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Antwort auf Anfrage öffentlich - VO/2026/14957-04

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Beratungsfolge

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Anlass:

Verschiedene Fragen aus dem Hauptausschuss vom 28.04.2026 zur Gründung eines 8. Gymnasiums VO/2026/14957

  1.                                                                                                                                                                                                    Wie sieht die Zeitschiene des Vorhabens aus?
  2.                                                                                                                                                                                                    Wird eine Mensa erforderlich werden? Gibt es eine nutzbare Sporthalle?
  3.                                                                                                                                                                                                    Kann ein solches Gymnasium am Standort Moisling überhaupt ausgelastet werden? Kann es mit Moislinger Schüler:innen ausgelastet werden? Wie könnte eine zentralere Lösung aussehen, die nicht zu derart vielen unfreiwilligen Schulzuweisungen führt?
  4.                                                                                                                                                                                                    Welche alternativen Standorte für ein neues Gymnasium wurden geprüft?

Welche Alternativen für eine zentralere Lösung wurden geprüft?

Inwiefern ist es möglich, vor dem Hintergrund der anstehenden Aufgaben an den bestehenden Gymnasien in planungstechnischer und finanzieller Hinsicht ein neues Projekt [ein neues Gymnasium] auf die Beine zu stellen?

  1. Wie stellt sich die Verwaltung die perspektivische Unterbringung der Jahrgänge 11 bis 13 in räumlicher und finanzieller Hinsicht vor/ braucht es später einen Erweiterungsbau?
  2. Inwiefern hat eine finanzielle Abwägung stattgefunden zwischen der Instandsetzung / Erweiterung der vorhandenen Gymnasien für die Unterbringung aller Schüler:innen und der Neugründung eines Gymnasiums (in Moisling)?

 

 


Antworten:

  1. Wie sieht die Zeitschiene des Vorhabens aus?

Sobald die Bürgerschaft zugestimmt hat, soll der Genehmigungsantrag gestellt werden. Ein erstes Treffen der Konzeptgruppe soll nach Absprache mit dem Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur noch vor Sommerpause stattfinden. Die Reparaturmaßnahmen sind für 2027/28 geplant. Der Start für den Betrieb der Klassenstufen 5-7 ist für das Schuljahr 2028/29 vorgesehen.

 

  1. Wird eine Mensa erforderlich werden? Gibt es eine nutzbare Sporthalle?

Nach dem Raumprogramm der Schulbaurichtlinie des Landes Schleswig-Holstein ist für ein 2-zügiges Gymnasium eine Mensa/ Küche/ Mehrzweckraum von 100 m² erforderlich, die in Kooperation mit der vorhandenen Mensa der Heinrich-Mann-Schule realisiert werden kann, gleiches gilt für die vorhandene Turnhalle. Die Turnhalle ist nutzbar und aktuell in Benutzung.

 

  1. Kann ein solches Gymnasium am Standort Moisling überhaupt ausgelastet werden? Kann es mit Moislinger Schüler:innen ausgelastet werden? Wie könnte eine zentralere Lösung aussehen, die nicht zu derart vielen unfreiwilligen Schulzuweisungen führt?

Zunächst einmal ist zu betrachten, wie viele Kinder in Moisling wohnen (werden):

Grundsätzlich leben zukünftig in Moisling genug Schüler:innen, um zwei Gymnasialklassen zu füllen. Die folgende Tabelle zeigt die zu erwartenden Schuljahrgänge der in den Schuleinzugsgebieten der drei Schulen in Moisling lebenden Kinder (Heinrich-Mann-Schule, Mühlenweg-Schule, Schule Niendorf). Die Prognose beinhaltet das bisherige Zuzugsmuster sowie Zuzüge in Baugebiete.

