Veröffentlicht am 09.03.2026

Tourismusnetzwerk auf dem Priwall in Kooperation

Fachwerkstatt am 27. Februar 2026 entwickelt erste konkrete Maßnahmen

Akteur:innen der Zukunftswerkstatt

Die Zukunft des Priwall stand im Mittelpunkt einer tourismusfachlichen Zukunftswerkstatt, zu der Lübecks Wirtschafts- und Sozialsenatorin Pia Steinrücke Vertreter:innen aus Beherbergung, Gastronomie, Dienstleistung und Freizeiteinrichtungen am 27. Februar eingeladen hatte. Ziel des Beteiligungsformats war es, auf Grundlage des Tourismusentwicklungskonzeptes Lübeck und Travemünde 2030 (TEK) eine Bilanz der bisherigen Entwicklung zu ziehen und darauf aufbauend konkrete Ansätze für eine nachhaltige und zukunftsfähige Weiterentwicklung der Halbinsel zu erarbeiten.

„Der Priwall ist ein besonderer Ort mit großem Potenzial. Dieses Potenzial wollen wir gemeinsam mit allen Beteiligten verantwortungsvoll und mit einem mutigen Blick nach vorn weiterentwickeln“, betont Senatorin Pia Steinrücke. Ziel sei es insbesondere, das touristische Angebot stärker ganzjährig auszurichten und qualitativ weiterzuentwickeln.

Der Priwall ist als Teil des Seebads Travemünde ein bedeutender Bestandteil des Tourismusstandortes Lübeck. Mit rund 1,2 Millionen Übernachtungen jährlich entfällt etwa die Hälfte der touristischen Nachfrage im Gesamtraum Lübeck–Travemünde auf Travemünde; rund ein Viertel dieser Übernachtungen wird auf dem Priwall generiert. Damit trägt die Halbinsel substanziell zur Wertschöpfung im Tourismus bei.

Als besonderer Natur- und Erlebnisraum an der Ostsee verbindet der Priwall eine ökologisch sensible Küstenlandschaft mit touristischer Infrastruktur und gewachsenen Wohnstrukturen. Zudem ist er in den sogenannten Promenadenrundlauf eingebunden – eine zentrale Wege- und Erlebnisachse des Seebades, die das touristische Profil Travemündes maßgeblich prägt.

Gemeinsame Handlungsfelder für eine ganzjährige Entwicklung

Die Hansestadt Lübeck setzt mit der Zukunftswerkstatt bewusst auf Dialog, Transparenz und kooperative Entwicklung. In moderierten Arbeitsgruppen wurden zentrale Handlungsbedarfe identifiziert und prioritäre Maßnahmenvorschläge erarbeitet. Im Fokus standen insbesondere folgende Themenfelder:

·         Erreichbarkeit, Besucherfrequenz und Steuerung des Tagestourismus

·         Veranstaltungen, Besuchsanlässe und zielgerichtetes Marketing

·         Infrastruktur und Facility Management

·         Kooperatives Standortmanagement

Christian Martin Lukas, Geschäftsführer der Lübeck und Travemünde Marketing GmbH (LTM), unterstreicht die Bedeutung klarer Zuständigkeiten und abgestimmter Prozesse: „Wir wollen Transparenz in Verantwortlichkeiten schaffen und Schnittstellen optimieren, damit die Aufenthaltsqualität auf dem Priwall weiter steigt. Eine bessere ganzjährige Auslastung der vorhandenen Betten kann nur gelingen, wenn Angebot, Infrastruktur und Kommunikation stimmig ineinandergreifen und zusätzliche Besuchsanlässe geschaffen werden.“ Für die kommende Saison seien neue Veranstaltungsformate geplant; im Herbst starte zudem eine Marketingkampagne mit Fokus auf die Nebensaison.

Uwe Kirchhoff, Leiter des Kurbetriebs Travemünde, begrüßt die breite Beteiligung an der Zukunftswerkstatt: „Mehr als 30 Akteur:innen haben sich konstruktiv eingebracht und zentrale Stellschrauben identifiziert. Nun geht es darum, priorisierte Maßnahmen zügig umzusetzen und sichtbare Verbesserungen für Gäste und Einheimische zu erzielen. Ein wesentlicher Baustein für das ganzheitliche Erlebnis des Promenadenrundlaufes – und damit verbunden die Steigerung der Frequenzen auf dem Priwall – ist eine niederschwellige und preislich attraktive Gestaltung der Fährnutzung, die insbesondere Fußgänger:innen und Radfahrenden den unbeschwerten Wechsel zwischen beiden Ufern ermöglicht.“

Auch private Investor:innen engagieren sich für eine Weiterentwicklung des Angebots auf dem Priwall. Unter dem Namen PriWilly Cosmos plant zum Saisonstart eine Investor:innengruppe im Aktivitätscenter der Beach Bay neue Erlebnis- und Gastronomieangebote für unterschiedliche Zielgruppen. „Gemeinsam mit den Akteur:innen vor Ort möchten wir Motor für eine ganzjährige touristische Bespielung des Priwalls sein“, so Michael Ritter von PriWilly Cosmos.

Dialog als Auftakt für ein kooperatives Standortmanagement

Die Interessenvertretung Priwall Waterfront (IvPW) sowie örtliche Vermittlungsagenturen für Ferienwohnungen diskutierten insbesondere Fragen eines abgestimmten Standortmanagements. Im Mittelpunkt stehen reibungslose Abläufe im Ferienwohnungssegment, eine qualitätsgesicherte Gästebetreuung sowie die Pflege und Unterhaltung von Außenanlagen. Hier gilt es, private und öffentliche Interessen, unterschiedliche Eigentumsverhältnisse und Zuständigkeiten klar zu definieren und besser zu koordinieren. Manfred Soyke von der IvPW dazu: „Wir haben proaktiv den Dialog mit den zuständigen städtischen Akteuren gesucht und freuen uns, dass unser Engagement auf fruchtbaren Boden gefallen ist. Wir bringen uns gern ein und laden die Beteiligten zu einem nächsten Termin im März ein, um weitere Bausteine für eine eigenverantwortliche und kooperative Weiterentwicklung des Priwalls zu erarbeiten.“

Die beteiligten Akteur:innen werden die inhaltliche Vertiefung nun in themenspezifischen Arbeitsgruppen fortsetzen und erste Umsetzungsschritte einleiten. Für den Herbst ist ein weiteres Werkstattgespräch in großer Runde vorgesehen. Mit dem Beteiligungsprozess unterstreicht die Stadt ihren Anspruch, die Entwicklung des Priwalls im konstruktiven Austausch mit Wirtschaft, Eigentümer:innen und Öffentlichkeit zu gestalten. Die Zukunftswerkstatt versteht sich als Auftakt für einen kontinuierlichen Dialog- und Umsetzungsprozess.

Folgende Institutionen und Leistungsanbieter:innen haben an der Zukunftswerkstatt teilgenommen: DLRG, Edeka Jans, fwi Hamburg, GLC/Urlaubsglück.de, Homes by the Sea, Interessenvertretung Priwall Waterfront (IvPW), Nordic GmbH, Novasol Priwall, Ostseestation, Planet Gruppe, Port 54°, PriWilly Cosmos GmbH, SlowDown, Travemünder Wirtschaftsgemeinschaft e.V., Hansestadt Lübeck: Bereich Wirtschaft und Soziales, Bereich Schule und Sport und Bereich Stadtplanung, Kurbetrieb Travemünde, Lübeck und Travemünde Marketing GmbH sowie dwif Consulting GmbH.

+++

Quelle: Lübeck Tourismus