Jehona Kicaj Debuetnacht
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Am Dienstag, 3. Februar 2026, wird um 19 Uhr der 12. Debütpreis des Buddenbrookhauses 2024/25 im Audienzsaal des Lübecker Rathauses verliehen: Ausgezeichnet wird die Schriftstellerin Jehona Kicaj für ihren Debütroman „ë“.
Nach der Begrüßung durch Ulrich Hoffmeister, Vizepräsident des Lions Club Lübeck-Hanse, hält der NDR-Reporter und freie Journalist Philip Kamke die Laudatio. Die Preisübergabe erfolgt durch die Direktorin des Buddenbrookhauses, Dr. Caren Heuer. Im Anschluss liest Jehona Kicaj aus ihrem Roman und spricht mit Dr. Caren Heuer über ihr Werk. Der Abend wird vom Klezmer- und Volksmusiktrio Junaït mit Lynn Hartfil (Kontrabass), Clara Wigger (Klarinette) und Karoline Kolditz (Gitarre) musikalisch begleitet. Abschließend wird es einen Sektempfang geben.
Der Einlass beginnt ab 18.30 Uhr. Der Preis wird vom Lions Club Lübeck-Hanse gestiftet.
Jehona Kicaj wurde 1991 im Kosovo geboren und floh in den 1990er Jahren mit ihren Eltern nach Deutschland. Sie studierte Philosophie, Germanistik und Neuere Deutsche Literaturwissenschaft in Göttingen. Für ihren Debütroman „ë“ erhielt sie den Literaturpreis „HANNA“ der Landeshauptstadt Hannover und stand damit auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2025.
Die Jury begründete ihre Entscheidung für Jehona Kicajs Debütroman mit den Worten: „Jehona Kicaj findet leise, aber eindrucksvolle Worte für Sprachlosigkeit und Schweigen angesichts eines Krieges, der in Deutschland fast in Vergessenheit geraten ist. Sie erzählt von den Traumata der eigenen Familiengeschichte, von Flucht-, Kriegs- und Rassismuserfahrungen, mit denen sich die Protagonistin auseinandersetzt. Der Roman zeichnet sich besonders dadurch aus, dass er sich auf jeder Ebene mit Sprache beschäftigt, beginnend mit dem Einsatz von englischen und albanischen Passagen bis zum Leitmotiv des Zahns. Die präzisen Beschreibungen, die sowohl durch dokumentarisch-sachliche wie poetische Züge bestechen, machen den Schmerz und die Entwurzelung spürbar. Besonders eindrücklich vermittelt Kicaj dabei den Einfluss, den diese Erlebnisse nicht nur auf den Geist, sondern auch auf den Körper haben. Kicaj verflicht individuelle Erfahrung und kollektive Erinnerung zu Bildern, die persönliche wie gesellschaftliche Themen sicht- und fühlbar machen und den Lesenden lange im Gedächtnis bleiben.“
Der Debütpreis des Buddenbrookhauses wird seit 2003 alle zwei Jahre in Erinnerung an eines der erfolgreichsten Debüts der deutschen Literatur, Thomas Manns „Buddenbrooks“, verliehen und ist seit 2024/25 mit 5.000 Euro dotiert. Das Preisgeld und die Preisverleihung stiftet seit Beginn der Vergabe der Lions Club Lübeck-Hanse. Bisherige Preisträger:innen sind Christof Hamann (2003), Juliane Hielscher (2005), Robert Seethaler (2007), Jan Christophersen (2009), Nino Haratischwili (2011), Carmen Stephan (2013), Verena Boos (2014/15), Simon Strauß (2016/17), Dana von Suffrin (2018/19), Yulia Marfutova (2020/21) und Behzad Karim Khani (2022/23).
Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos, jedoch wird um eine Online-Anmeldung über den folgenden Link gebeten www.buddenbrookhaus.de/index.php?seid=20295&vid=11510.
Weitere Informationen finden sich online unter www.buddenbrookhaus.de/debuet-im-buddenbrookhaus. +++
Quelle: Die Lübecker Museen