Fünfte Klasse im Jahr…

28/29

29/30

30/31

31/32

32/33

33/34

34/35

35/36

36/37

37/38

Zu erwartende in Moisling lebende SuS auf Basis des aktuellen / prognostizierten Jahrgangs bzw. der Geburten, Klassenwiederholungen, Zuzüge in Baugebiete, Umzüge etc. nach bisherigem Muster

139

157

151

118

130

134

154

121

140

141

Potentielle in Moisling lebende Gymnasial-SuS nach bisherigem stadtweiten Wahlverhalten (45% der SuS)

63

71

68

53

58

60

69

55

63

63

Quelle: Meldedaten sowie Schüler:innenmodellrechnung der Hansestadt Lübeck

Die Zahlen der zu erwartenden Gymnasiast:innen umfasst in jedem Jahrgang mehr als 50 SuS. Es besteht folglich (auch unter Abzug von Privat- und Förderschüler:innen) Potential für mindestens zwei Klassen.

Zusätzlich gibt es in den beiden angrenzenden Stadtteilen ebenfalls kein Gymnasium und das Carl-Jacob-Burckhardt-Gymnasium ist stark ausgelastet. In den drei Stadtteilen leben geschätzt aktuell in Moisling ca. 112, in Buntekuh 155 und in St. Lorenz-Süd 118 potentielle Fünftklässler. Bei einer Übergangsquote von 45% sind 173 potentielle Gymnasialschüler:innen zu erwarten, von denen rund 100 (bis bei aktueller Klassengröße auch 113) in 4 Klassen des CaJaBu aufgenommen werden können. 60 Kinder mit Gymnasialwunsch blieben zu versorgen.

Folglich sind Schüler:innen aus den beiden angrenzenden Stadtteilen ebenfalls einzuplanen.

Auch die vom Land Schleswig-Holstein veröffentlichten Zahlen (Anlage 1) zeigen, dass die Zahl der in der Hansestadt Lübeck insgesamt an Gymnasien beschulten Schüler:innen seit dem Schuljahr 2022/23 deutlich ansteigt (Zahlen für das Schuljahr 2025/26 noch nicht veröffentlicht), was bereits zur Auslastung der vorhandenen räumlichen Kapazitäten führte.

Die aktuelle Schulwahl Moislinger Fünft- und Sechstklässler:innen (Durchschnitt der beiden Jahrgänge) verdeutlicht ebenfalls den Bedarf:

Schule/Schulform

SuS aus Moisling pro Orientierungsstufenjahrgang (Durchschnitt aus Kl. 5 und 6)

Heinrich-Mann-Schule

44

CaJaBu

14

Innenstadtgymnasien

10

TMS + Trave-Gymnasium

1

Baltic-Schule mit Ziel Abitur (Schätzung nach bisherigem Anteil)

8

Baltic-Schule ohne Ziel Abitur (Schätzung)

9

andere GemS ohne Oberstufe

30

Förderzentrum (Schätzung)

6

Gesamt

122

Quelle: Abfrage bei den Schulen bzw. Berechnung aus Daten der Schulstatistik

 

25 Kinder der Orientierungsstufe besuchen im Schnitt aktuell Gymnasien außerhalb Moislings. Diese können als potentielle Schüler:innen für ein Gymnasium in Moisling gesehen werden. Dies gilt vermutlich auch für einen Teil der SuS, die die Baltic-Schule besuchen. Durch das geplante besondere Schulprofil wird das künftige Gymnasium attraktiv für weitere SuS. Der gebundene Ganztag wird Eltern bestärken, die Schulform für ihr Kind zu wählen, da es hier eng begleitet wird. Das bedeutet, dass allein aus Moisling 25+8+ x SuS, also mehr als eine Klasse, zu erwarten sind.

Der aktuelle Anteil in Moisling von ca. 28% SuS mit Ziel Abitur erscheint im Stadtvergleich (45% Anteil der Regelschüler:innen) zu niedrig. Dieser geringe Prozentsatz kann durch das fehlende Angebot begründet sein. Vermutlich besuchen SuS mit dem Ziel Abitur Gemeinschaftsschulen ohne Oberstufe und wechseln aktuell später z.B. auf berufliche Gymnasien oder andere Oberstufen.

Auch nach dieser Rechnung sind folglich inklusive der benachbarten Stadtteile ausreichend Schüler:innen zu erwarten.

