werden wichtige Grundlagen für eine alternsgerechte Quartiersentwicklung geben", ist sich Kathleen Schmidt sicher.

Quelle: Fachhochschule Lübeck

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