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Antwort auf Anfrage öffentlich - 20/0064

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Beratungsfolge

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Anlass:

 

Anfrage des AM Karin Burakowski in der Sitzung des Ausschusses für Kultur und Denkmal­pflege vom 09.02.2026 zum Stand der Museumspädagogik in den LÜBECKER MUSEEN:

 

1.  Wie stellt sich der aktuelle Stand der Museumspädagogik in den Lübecker Museen dar?

2.  Über welche personellen Ressourcen verfügen die Lübecker Museen im Bereich der Museumspädagogik (bitte unter Angabe von Stellenanteilen und unter Einbeziehung von

Honorarkräften)?

3.  Welche museumspädagogischen Angebote sind für das Jahr 2026 geplant?

4.  Wie werden die derzeit angebotenen museumspädagogischen Projekte finanziert?

 

Antwort:

 

1. Wie stellt sich der aktuelle Stand der Museumspädagogik in den Lübecker Museen dar?

Bei Gründung des Museumverbundes im Jahr 2006 war der Bereich der Bildung und Vermittlung zunächst mit einer Vollzeitstelle besetzt, deren Stelleninhaberin ab Mai 2013 in die Freistellungsphase ihrer Altersteilzeit eingetreten ist. Ab Juni 2013 wurde daher ein Volontariat geschaffen, das über zehn Jahre alleinverantwortlich in dem Bereich tätig war. Zum Februar 2023 konnte erneut eine Vollzeitstelle zur Leitung des Bereichs eingerichtet und besetzt werden. Mit Beschluss zum Haushalt 2024 (VO/2023/12437-02-01) wurde eine weitere Vollzeitstelle zur Unterstützung des Bereiches geschaffen, die ab Oktober 2024 besetzt werden konnte, sodass mit zwei Vollzeitstellen und einem Volontariat eigentlich eine solide Grundlage für die Bildungs- und Vermittlungsarbeit der Museen geschaffen war.

Da jedoch die Leitung des Bereiches die LÜBECKER MUSEEN nach knapp zwei Jahren wieder verlassen hat und die Inhaberin der zweiten Vollzeitstelle einige Monate nach Antritt der Stelle temporär ausgefallen ist (bis voraussichtlich Oktober 2026), konnte noch nicht die erwünschte und notwendige Kontinuität in der Bildungs- und Vermittlungsarbeit erreicht werden. Die neue Leitung (ab April 2025) ist daher gemeinsam mit dem Volontariat noch wesentlich mit dem strukturellen Aufbau des Bereichs beschäftigt. Sie unternimmt große Anstrengungen in der Analyse der vorhandenen Angebote, der Systematisierung von Abläufen und der Prozessoptimierung. Damit konnte der Bereich inzwischen einigermaßen konsolidiert und eine Basis für die künftige professionelle Arbeit geschaffen werden. Diese wird mit der vollständigen Besetzung der Stabstelle (voraussichtlich ab Oktober 2026) sukzessive weiterentwickelt werden können.

Grundsätzlich ist in Anbetracht der Größe und Vielfalt des Museumsverbundes und der Bedeutung des Aufgabenbereiches für die Wahrnehmung des Bildungsauftrags von Museen ein Ausbaubedarf der personellen und finanziellen Ressourcen dieses Bereiches weiterhin vorhanden.

 

2. Über welche personellen Ressourcen verfügen die Lübecker Museen im Bereich der Museumspädagogik (bitte unter Angabe von Stellenanteilen und unter Einbeziehung von Honorarkräften)?

Siehe auch Antwort zu 1.

Der Bereich verfügt über zwei reguläre Vollzeitstellen und eine Volontariatsstelle (ebenfalls Vollzeit). Das in der Stabstelle angesiedelte Volontariat konnte zum 21.8.2025 turnusgemäß neu besetzt werden. Die befristete Besetzung der temporär vakanten Vollzeitstelle zur Unterstützung der Stabstellenleitung konnte dagegen aufgrund des Begleitbeschlusses zum Haushalt 2025 (VO/2024/13494-01-01) weiterhin nicht erfolgen. Nach jetzigem Stand wird das Team der Stabstelle erstmals wieder im Oktober 2026 nach 19 Monaten voll einsatzfähig sein. Die Stabstelle Bildung und Vermittlung ist aktuell folglich nur mit der Stabstellenleitung (Vollzeit) und dem Volontariat besetzt.

