Veröffentlicht am 09.03.2026

Comic trifft Kloster - Archäologie wird zur Bildergeschichte

Vergangenheit trifft auf Gegenwart am 13. März 2026 im Geschichtserlebnisraum Roter Hahn

Comic trifft Kloster - Archäologie wird zur Bildergeschichte

Wenn jahrhundertealte Funde auf frische Comic-Kunst treffen, entsteht etwas ganz Besonderes: Am 13. März 2026, laden die Abteilung Archäologie der Hansestadt Lübeck und der Geschichtserlebnisraum Roter Hahn gemeinsam mit dem Lübecker Kilian Andersen Verlag zu einem außergewöhnlichen Comic-Event in die eindrucksvolle Klosteranlage in Kücknitz ein. Anlass ist der bevorstehende Release eines brandneuen, in dieser Form einzigartigen Lübeck-Comics – und der verspricht nichts Geringeres als eine neue Art, Geschichte zu erzählen. Wo sonst das Mittelalter lebendig wird, schlagen an diesem Tag Archäologie und Zeichenkunst ein gemeinsames Kapitel auf.

Wie ein Comic echte Geschichte erzählt

Der Geschichtserlebnisraum Roter Hahn, eine offene soziale Einrichtung mit dem Ziel, die Lebenswelt des Mittelalters für Kinder, Jugendliche und Erwachsene erfahrbar zu machen, bietet dafür die ideale Bühne. In der neuen Klosteranlage und inmitten gelebter Geschichte wird deutlich: Vergangenheit ist alles andere als verstaubt. „Für uns ist dies der perfekte Ort, um archäologische Themen niedrigschwellig und zugleich inhaltlich fundiert zu vermitteln“, erklärt Projektleiter Arne Voigtmann. „Der Comic eröffnet neue Zugänge zur Vergangenheit und spricht Zielgruppen an, die wir mit klassischen Formaten kaum erreichen. Wir wollen Geschichte nicht nur erklären – wir wollen sie erzählen.“

Ein besonderes Highlight erwartet die Besucherinnen und Besucher im Rahmen der offenen Kunstgruppe: Der Kirchenmaler, studierte Künstler und Illustrator Felix Karweick wird gemeinsam mit den Kindern der Kunstgruppe vor Ort originale archäologische Funde live zeichnerisch interpretieren. So wird der kreative Entstehungsprozess unmittelbar sichtbar – vom Fundstück zur Comic-Illustration. Anmeldungen zur offenen Kunstgruppe sind per E-Mail an frank.thomas@geschichtserlebnisraum.de noch möglich.

Original, Forschung und künstlerische Interpretation

Darüber hinaus gewährt die Lübecker Archäologie exklusive Einblicke in die Entwicklung des Comic-Projekts. Wie entsteht aus wissenschaftlicher Recherche eine spannende Bildergeschichte? Welche Originalfunde finden ihren Weg in die Comicbilder? Und wie eng arbeiten Archäologie und Illustration tatsächlich zusammen? Ausgewählte Fundstücke, die im Comic eine Rolle spielen, werden vor Ort präsentiert – und schlagen so die Brücke zwischen Original, Forschung und künstlerischer Interpretation.

„Gerade diese enge Verzahnung von Fundmaterial und Illustration macht das Projekt so besonders“, betont Frank Thomas, Leiter des Geschichtserlebnisraums Roter Hahn. „Archäologie wird hier nicht nur erklärt, sondern lebendig und visuell erzählt. Das schafft Nähe – und Begeisterung.“

Für Felix Karweick ist es zugleich eine Rückkehr an einen vertrauten Ort: Bereits in früheren Projekten gestaltete er im Rahmen des Klosterensembles die Kirche St. Nicolai, eine Wandstabkirche des 12. Jahrhunderts, sowie das Refektorium mit romanischen Malereien. Seine Arbeiten stehen für historische Sensibilität, künstlerische Präzision und ein feines Gespür für die Atmosphäre vergangener Zeiten.

Neue Wege der Wissensvermittlung

Das Comic-Event zeigt eindrucksvoll, wie Denkmalpflege, Archäologie und zeitgenössische Kunst neue Wege der Wissensvermittlung gehen können – anschaulich, dialogisch und generationsübergreifend.

Am 13. März 2026 wird das Kloster zur Zeichenwerkstatt und die Geschichte Lübecks zur lebendigen Bilderzählung. Ein Termin, der Vergangenheit und Gegenwart auf überraschende Weise zusammenbringt – und beweist, dass große Geschichten manchmal genau dort beginnen, wo man sie nicht erwartet: in mittelalterlicher Atmosphäre und mit frischen Comicbildern.

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