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Aula des Johanneums am Freitag offiziell eingeweiht

Veröffentlicht am 25.01.2002

Aula des Johanneums am Freitag offiziell eingeweiht

Aula des Johanneums am Freitag offiziell eingeweiht

020073L 2002-01-25

Mit der Einweihung der Aula des Gymnasiums “Johanneum zu Lübeck” am heutigen Freitag geht ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung: Seit vielen Jahren hatten sich alle Beteiligten bemüht, die Schulaula zu erneuern. Doch gab es zunächst wichtigere Maßnahmen am Johanneum: So ist es erst wenige Monate her, daß der schulische Umbau der ehemaligen Feuerwache für das Gymnasium abgeschlossen werden konnte. Auch die Renovierung des Fachklassentraktes konnte in den vergangenen Monaten erfolgreich beendet werden.

Im Anschluß daran haben dann die schulischen Gremien des Johanneums ihre Aktivitäten auf die Sanierung der Aula gerichtet. Angesichts der vielfältigen Aufgaben des Schulträgers, der Hansestadt Lübeck, für die Lübecker Schulen war es jedoch zunächst nicht möglich, diesen Wunsch in die Tat umzusetzen. Es fehlte ganz einfach das notwendige Geld. So war es zunächst im Sommer 2000 der Abteilung “Musik am Johanneum” vorbehalten, eine neue Initiative für die Aula zu starten. Es ist vor allem dieser Abteilung, besonders Ulrike Traub, zu verdanken, daß sie es geschafft hat, alle Beteiligten für diese Idee erneut zu begeistern. Gemeinsam mit dem Architekturbüro Menzel wurden die ersten Maßnahmenplanungen und eine erste Kostenschätzung erstellt. So ergab die erste Kostenzusammenstellung, unter Mitwirkung des Bereiches Hochbau, einen Kostenrahmen von rund 200 000 Mark für Renovierungsmaßnahmen. Im weiteren Verfahren entwickelten sich die notwendigen Kosten auf eine Summe von fast 600 000 Mark, da auch bauliche Veränderungen, wie der Einbau neuer Heizungen, bei der Planung berücksichtigt wurden. Dies allein durch den Schulträger bereitzustellen, war angesichts der Haushaltslage der Hansestadt Lübeck schier unmöglich.

Es folgten in den weiteren Monaten bis zum Ende des Jahres viele Gespräche, Abwägungen und Ideen zur Bereitstellung der notwendigen Finanzierungssumme. Im November 2000 gewährte dann die Lübecker Possehl-Stiftung den großen Finanzierungsanteil von 250 000 Mark. Mit Hilfe des Fördervereins “Musik am Johanneum e. V.” (40 000 Mark) und des Vereins “Freunde des Johanneums” (35 000 Mark) waren somit rund 325 000 Mark für die Finanzierung gesichert.

Dem Bereich Schule und Sport gelang es schließlich, auch das Land Schleswig-Holstein für die Sanierung der Aula zu gewinnen. Das Land beteiligte sich mit einer Schulbauförderung von 128 000 Mark. Dennoch fehlten zu den in der Zwischenzeit durch genauere Kalkulation ermittelten Kosten in Höhe von 580 000 Mark immer noch 150 000 Mark. Diese Summe stellte der Bereich Schule und Sport durch Restmittel aus anderen Schulbaumaßnahmen bereit. Im Rahmen einer Eilentscheidung wurde dann die Finanzierung kurz vor Weihnachten des Jahres 2000 gesichert.

Mit der Gesamtsumme wurden folgende Einzelmaßnahmen getätigt:

  • neuer Anstrich der Wandpaneele, Wände und Decken
  • Reparatur der Bleiglasfenster
  • neue Vorhänge
  • Parkettsanierung
  • neues Gestühl
  • Wiederherstellung der historischen Fenster in der Apsis
  • neue Elektrotechnik
  • neue Bühnentechnik
  • neue Heizung
  • Wärmedämmung im Dachraum
  • Planungskosten.

Nach rund einem Jahr Planungs- und Bauzeit kann sich das Ergebnis heute allemal sehen lassen. Im Gegensatz zum Eindruck der früheren Aula, die sicherlich auch noch der ehemalige Schüler des Johanneums, der Nobelpreisträger Willy Brandt so kennengelernt hatte, versprüht die jetzige Aula eine gelungene Symbiose von historischer Schule mit dem heutigen Anspruch an eine moderne Bildungsstätte. Nicht nur die Farbgebung bedeutet einen gefühlvollen Umgang mit historischer Bausubstanz, vor allem auch die futuristischen Elemente der Bühnengestaltung bestätigen den gelungenen Gesamteindruck.

Die Aula wird dem Johanneum nicht nur als Veranstaltungsort für Konzerte, Theateraufführungen und die an die Einweihungsfeier sich anschließende KUMULUS-Veranstaltung dienen. Durch die Möglichkeit, Tische und Stühle schnell beiseite räumen zu können, wird die Aula auch zum Mehrzweckraum des Johanneums für die schulische Nutzung.

Schulsenator Ulrich Meyenborg betont, daß es auch bei diesem Bauprojekt wieder gelungen ist, daß alle Beteiligten sehr gut zusammengearbeitet haben und somit dieses hervorragende Ergebnis erreicht wurde: “Als Schulsenator bin ich besonders stolz darauf, daß es uns nach der Renovierung der Aula des Katharineums jetzt auch im Johanneum gelungen ist, nicht nur der Schule, sondern der gesamten Hansestadt Lübeck einen multifunktionalen Veranstaltungsort zu bescheren. Dafür dankt die Hansestadt Lübeck allen Beteiligten, vor allem den Förderern des Johanneums und ganz besonders der Lübecker Possehl-Stiftung.” +++