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Veröffentlicht am 15.01.2013

Lübecker Literaturtreffen im Theater Lübeck

Öffentliche Lesung der Autoren am 26. Januar – Kartenreservierung möglich

Zum achten Mal kommen am letzten Januarwochenende bedeutende Gegenwartsautoren in Lübeck mit Günter Grass zum Lübecker Literaturtreffen zusammen. In diesem Jahr werden dazu Sherko Fatah, Eleonora Hummel, Benjamin Lebert, Dagmar Leupold, Norbert Niemann, Fridolin Schley, Tilman Spengler und Feridun Zaimoglu erwartet. Gemeinsam mit Günter Grass wollen sie über ihre aktuellen Arbeiten diskutieren.

Am 26. Januar werden die Teilnehmer des Treffens im Theater Lübeck vor Publikum aus ihren Werken lesen. Veranstalter ist das Günter Grass-Haus. Beginn ist um 19 Uhr. Die Moderation des Abends übernimmt Tilman Spengler. Der Eintritt kostet 15 Euro / ermäßigt zehn Euro. Kartenreservierungen für die Lesung in den Kammerspielen werden ab sofort unter der Telefonnummer (0451) 3 99 600 (Theaterkasse) entgegen genommen.

Am Sonntag, 27. Januar, werden die Teilnehmer des Treffens den Schriftsteller Ernst Augustin mit dem Lübecker Literaturpreis „Von Autoren für Autoren“ ehren. Die Auszeichnung wird alle zwei Jahre verliehen - im Wechsel mit dem „Thomas Mann-Preis”. Die Laudatio auf Ernst Augustin hält Sherko Fatah.

Kurzinformationen zu den Autoren

Günter Grass, 1927 in Danzig geboren, studierte an der Kunstakademie Düsseldorf und an der Berliner Hochschule für Bildende Künste. Als Schriftsteller bezeichnet er sich als Autodidakt. Er gehörte ab 1955 zur Gruppe 47 und schätzt den Austausch mit anderen Künstlern. Seit 1986 lebt Grass in der Nähe von Lübeck, im Herbst 1995 verlegte er mit seinem Sekretariat auch seinen Arbeitsmittelpunkt von Berlin Friedenau in die Lübecker Glockengießerstraße. Seine erste Veröffentlichung war der Gedichtband "Die Vorzüge der Windhühner" (1956), sein wohl bekanntestes Werk, "Die Blechtrommel", erschien 1959. Zuletzt veröffentlichte er "Grimms Wörter" (2010) und den Lyrikband „Eintagsfliegen“ (2012).

Sherko Fatah, geboren 1964 in Ost-Berlin, studierte Philosophie und Kunstgeschichte in West-Berlin. 2001 erschien Fatahs viel gelobtes Romandebüt „Im Grenzland“, das im gleichen Jahr mit dem „aspekte-Literaturpreis“ ausgezeichnet wurde. 2008 erschien „Das dunkle Schiff“, 2011 sein jüngstes Werk „Ein weißes Land“. Das Werk stand 2012 auf der Shortlist für den Preis der Leipziger Buchmesse. Sherko Fatah war Stipendiat des Literarischen Colloquiums Berlin und erhielt 2003 das Alfred-Döblin-Stipendium der Berliner Akademie der Künste.

Eleonora Hummel, wurde 1970 in Kasachstan geboren. 1980 zog sie mit ihrer Familie in den Nordkaukasus und siedelte zwei Jahre später nach Dresden über. Seit 1995 ist sie literarisch tätig, veröffentlichte Prosa und Artikel in zahlreichen Zeitschriften. Für ihren ersten Roman "Die Fische von Berlin" erhielt sie 2006 den Adelbert-von-Chamisso- Förderpreis. Für ihren 2009 erschienenen Roman „Die Venus im Fenster“ wurde Eleonora Hummel ein Literaturstipendium der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen zuerkannt. Im Jahr 2011 wurde die Autorin mit dem Hohenemser Literaturpreis ausgezeichnet.

