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Veröffentlicht am 09.01.2015

Gedenken an Hafenstraßenbrand an neu gestaltetem Mahnmal

Erinnerung an die Brandkatastrophe vom 18. Januar 1996 – Kranz der Hansestadt

Der 18. Januar 1996 war einer der traurigsten Tage in Lübecks jüngerer Geschichte. Damals, in der Nacht vom 17. auf den 18. Januar 1996, brannte das Asylbewerberheim an der Hafenstraße aus. Zehn Bewohner des Hauses starben, 38 wurden zum Teil schwer verletzt. Auch heute, 19 Jahre nach der verheerenden Brandkatastrophe, steht nicht fest, wie und wo das Feuer ausbrach und wer es gegebenenfalls gelegt hat. Der Brand hatte Entsetzen in ganz Deutschland ausgelöst und die Diskussion eröffnet, ob oder wie fremdenfeindlich unsere Gesellschaft ist. Heute erinnert ein Gedenkstein an die Opfer der Brandnacht. Die drei Erwachsenen und sieben Kinder und Jugendliche stammten aus Zaire, Angola, Togo und dem Libanon, die jüngsten Bewohner des Hauses waren in Deutschland geboren.

Anlässlich des 19. Gedenktages am Sonntag kommender Woche ruft Lübecks Stadtpräsidentin Gabriele Schopenhauer zur Teilnahme an einer Gedenkfeier auf, die um 12 Uhr an dem Granitstein an der Hafenstraße abgehalten wird. Das Mahnmal ist mittlerweile neu gestaltet worden und erhält in Kürze noch eine neu gestaltete Bronzetafel. Der Gedenkstein ist zudem auf die gegenüberliegende Seite verlegt worden und hat damit einen würdevolleren Standort erhalten. Im Zuge der Gedenkstunde wird ein Kranz der Hansestadt Lübeck am Gedenkstein niedergelegt.

Bei der Gedenkfeier werden die Senatoren Bernd Möller und Sven Schindler kurze Ansprachen halten. Zudem wird eine Vertreterin des Flüchtlingsforums sprechen. Stadtpräsidentin und Bürgermeister sind terminlich verhindert.

Während Senator Möller an die Geschichte des Asylbewerberheims erinnern wird, geht Senator Schindler auf die Situation der heutigen Flüchtlinge und Asylsuchenden in Lübeck ein. Nach rund 650 Menschen im vergangenen Jahr rechnet die Hansestadt damit, im laufenden Jahr rund 1000 Menschen unterbringen, versorgen und betreuen zu müssen. Dabei wird versucht, die neuen Mitbürger möglichst dezentral und verteilt über das Stadtgebiet unterzubringen, da das der beste Weg zu schneller Integration ist.

Das frühere Asylbewerberheim ist im Dezember 1997 abgerissen worden. An seiner Stelle, Hafenstraße 52, befindet sich heute ein Firmenparkplatz; Der Gedenkstein steht nun an der Konstinstraße am Fuß- und Radweg zur Warburg-Brücke. +++