Neue Bürgerschaft hat 50 Mitglieder, darunter 21 Frauen

Veröffentlicht am 07.03.2003

Neue Bürgerschaft hat 50 Mitglieder, darunter 21 Frauen

Neue Bürgerschaft hat 50 Mitglieder, darunter 21 Frauen

030180R 2003-03-07

Die Anzahl der Sitze in der neuen Lübecker Bürgerschaft erhöht sich nach Feststellung des amtlichen Endergebnisses von 49 auf 50. Davon erhalten die CDU-Kandidaten 27 Sitze (+ 5), die SPD - bislang stärkste Kraft - 17 ( -6), Bündnis90/Die Grünen vier Sitze (unverändert) und die neu hinzugekommene FDP zwei Sitze.


Dieses Ergebnis, das sich mit dem vorläufigen amtlichen Endergebnis der Wahlnacht deckt, gab heute Gemeindewahlleiter Bernd Saxe im Rahmen der abschließenden Sitzung des Gemeindewahlausschusses bekannt. Der Ausschuß bestätigte das vorlegte Ergebnis des Bereichs Statistik und Wahlen einstimmig.


Demnach entfielen auf die CDU insgesamt 42 690 Stimmen (= 50,0 Prozent), auf die SPD 27 647 Stimmen (32,4 Prozent), auf das Bündnis90/Die Grünen 7871 Stimmen (9,2 Prozent) und die FDP 4450 Stimmen (5,2 Prozent). Für die PDS stimmten 1515 Wahlberechtigte (1,8 Prozent), für die Gruppierung www.fuer-luebeck.de 702 (0,8 Prozent) und für BRL 428 (0,5 Prozent). Die Wahlbeteiligung betrug 50,4 Prozent. Von insgesamt 171 420 Wahlberechtigten in der Hansestadt gingen 86 336 zur Wahl. Die Wahlhelfer zählten insgesamt 85 303 gültige und 1033 ungültige Stimmen.


Alle CDU-Mitglieder gewannen ihren Wahlkreis direkt. Da keine andere Partei in einem der 27 Lübecker Wahlkreise ein Direktmandat errang, ziehen alle übrigen Mitglieder der Bürgerschaft über die jeweilige Partei-Vorschlagsliste in die Bürgerschaft ein.


Direkt gewählt sind folgende Kandidaten (alle CDU):

  • Peter Sünnenwold (Wahlkreis 1), Dirk Freitag (2), Uwe Küsel (3), Maren von Maltzahn (4), Jürgen Schmidt (5), Astrid Stadthaus-Panissié (6), Andreas Zander (7), Jörg Semrau (8), Johanna Schneider (9), Peter Fick (10), Christopher Lötsch (11), Michael Koch (12), Henning Stabe (13), Anja Lange (14), Sabine Wargenau (15), Adelheid Oldenburg (16), Christian Freitag (17), Rüdiger Hinrichs (18), Ekkehart Eymer (19), Oliver Fraederich (20), Klaus Puschaddel (21), Roswitha Kaske (22), Ingrid Schatz (23), Helga Lietzke (24), Heidemarie Menorca (25), Dr. Michael Gulski (26), Klaus Petersen (27).

Über Listenplätze ihrer Partei kamen in die Bürgerschaft:

  • Für die SPD: Peter Reinhardt, Gabriele Schopenhauer, Frank-Thomas Gaulin, Ulrike Siebdrat, Henri Abler, Ilsabe Förster, Reinhold Hiller, Gisela Panther-Pätow, José Maria Bernet, Barbara Scheel, Sven Schindler, Ursula Knöckel, Andreas Fey, Gudrun Albrecht, Lienhard Böhning, Ulrich Pluschkell und Erwin Stallbaum.
  • Für Bündnis90/Die Grünen: Susanne Hilbrecht, Carl-Wilhelm Howe, Lieselotte von Holt und Bernd Möller.
  • Für die FDP: Dr. Michaela Blunk und Thomas Schalies.

Diesem Wahlergebnis zufolge werden der neuen Bürgerschaft, die am 3. April erstmals zusammentreten wird, 29 Männer und 21 Frauen (=42 Prozent) angehören. Den relativ höchsten Frauenanteil haben die kleinen Parteien mit jeweils 50 Prozent, gefolgt von der SPD mit 47 Prozent und der CDU mit 37 Prozent.


Über die Hälfte (56 Prozent) der 50 künftigen Mitglieder gehörte in der vergangenen Wahlperiode nicht der Bürgerschaft an. Den höchsten Anteil von „Neulingen“ hat die CDU mit 16 von 27 Mitgliedern (59,2 Prozent). Die SPD kommt auf 10 Neulinge (58,8 Prozent).


Das jüngste Mitglied der Bürgerschaft stellt die CDU mit Oliver Fraederich (Jahrgang 1978). Die CDU ist mit 49,4 Jahren zudem die im Schnitt jüngste Fraktion der Bürgerschaft, gefolgt von den Grünen mit 50,0 Jahren und der FDP mit 51,5 Jahren. Das älteste Mitglied gehört der SPD an: Ilsabe Förster (Jahrgang 1932) darf als Alterspräsidentin die erste Bürgerschaftssitzung leiten. Ihre Fraktion kommt auf einen Altersdurchschnitt von 53,5 Jahren.


Ein Blick in die Statistik zeigt, daß es in der Vergangenheit überwiegend nur drei Parteien in der Lübecker Bürgerschaft gegeben hat. Zwischen 1962 und 1986 waren jeweils nur die SPD, CDU und die FDP im Stadtparlament vertreten.


1986 kamen zum ersten Mal die Grünen in die Bürgerschaft. Sie gewannen damals vier Sitze. Bis 1994 blieb es dann bei vier Parteien. Dann kam die Statt Partei hinzu. Mitglieder dieser Fraktion taten sich später mit Spuk-Aktiven zusammen und gründeten den WIR e.V.. Dadurch waren in der Bürgerschaft sogar fünf Gruppierungen vertreten. So viele Parteien hat es zuvor und danach nie mehr im Lübecker Stadtparlament gegeben, denn schon 1998 verringerte sich die Zahl der Fraktionen wieder auf drei. +++