 

Den beigefügten statistischen Daten des Landes ist außerdem zu entnehmen, dass die Abiturquote in der Hansestadt Lübeck mit 35,8% kaum über dem Landesdurschnitt von 34,9 liegt und unter den kreisfreien Städten Schleswig Holsteins die niedrigste bildet (Anlage 2). Bei den Übergängen auf Gymnasien (Anlage 3) liegt die Hansestadt Lübeck mit 45% deutlich hinter Kiel (56%) und Flensburg (52%)

 

Schulzuweisungen bilden die Ausnahme. Ist eine Aufnahme an der Wunschschule nicht möglich wird bei Verweis an eine andere Schule auf Erreichbarkeit geachtet. Durch den Bahnhaltepunkt und seine verbesserte Busanbindung ist der geplante Standort in Moisling gut erreichbar.

 

 

  1. Welche alternativen Standorte für ein neues Gymnasium wurden geprüft?
    Welche Alternativen für eine zentralere Lösung wurden geprüft?
    Inwiefern ist es möglich, vor dem Hintergrund der anstehenden Aufgaben an den bestehenden Gymnasien in planungstechnischer und finanzieller Hinsicht ein neues Projekt [ein neues Gymnasium] auf die Beine zu stellen?


Es gibt an keinem der anderen Gymnasien eine Ausbauoption auf den jeweiligen Schul-Grundstücken, die den Raumbedarf decken könnte, zeitnah umsetzbar und vergleichbar in den Kosten mit dem Standort in Moisling ist.

Der Standort in Moisling wurde aus drei Gründen sehr bewusst vorgeschlagen:  Das Bestandgebäude kann erstens mit verhältnismäßigem Mitteleinsatz für den gymnasialen Unterricht ertüchtigt werden. Zweitens haben Kinder und Jugendliche aus den Stadtteilen Moisling, Buntekuh und St. Lorenz Nord die Möglichkeit der Wahl eines sozialraumorientierten Schulkonzept und drittens stärkt die Standortwahl die Dezentralisierung der Bildungsinfrastruktur im Gymnasialbereich.

Alle anderen Stadtteile haben ein gymnasiales Angebot in erreichbarer Nähe bzw. weisen zu wenig Kinder auf, um dort ein Gymnasium auszulasten.

Das Projekt 8. Gymnasium, geplant in einem vorhandenen und nutzbaren Schulgebäude steht nicht in Konkurrenz zu anderen von der Politik mit Haushaltsbegleitbeschluss bereits priorisierten investiven Schulbauvorhaben, da das Gebäude weitgehend im Rahmen der Bauunterhaltung hergerichtet wird.

Für die Sanierung des Carl-Jacob-Burckhardt-Gymnasium (CaJaBu) im Bestand wurden Räume in der Beethovenstraße angemietet. Für die Ausweitung des Schulraums liegt eine Beschlussvorlage für die Erweiterung des Pavillons vor. Im Juni werden die Schulraumfragen des CaJaBu im Schul- und Sportausschuss ausführlich thematisiert.

 

 

  1. Wie stellt sich die Verwaltung die perspektivische Unterbringung der Jahrgänge 11 bis 13 in räumlicher und finanzieller Hinsicht vor/ braucht es später einen Erweiterungsbau?


Die Oberstufengründung wird drei Schuljahre nach der Gründung aktuell, entsprechend ist es mit dem Bildungsministerium abgesprochen. Die Räume dafür sollen nach Möglichkeit im Bestand auf dem Campus genutzt und ggf.  zusätzlich geschaffen werden. Im MINT-Bereich ist für die Raumnutzung bereits eine Kooperation aller Jahrgänge mit der Heinrich-Mann-Schule möglich.

 

 

  1. Inwiefern hat eine finanzielle Abwägung stattgefunden zwischen der Instandsetzung / Erweiterung der vorhandenen Gymnasien für die Unterbringung aller Schüler:innen und der Neugründung eines Gymnasiums (in Moisling)?

 

Es gibt an keinem der anderen Gymnasien eine Ausbauoption auf den jeweiligen Schul-Grundstücken, die den aktuellen Raumbedarf zeitnah decken könnte und vergleichbar in den Kosten mit dem Standort in Moisling ist. Da das Gebäude bereits besteht und keine wesentlichen Baumaßnahmen anfallen, ist diese Lösung die deutlich günstigere als An- oder Neubauten an einem der anderen Schulstandorte, die jedoch aufgrund der Grundstückssituationen nicht möglich sind.

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Anlagen

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