Vor diesem Hintergrund ist aktuell leider keine Planungssicherheit für größere Aufgaben über die nächsten drei Monate hinaus möglich und das Team Bildung und Vermittlung kann sich nicht für größere Projekte z.B. 2027 verpflichten, sondern stellt vor allem das laufende Tagesgeschäft ohne besondere Aufwüchse sicher.

Die im Auftrag der LÜBECKER MUSEEN tätigen Honorarkräfte nehmen keine Stellenanteile ein. Derzeit befinden sich knapp 50 Honorarkräfte im Pool der LÜBECKER MUSEEN. Insgesamt erbrachten sie im Auftrag der Kulturstiftung 2025 Leistungen im Umfang von rund 435 öffentlichen und 700 gebuchten Angeboten. Da die Angebote unterschiedlich strukturiert und mit verschiedenen Einarbeitungszeiten verbunden sind, lässt sich daraus keine verlässliche Stundenzahl im Verhältnis zu Vollzeitäquivalentstellen errechnen. Die Angebote der LÜBECKER MUSEEN ließen sich ohne einen derartigen Pool nicht durchführen. Zugleich ist eine strategische Steuerung der Angebote durch eine Stabstelle unerlässlich.

 

3. Welche museumspädagogischen Angebote sind für das Jahr 2026 geplant?

Ziel ist es, künftige Angebote vorwiegend auf Grundlage konkreter Bedarfe zu schaffen. Nachdem zahlreiche Abläufe zentralisiert wurden, Standards für die Qualitätssicherung gesetzt, der Pool der Honorarkräfte konsolidiert und die Kommunikation verbessert wurden, liegen die Schwerpunkte 2026 weiter auf dem Schaffen von übergreifenden Standards, Arbeitsgrundlagen und dem Schließen von Angebotsdefiziten. Konkret sind folgende übergreifende Maßnahmen vorgesehen:

  • Verbesserung der Auffindbarkeit, Sichtbarkeit und Vermarktung der vorhandenen Angebote der LÜBECKER MUSEEN
  • Zielgruppenspezifischer Ausbau der Angebote mit Schwerpunkt auf Schulen und Kitas
  • Optimierung der bestehenden Programme und Entwicklung neuer Konzepte
  • Strategische Vernetzung mit Schulen und Bildungseinrichtungen und bessere Kommunikation der spezifischen Angebote

Ein langfristiges Ziel besteht darin, dass die Besucher:innen der LÜBECKER MUSEEN künftig mehr Angebote anfragen (qualitative Steigerung des Museumsbesuchs und Verlängerung der Verweildauer) sowie häufiger wiederkehren.

Aufgrund der Koordinierungsfunktion der Stabstelle und des Ausbaus der Vermarktung kann nur rund ein Drittel der Arbeit in die (Weiter-)Entwicklung vorhandener und neuer Angebote gesteckt werden. Dazu gehören auch die Koordination und Durchführung von Veranstaltungen wie dem Internationalen Museumstag, dem Tag des Offenen Denkmals oder Halloween im Holstentor sowie die Unterstützung zahlreicher übergreifender Veranstaltungen der LÜBECKER MUSEEN.

Darüber hinaus entwickelt die Stabstelle Bildung und Vermittlung mit Blick auf sämtliche Zielgruppen der LÜBECKER MUSEEN neue Konzepte und Programmangebote. Dazu gehören 2026 z.B. das Format »Farben, überall Farben« im Museum Behnhaus Drägerhaus, »Philosophieren mit Kindern« im Günter Grass-Haus und der Kunsthalle St. Annen, mehrere Schul-Workshops für das Buddenbrookhaus, regelmäßig wiederkehrende Angebote für Familien, Kurzführungen für Erwachsene in mehreren Häusern (»Mittagspausen-Angebote«), ein Quartiersrundgang in Herrenwyk oder die Einführung einer neuen Tastführung zu »Spirit Canoe« der Sammlung Kulturen der Welt für Menschen mit Seheinschränkung.

 

4. Wie werden die derzeit angebotenen museumspädagogischen Projekte finanziert?

Im Jahr 2026 sind für die Stabstelle Bildung und Vermittlung 50 T EUR im Haushalt des Museumsverbundes zur Verfügung gestellt, die durch Umschichtung innerhalb des Haushaltes ermöglicht wurden. Weitere 10 T EUR werden dem Bereich aus Fördermitteln der Possehl-Stiftung zur Verfügung gestellt.

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