Veröffentlicht am 08.03.2021

Landstrom im Lübecker Hafen

EU fördert Klimaprojekt

 

Lübeck macht sich erneut für den Landstrom stark: Die Hansestadt, vertreten durch die Lübeck Port Authority (LPA), die Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG) als Konsortialführerin sowie der „Port of Helsinki“ erhalten insgesamt bis zu 3,4 Millionen Euro aus dem EU-Programm „Connecting Europe Fazilität für Verkehr (CEF), Schwerpunkt Motorways of the Sea (MoS)“.

Ihr gemeinsames Projekt „MoS Hansalink2“ sieht schwerpunktmäßig vor, dass die Häfen Helsinki und Lübeck an jeweils zwei Anlegern Landstromanlagen errichten. Schiffe der Reederei Finnlines, die im Fährverkehr zwischen dem Lübecker Terminal Skandinavienkai und dem finnischen Hafen Helsinki-Vuosaari pendeln, können in der Zukunft während ihrer Liegezeit auf Schiffsdiesel verzichten und stattdessen auf umweltschonenderen Landstrom zugreifen.

Der ist in Lübeck nicht neu: Bereits 2008 konnten Frachtschiffe am Nordlandkai an die Steckdose gehen. Doch es blieb bei diesem einen Feldversuch, denn der an Bord erzeugte Strom ist umweltbelastender, aber deutlich günstiger. Die Häfen Lübeck und Helsinki werden nun untersuchen, wie sich aus heutiger Sicht Umweltschutz, Rentabilität und infrastrukturelle Gegebenheiten an Land und an Bord „unter einen Hut“ bringen lassen.

Das im Februar 2020 aufgelegte deutsch-finnische Projekt soll 2023 abgeschlossen werden. Die Projektpartner haben fest im Visier, klimaschädliche Treibhausgasemissionen in ihren Regionen zu reduzieren. „Mit den beiden Anlagen starten wir den ‚Klimaschutzplan Hafen‘, den der kürzlich verabschiedete Hafenentwicklungsplan 2030 vorsieht“, erklärt Guido Kaschel, Leiter der LPA. Sie werden allen Reedereien an den beiden Standorten offenstehen.

 Sebastian Jürgens, Geschäftsführer der LHG ergänzt: „Wir sind überzeugt davon, dass umweltschonender Landstrom im Fährverkehr sinnvoll eingesetzt werden kann. Das ist praktischer Umweltschutz. Zugleich spiegelt das Projekt die Partnerschaft zwischen den Häfen Lübeck und Helsinki, die nicht nur auf diesem Feld innovativ zusammenarbeiten.“ Mit ihrem CEF-Programm will die EU Kurzstreckenseeverkehre nachhaltiger und effizienter gestalten. Neben Landstromanlagen fördert sie auch neue Gatesysteme in den Häfen. Der LPA wurden dafür 1,8 Millionen zugesprochen, die LHG erhält bis zu 940 000 und der Hafen Helsinki rund 690 000 Euro. Die Reederei Finnlines wirkt als assoziierte Partnerin mit.

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Die Lübecker Hafen-Gesellschaft mbH ist Deutschlands größte RoRo-Hafenbetreiberin an der Ostsee. An ihren vier Hafenterminals werden hochfrequente Seeverkehre in den Ostseeraum angeboten. Die Ladeeinheiten werden gebündelt und durch leistungsfähige Systeme mit dem Hinterland verbunden. Die LHG ist eine zuverlässige Partnerin der Forstprodukte- und Automobilindustrie.+++

Quelle: LHG