Helga-Rammow Porträtzeichnung Heinz-Joachim Draeger
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Die LÜBECKER MUSEEN trauern um Dr. Helga Rammow, die am 17. Februar 2026 im Alter von 100 Jahren verstorben ist. Als erste Direktorin der Lübecker Völkerkundesammlung nach 1945 prägte sie die Entwicklung des Hauses von 1971 bis zu ihrem Ruhestand 1990 nachhaltig.
Helga Rammow wurde 1925 in Finkenwerder geboren, wo sie in einem durch die maritime Arbeitswelt geprägten Umfeld aufwuchs. Bereits als Jugendliche erlebte sie die politischen und gesellschaftlichen Umbrüche der Zeit: Während des Zweiten Weltkriegs absolvierte sie zunächst den Arbeitsdienst und unterrichtete anschließend Kinder in Pommern und Oberschlesien. Nach Kriegsende kehrte sie – teils unter schwierigen Bedingungen – nach Hamburg zurück, wo sie zunächst eine kaufmännische Lehre absolvierte und später in der Verwaltung arbeitete. Erst mit Anfang 30 begann sie ein Studium der Völkerkunde in Hamburg, das den Grundstein für ihre wissenschaftliche Laufbahn legte.
1971 wurde sie Rammow Direktorin der Lübecker Völkerkundesammlung. Unter ihrer Leitung wurden im Zeughaus ein Depot und ein vielfältiges Programm aus Ausstellungen, Vermittlungsformaten, Tagungen und Publikationen aufgebaut. Mit Projekten wie „Was geht uns deren Armut an?“ setzte sie früh Impulse für eine politisch und sozial reflektierte Museumspraxis.
Von großer Bedeutung waren ihre Forschungsreisen, insbesondere ihr Aufenthalt in Russland und Usbekistan 1985, mit dem sie die historischen Sammlungen des ersten Direktors des Lübecker Völkerkundemuseums Richard Karutz durch zeitgenössische Objekte erweiterte. Einige dieser Objekte sind aktuell in der am 6. März eröffneten Ausstellung „Der Lübecker Divan: Ein Reiseführer für die Seidenstraße“ im St. Annen-Museum zu sehen.
Die LÜBECKER MUSEEN verlieren mit Dr. Helga Rammow eine herausragende Wissenschaftlerin, eine engagierte Museumsgestalterin und eine Persönlichkeit, deren Wirken weit über die Grenzen Lübecks hinausstrahlt.
Weitere Informationen unter https://skw.die-luebecker-museen.de +++
Quelle: Die Lübecker Museen
