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Lübecker Hafenumschlag wuchs erneut

Veröffentlicht am 28.01.2003

Lübecker Hafenumschlag wuchs erneut

Lübecker Hafenumschlag wuchs erneut

030081R 2003-01-28

Die Lübecker Hafen-Gesellschaft mbH (LHG), ein reines Tochterunternehmen der Hansestadt Lübeck, hat im Jahr 2002 trotz eines schwierigen konjunkturellen Umfelds ein positives Umschlagergebnis erreicht. Der Umschlag stieg von 22,352 Millionen Tonnen im Jahr 2001 um ein Prozent auf 22,564 Millionen Tonnen im Jahr 2002.


Im Gesamthafen Lübeck (LHG und private Betreiber) stieg das Umschlagergebnis um 0,04 Prozent von 24,10 auf 24,11 Millionen Tonnen Besonders in der zweiten Jahreshälfte hat sich das konjunkturelle Klima in Deutschland, Schweden und Finnland erholt. Dies hat sich auch im Lübecker Hafen positiv bemerkbar gemacht. Lübeck bleibt weiterhin der mit Abstand größte deutsche Ostseehafen mit einem Marktanteil von knapp 40 Prozent.


Die Zahl der begleiteten und unbegleiteten Lkw und Trailer stieg um rund 1,2 Prozent auf 636 000 Einheiten. Der Seeumschlag von Containern stieg um rund ein Prozent auf 56 500 Einheiten. Der Umschlag von Neufahrzeugen stieg von 84 000 Einheiten um 14 Prozent auf 96 000.


Bei Papier und Zellulose gab es an den Terminals der LHG deutliche Zuwächse. Im Jahr 2001 lag der Umschlag von Forstprodukten bei 3,29 Millionen Tonnen. Im Jahr 2002 waren es 3,55 Millionen Tonnen, eine Steigerung von knapp neun Prozent. Damit hat Lübeck seine Stellung als weltweit größter Hafen für die nordeuropäische Forstprodukte-Industrie weiter ausgebaut. Rückläufig war der Umschlag von Bahnwaggons, Wechselbrücken und Massengut.


Die Zahl der Passagiere ist im Lübecker Hafen um insgesamt 0,8 Prozent auf 620 000 zurückgegangen. Dabei sank die Zahl im Reiseverkehr um 13,9 Prozent auf 360 000, während sie im Ausflugsverkehr um 25,6 Prozent auf 260 000 anstieg.

Nachdem die LHG bereits 2001 ihre Servicequalität im Sinne der Kunden durch die Inbetriebnahme des Fast-Dispatch-Centers für den Papierumschlag am Nordlandkai, die Verlagerung des Helsinki-Dienstes vom Nordlandkai zum Skandinavienkai oder die modernisierte Gate-Abfertigung am Skandinavienkai weiter verbessert hatte, wurden die Optimierungs- und Ausbaumaßnahmen im vergangenen Jahr weiter fortgesetzt.


Neben dem Bau des Bahnterminals für den Kombinierten Verkehr, mit dessen Fertigstellung im März/April 2003 gerechnet wird, wird der Skandinavienkai, der bereits jetzt über 50 Hektar groß ist, um 30 Hektar neue Operationsfläche erweitert. Gleichzeitig entstehen dort zwei Gewerbegebiete für hafennahes Gewerbe mit rund 35 Hektar. Mit den entsprechenden Bauarbeiten wurde bereits begonnen. Neuen und alten Kunden wird damit die Gelegenheit eröffnet, sich direkt am Umschlagkai niederzulassen und vor- und nachgelagerte logistische Dienstleistungen anzubieten.


