Veröffentlicht am 17.04.2026

Lübeck zeigt Ausstellung zur Grenzgeschichte

Ausstellung zur deutschen Teilung in der Metropolregion Hamburg bis 14. Oktober 2026

Die Ausstellung „Gewachsen. Geteilt. Geeint. Grenzgeschichte(n)“ zeigt, wie sehr das Gebiet der Metropolregion Hamburg durch die deutsche Teilung beeinflusst und geprägt wurde.

Bis zum 14. Oktober 2026 wird in der Grenzdokumentationsstätte Lübeck-Schlutup die Ausstellung „Gewachsen. Geteilt. Geeint. Grenzgeschichte(n)“ gezeigt. Sie führt vor Augen, wie die Metropolregion Hamburg durch historische Entwicklungen wie die deutsche Teilung geprägt ist. Sie erzählt von der einstigen wirtschaftlichen Verflechtung der Region und den Auswirkungen der Teilung auf Mensch, Wirtschaft und Natur. Sie zeigt das Zusammenwachsen nach der Wiedervereinigung und wagt einen Blick in die Zukunft. 

Lübeck-Schlutup war Deutschlands nördlichster Grenzübergang und der einzige auf dem Gebiet einer Großstadt. Die Grenze erstreckte sich von der Ostsee bis zum Ratzeburger See und verlief über weite Strecken entlang der beiden Flüsse Trave und Wakenitz.

Geschichte, Entwicklung und Prägung der Region

In der Ausstellung zeigt die Metropolregion Hamburg die Geschichte, Entwicklung und Prägung der Region mit ihrer rund 300 Kilometer langen ehemaligen innerdeutschen Grenze, die die heutigen Bundesländer Schleswig-Holstein, Niedersachsen von Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt trennte.

Welche historischen Verflechtungen und Handelsströme haben die Region vor der deutschen Teilung geprägt und welche Konsequenzen hatte die Grenzziehung für die Region und die Großstädte Hamburg und Lübeck? Es geht um das Leben entlang der zunächst noch durchlässigen Grenze nach dem Zweiten Weltkrieg, die dann weiter zu einer fast unüberwindbaren und tödlichen Grenze zwischen den deutschen Staaten ausgebaut wurde.

Hier standen sich zwei politisch und wirtschaftlich konkurrierende Systeme am „Eisernen Vorhang“ gegenüber und damit auch völlig unterschiedliche Lebenswelten. Was bedeutete es, mit und an der innerdeutschen Grenze zu leben? Wie erlebten Menschen ihre Kindheit und ihr weiteres Leben im Zonenrandgebiet und wie im Sperrgebiet? Die Ausstellung thematisiert die Freude über die überraschende Grenzöffnung, die sich am Grenzübergang Selmsdorf – Schlutup bereits um 21:53 ereignete, aber auch die Herausforderungen, die das Zusammenwachsen und die Neuordnung der Region an die Menschen stellte.

Lübeck wurde zum Schauplatz des Kalten Krieges

Monika Frank, Kultursenatorin der Hansestadt Lübeck, sagte bei der Eröffnung der Ausstellung: „Als „Königin der Hanse“ lag Lübeck einst im Zentrum Europas. Durch die deutsche Teilung rückte die Hansestadt an den „Zonenrand“ Westdeutschlands – buchstäblich ans „Ende der Welt“. Abgeschnitten von Absatzmärkten, Zulieferbetrieben und Arbeitskräften wurde sie zum Schauplatz des Kalten Kriegs und der Propaganda zwischen Ost und West. Durch die Gründung des Bundesgrenzschutzes in Lübeck, die Agentenschleusen, die Einführung des Kleinen Grenzverkehrs, die Partnerstadt Wismar, die Transitreisenden und auch die Mülltransporte über den Grenzübergang Schlutup-Selmsdorf in die DDR setzte ab den siebziger Jahren erneut ein Wandel ein: Lübeck wurde zur Drehscheibe zwischen Ost und West in der Metropolregion Hamburg. Diese abwechslungsreiche Geschichte gilt es zu bewahren und weiter zu erforschen. Sie in einen größeren Kontext zu setzen und weiterzuerzählen ist das Ziel unserer Neuausrichtung der Grenzdokumentations-Stätte Schlutup.“

Gewachsen, Geteilt und Geeint

Die Ausstellung gliedert sich in die drei Teile: Gewachsen, Geteilt und Geeint. Im Teil „Gewachsen“ geht es um den Lebensraum in der Metropolregion Hamburg. Wie unsere Region von der Natur bestimmt und von uns Menschen verändert wurde, wird besonders an der Elbe sichtbar. Auch die Einflüsse der Zeit der Hanse prägen unsere Region deutlich.

Wie rücksichtslos die gewaltsame Teilung Deutschlands mit Menschen und ihren Lebensräumen umging, ist Thema im Abschnitt „Geteilt“. Die Menschen in der DDR, aber auch im Westen, mussten lernen, mit der neuen Situation zu leben. Zeitzeuginnen und Zeitzeugen berichten von ihren Erfahrungen. Sie erzählen die Geschichte der deutschen Zweistaatlichkeit und blicken aus wechselnden Perspektiven auf das Leben im Zonenrand- und Sperrgebiet.

Der dritte Teil beschreibt unter dem Titel „Geeint“ die Freude über das Ende der Teilung, aber auch die Schwierigkeiten, die zu meistern waren. Er ist auch eine Anregung, sich mit den Herausforderungen dieser neuen Situation zu befassen, einem Veränderungsprozess, in dem sich Menschen, Gesellschaft und die Natur neu finden.

Öffnungszeiten und Führungen

Die Ausstellung kann donnerstags von 10 bis 16 Uhr und samstags von 14 bis 17 Uhr besucht werden. Der Eintritt ist frei. Führungen ab einer Gruppengröße von zehn Personen können per E-Mail an anfragen@grenze-Lübeck.de angemeldet werden.

Weitere Informationen zur Ausstellung sind online abrufbar unter https://metropolregion.hamburg.de/natur-und-kultur-erleben/grenzgeschichten/ausstellung-zur-deutschen-teilung-in-der-metropolregion-hamburg-1161012

Im Rahmen des zugrundeliegenden Projekts „Grenzgeschichte(n)“ in der Metropolregion Hamburg hat sich entlang von rund 30 Orten in der Metropolregion Hamburg eine lebhafte Erinnerungslandschaft entwickelt.

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Quelle: Metropolregion Hamburg