Veröffentlicht am 23.02.2009

Stadtteilbüros sollen noch bürgerorientierter arbeiten

Mitarbeiter erstellten nach Befragungsaktion ein verbindliches Serviceversprechen

Stadtteilbüros der Hansestadt Lübeck sollen noch bürgerorientierter arbeiten. Dies teilte Senator Thorsten Geißler am Montag, 23. Februar 2009 ihm Rahmen der Bekanntgabe von neuen Serviceversprechen mit, die von den Mitarbeitern der Stadtteilbüros erarbeitet wurden.

Die Serviceversprechen, die seit Anfang des Jahres schriftlich in den Stadteilbüros aushängen, erstrecken sich auf folgende Leistungen:

  • Ausstellung von vorläufigen Reisepässen, vorläufigen Personalausweisen und Kinderreisepässen. Serviceversprechen: innerhalb von einer Stunde
  • Neuausstellung einer Lohnsteuerkarte: innerhalb von 15 Minuten
  • Bearbeitung einer Kfz-Neuzulassung: innerhalb einer Stunde
  • Ausstellung eines Lübeckpasses: innerhalb von 15 Minuten

Vorausgegangen war eine Befragungsaktion zur Kundenzufriedenheit, die von März bis September 2008 in den Stadtteilbüros durchgeführt worden war. Insgesamt hatten 2493 Personen hieran teilgenommen. Neben Lob und Tadel am bestehenden Angebot, konnten auch Verbesserungsvorschläge geäußert werden. Die Umfrageergebnisse bildeten dann die Grundlage für die Mitarbeiter in den Stadtteilbüros bei der Formulierung der Serviceversprechen.

Hintergrund: Mit Beschlussfassung vom Mai 1997 hatte die Bürgerschaft der Hansestadt Lübeck die Verwaltung damit beauftragt, jährlich ein Stadtteilbüro einzurichten. Hierfür gab es eine Konzeption, deren Grundlagen sowohl das zu erbringende Dienstleistungspaket, eine ganzheitliche Sachbearbeitung und bürgernahe Räumlichkeiten waren.

Abgesehen von grundsätzlichen Standortkriterien wie gute ÖPNV-Anbindung, fußläufige Erreichbarkeit und neue Öffnungszeiten war die Stadt darauf bedacht, diese Einrichtung in Anbietung an andere, bürgerorientierte Angebote zu etablieren, damit beide Seiten von der Belebung profitieren können. Die vorsprechenden Bürger sollten nicht spüren, dass es bei manchen Aufgaben der Fachkompetenz einzelner Ämter bedurfte, denn diese mussten nicht mehr aufgesucht werden. Die Großflächigkeit der Hansestadt Lübeck, die sich auf 21.414 Hektar ausdehnt und damit die Größe vieler Landeshauptstädte übersteigt, forderte geradezu zur Einrichtung von Dienstleistungszentren vor Ort auf.

Folgende Stadtteilbüros bieten derzeit ihre Dienste an:

  • Stadtteilbüro Travemünde, Parkallee 1 (gegründet 1998)
  • Stadtteilbüro St. Lorenz, Fackenburger Allee 29 (1999)
  • Stadtteilbüro Moisling, Moislinger Berg 2 (2000)
  • Stadtteilbüro St. Gertrud, Adolf-Ehrtmann-Str. 3 (2001)
  • Stadtteilbüro Kücknitz, Kirchplatz 7 a/b (2003)
  • Stadtteilbüro Innenstadt, Dr.-Julius-Leber-Str. 46-48 (2004)

Sie nehmen folgende Aufgaben wahr:

An-, Um- und Abmeldungen, Auskünfte aus dem Melderegister, Erteilung von Aufenthaltsbescheinigungen, Erteilung von Personalausweisen und vorläufigen Personalausweisen, Erteilung von Reisepässen und vorläufigen Reisepässen, Erteilung von Kinderreisepässen, private Kfz-Zulassungen, Lohnsteuerkartenangelegenheiten, Beglaubigungen und Führungszeugnisse, Begrüßungsgelder für Studierende und Auszubildende, Erteilung von Lübeck-Pässen, Seniorenfreizeitpässen, Bewohnerparkausweisen und Untersuchungsberechtigungsscheinen, Entgegennahme von Briefwahlunterlagen, Vorhalten und Ausgabe von Broschüren und Vordrucken

Die Auswertung der Kundenbefragung brachte eine überraschend hohe Kundenzufriedenheit an den Tag: Die Frage „Wurde Ihr Anliegen zur Zufriedenheit bearbeitet?“ beantworteten 2470 Personen mit „Ja“. 23 Personen waren nicht zufrieden. Dies ergibt eine Kundenzufriedenheit von 99 Prozent. Mit den Servicezeiten waren 89 Prozent zufrieden. „Offenkundig wird die Arbeit unser Mitarbeiter hoch geschätzt“, sagte Senator Geißler. Damit sei auch das Vorurteil widerlegt, dass die Bürger unfreundlich und zu langsam bedient würden. „Dieses Niveau wollen wir halten und möglichst noch ausbauen.“

Als häufigste Verbesserungsvorschläge wurden benannt: Aufstellen von Getränkeautomaten / Wasserspendern (21 Nennungen), Errichtung von Trennwänden zum diskreten Datenschutz (11), Autoparkplätze in der Nähe (7), Einrichtung von Spielecken (6 Personen). Vereinzelt wurden auch eine Klimaanlage, das Zahlen mit EC-Karten, bessere Beschilderung oder Beleuchtung, zusätzlicher Fotoautomat, mehr Formulare, Ausgabe von Gelben Säcken sowie ein Extra-Schalter für die Ausgabe von Dokumenten gewünscht. +++