Außerdem wird das Terminal Schlutup in Abstimmung mit seinen Nutzern um rund zehn Hektar erweitert. Der Bau einer neuen Halle mit einer Größe von knapp 13 000 Quadratmetern ist bereits beschlossen. Die Bauarbeiten beginnen noch in diesem Frühjahr. Das bereits bestehende Fast-Dispatch-Center am Nordlandkai kann bei entsprechendem Bedarf jederzeit ausgebaut werden. Und im Bereich Lübeck-Siems stehen am neuen Terminal Seelandkai 18 Hektar Fläche zur Verfügung, die zu einer multifunktionellen Umschlaganlage ausgebaut werden sollen.


Die LHG-Geschäftsführer Manfred Evers und Hans-Gerd Gieleßen: „Die Ausbaumaßnahmen in den Lübecker Häfen werden auch in den kommenden Jahren weiter fortgesetzt. Bereits in den vergangenen sieben Jahren haben LHG und Hansestadt Lübeck über 150 Millionen Euro investiert, um die Hafenfaszilitäten den gestiegenen Kundenanforderungen noch stärker anzupassen. Weitere 350 Millionen Euro sollen bis zum Jahr 2010 hinzukommen.“


Für das Jahr 2003 rechnet die LHG mit einem weiteren Anstieg des Hafenumschlags. Einer der Gründe dafür ist die Eröffnung von zwei neuen Fährlinien im Januar 2003. Angelaufen werden nun auch die russischen Häfen St. Petersburg und Kaliningrad mit drei Fährschiffen sowie der ostfinnische Hafen Hamina mit zwei Fährschiffen pro Woche. Damit bietet der Lübecker Hafen rund 125 Abfahrten pro Woche zu 22 Partnerhäfen.


Auch die Tochtergesellschaften und Beteiligungen der LHG haben sich im vergangenen Jahr gut entwickelt und positive Ergebnisse erzielt.

  • European Cargo Logistics (ECL) hat über 1,1 Millionen Tonnen Forstprodukte abgewickelt und somit ein neues Rekordergebnis erreicht. Besonders positiv für die weitere Entwicklung von ECL sind die Vertragsabschlüsse mit zwei namhaften Firmen der Papierindustrie. Somit sind für das kommende Jahr weitere Zuwachsraten zu erwarten.
  • Die LHG Service-Gesellschaft mbH (SG) hat durch die Erweiterung ihres Dienstleistungsspektrums für hafenbezogene Kunden ihren Umsatz wiederum erhöht. Insbesondere die Vermarktung und weitere Nutzung von gebrauchtem Equipment bietet nicht nur den Kunden eine hohe Effektivität, sondern ermöglicht eine rationelle Nutzung der Geräte. Nicht nur bei der LHG ist die SG als potentieller und flexibler Servicegeber bekannt. Zukünftige Geschäfte werden dies bestätigen.
  • Die im Stückgutbereich tätigen Unternehmen Lübeck Distribution Gesellschaft mbH (LDG) und Trave Logistik Gesellschaft mbH (TLG) litten unter dem extrem harten Wettbewerb im Speditionsgewerbe. Sie konnten jedoch ihr Leistungsspektrum erweitern und ihren Umschlag von rund 160 000 Tonnen im Jahr 2001 im vergangenen Jahr leicht erhöhen.
  • Das Consulting-Unternehmen ISL Baltic-Consult GmbH hat mit einer Reihe von Aufträgen aus dem In- und Ausland eine noch bessere Markstellung als im Vorjahr erreicht.
  • Die Hafenumschlagsgesellschaft Cross-Baltic Terminaloperators (CBT) in Stettin hat ihren Umsatz deutlich verbessert und engagiert sich vor allem beim Umschlag von Papier und Zellulose. Das Umschlagsvolumen lag bei knapp 100 000 Tonnen.
  • Baltic Rail Gate, das den geplanten Bahnterminal für den Kombinierten Verkehr am Skandinavienkai betreiben wird, hat mit Beginn des Jahres 2002 für Lübeck die Agentur für Kombiverkehr übernommen. Das KV-Terminal ist kurz vor der Fertigstellung und wird voraussichtlich im April 2003 in Betrieb gehen.

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