Veröffentlicht am 17.11.2010

Wie wirken sich Bindungserfahrungen auf den Lebenslauf aus?

Vortrag in der Gemeinnützigen am 24. November um 19.30 Uhr

Am Mittwoch, 24. November 2010, um 19.30 Uhr, findet im Großen Saal der Gemeinnützigen, Königstraße 5, im Rahmen der mittwochsBILDUNG ein Vortrag und Gespräch mit Dr. Julia Berkic, Diplom-Psychologin Staatsinstitut für Frühpädagogik, München zum Thema „Auswirkungen früher Bindungserfahrungen – Erkenntnisse aus der Bindungsforschung“ statt. Die neuen Erkenntnisse aus Bindungsforschung und Neurobiologie ergänzen auch die Ausführungen der Psychoanalytikerin Ann Kathrin Scheerer, die die Risiken einer zu frühen und zu wenig unterstützten Krippenbetreuung am 27. Oktober in den Mittelpunkt stellte. Der Eintritt ist frei.

Die Bindungstheorie und -forschung ist in der Fachöffentlichkeit zu einem wichtigen Thema geworden. Die Bindungstheorie bietet einen umfassenden Erklärungsrahmen, um menschliche Neigungen, enge emotionale Beziehungen und die Entwicklung im Sinne seelischer Gesundheit zu beschreiben und in ein integratives Konzept zu bringen. Im Rahmen des Vortrages wird erklärt, wie frühe Erfahrungen in den ersten Bindungsbeziehungen sich auf die weitere sozio-emotionale Anpassung im Lebenslauf und auf die aktuelle psychische Gesundheit auswirken und über Generationen hinweg fortsetzen. Untersuchungsergebnisse aus der Bindungsforschung und der Neurobiologie zeigen, wie wichtig es ist, von Geburt an die menschlichen Grundbedürfnisse nach Bindung, Autonomie und Kompetenz angemessen zu befriedigen. Im feinfühligen Umgang mit dem Kind legen Eltern und Fachkräfte die Grundlage für die Lebensstärke der Kinder.

Wie immer steht die Referentin im Anschluss an ihren Vortrag zu einer Diskussion bereit. Für Rückfragen stehen die Mitarbeiter der Gemeinnützigen täglich in der Zeit von 9 Uhr bis 13 Uhr unter der Rufnummer (0451) 7 54 54 zur Verfügung.

Zur Referentin: Julia Berkic wurde am 12.12.1975 in München geboren. Sie studierte von 1997 bis 2002 Psychologie in Berlin und Regensburg und machte ihr Diplom zur Diplom-Psychologin. 2006 schloss Julia Berkic ihre Promotion mit dem Titel „Generelle und spezifische Arbeitsmodelle von Bindung und Partnerschaft bei Langzeit-Ehepaaren“ ab. 2003 bis 2008 war sie angestellt am Lehrstuhl für Persönlichkeitspsychologie, Familienpsychologie und Diagnostik an der LMU München. Ihre Lehrtätigkeit umfasste die Bereiche Bindungstheorie und -forschung, Partnerschafts- und Persönlichkeitsentwicklung, Bindung in Partnerschaften sowie Prävention im Bereich Partnerschaft und Familie. Zu einem Forschungsaufenthalt war sie 2007 an der State University of NY, USA. Seit 2008 ist Julia Berkic als wissenschaftliche Referentin Angestellte des Bayerischen Staatsinstituts für Frühpädagogik. Sie macht außerdem seit 2004 eine Ausbildung zur systemischen Einzel-, Paar- und Familientherapeutin.

Ihre aktuelle Arbeitsschwerpunkte sind: Bindungstheorie und -forschung, Partnerschafts- und Persönlichkeitsentwicklung, Prävention im Bereich Partnerschaft und Familie; Zusammenspiel von familiärer und institutioneller Sozialisation in der frühen Kindheit

Literatur: Julia Berkic, „Bindung und Partnerschaft bei Langzeit-Ehepaaren“, Berlin 2006

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