Benjamin Lebert , geboren 1982 in Freiburg , fing mit zwölf Jahren an zu schreiben. 1999 erschien sein erster Roman Crazy, der in 33 Sprachen übersetzt, von mehreren Theatern gespielt und von Hans-Christian Schmid fürs Kino verfilmt wurde. Nach dem Erfolg seines Erstlings gab der 17jährige Benjamin Lebert Kurse für Kreatives Schreiben an der New York University. Zwischenzeitlich wurde „Der Vogel ist ein Rabe“ (2003) für die Bühne adaptiert, im Jahr 2006 erschien „Kannst Du“, dann „Flug der Pelikane“, im vergangenen Jahr „Im Winter dein Herz“. Benjamin Lebert lebt in Hamburg.

Dagmar Leupold, 1955 in Niederlahnstein geboren, studierte Komparatistik in Marburg und Tübingen und promovierte in New York. Für ihre vielseitigen literarischen Arbeiten – Gedichte, Romane und Essays – erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen. 2009 veröffentlichte sie den Roman „Die Helligkeit der Nacht“. Dagmar Leopold leitet das „Studio Literatur und Theater“ an der Universität Tübingen. Sie lebt in Kirchseeon bei München.

Norbert Niemann, 1961 in Landau an der Isar geboren, studierte Literatur, Musikwissenschaft und Neuere Geschichte in Regensburg und München. 1997 erhielt er den Ingeborg-Bachmann-Preis. Er ist Mitherausgeber der Zeitschrift „Akzente“. 1998 brachte er mit „Wie man's nimmt" seinen ersten Roman heraus. 2008 erschien sein jüngstes Buch „Willkommen neue Träume“.

Fridolin Schley, 1976 in München geboren, studierte an der Hochschule für Fernsehen und Film München sowie Germanistik, Politik und Geschichte an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität. Zuletzt erschien sein Buch „Wildes Schönes Tier“ (2007), das mit dem Tukan-Preis München ausgezeichnet wurde. Für die Erzählung „Stendhal, Stockholm“ wurde Schley 2008 mit dem Wortspiele-Preis des Bayerischen Rundfunks ausgezeichnet. Zuletzt erschien die Studie „Kataloge der Wahrheit“.

Tilman Spengler, 1947 in Oberhausen geboren, studierte Sinologie und war mehrere Jahre am Max-Planck-Institut für Sozialwissenschaften in Starnberg beschäftigt. Neben seiner akademischen Tätigkeit publiziert er regelmäßig in der „Zeit“, „Geo“ und „Die Woche“. 1991 veröffentlichte er die Romanbiografie "Lenins Hirn", die in einundzwanzig Sprachen übersetzt wurde. Danach folgten zahlreiche weitere Publikationen. Zuletzt erschienen sein Buch „Sind Sie öfter hier? Von der Kunst, ein kluges Gespräch zu führen“ (2009) und „Wahr muss es sein, sonst könnte ich es nicht erzählen. 30 Glücksfälle der Weltliteratur“ (2011).

Feridun Zaimoglu, geboren 1964 in Bolu (Türkei), lebt seit mehr als 30 Jahren in Deutschland, seit 1985 in Kiel. Er studierte Kunst und Humanmedizin und arbeitet heute als Schriftsteller, Drehbuchautor und Journalist. 1997 erhielt er den "civis Hörfunk- und Fernsehpreis" zusammen mit Thomas Röschner für den Beitrag "Deutschland im Winter - Kanakistan. Eine Rap-Reportage". Im November 2000 kam der Film "Kanak Attack", die Verfilmung seines Buches "Abschaum", in die Kinos. Feridun Zaimoglu wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter 2007 mit dem Grimmelshausen-Preis und 2010 mit dem Jakob-Wassermann-Literaturpreis. Sein jüngstes Werk ist „Ruß“ (2011). Im vergangenen Jahr erhielt Feridun Zaimoglu den „Preis der Literaturhäuser“.

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