VHS Lübeck-Themenvormittag ADHS
Copyright HL
Am Samstag, 24. Januar 2026 fand in der VHS Lübeck in der Hüxstraße ein Themenvormittag zu ADHS bei Erwachsenen statt. Die Erwartungen der Organsator:innen wurden dabei weitaus übertroffen. „Frau Janßen und ich hatten zunächst ein kleines Austausch-Format zu dem Thema ADHS im Erwachsenenalter angedacht und mit maximal 20 Personen gerechnet“, so Katrin Gellermann, Programmbereichsleitung und Leiterin des Grundbildungszentrums an der VHS Lübeck. „Aber dann schwappte eine Welle der Anmeldungen über uns hinweg und uns wurde klar: Das Thema beschäftigt viele Menschen. Wir müssen ein größeres Format anbieten – und das haben wir dann auch getan. 75 Personen kamen zu uns – und konnten hoffentlich für sich ein paar Antworten, Denkanstöße und konkrete Tipps mitnehmen.“
Die Veranstaltung war kein reines Vortragsformat, sondern bot ebenfalls eine Vernetzungsplattform: Die Teilnehmenden waren eingeladen, sowohl untereinander in einen Austausch zu kommen, als auch mit geladenen lokalen Gruppen und Netzwerken. So war die Lübecker Regionalgruppe von ADHS Deutschland vor Ort und hat sich und ihre Arbeit mit Kindern und Erwachsenen vorgestellt. Informationen zu ADHS Deutschland finden sich unter www.adhs-deutschland.de. Auch dabei war der Lübecker Spaziergang Neurodivers, der sich einmal monatlich trifft und Teil des Netzwerks Wohnzimmer Neurodivers ist. Beide bieten sich als Anknüpfungspunkte an für Menschen, die auf der Suche nach Anschluss und Netzwerken sind. Eine weitere Besonderheit: Das „Wohnzimmer“ hält auch überregional und online ein breites Informations- und Fortbildungsangebot bereit – ein Blick auf die Webseite lohnt sich: www.forum.wohnzimmer-neurodivers.de.
Hintergrund: Diagnose ADHS – und dann?
ADHS, Kurzform für Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörung, wird mittlerweile mehr oder minder systematisch bei Kindern getestet, wenn Verdacht besteht. ADHS-Expertin Inga Janßen führte mit großer Offenheit und Fachkenntnis durch den Vormittag. Ihr Anliegen: mehr Verständnis, mehr Selbstmitgefühl und stärkere Netzwerke für Erwachsene mit ADHS. „Viele Erwachsene merken erst durch die Diagnose ihrer Kinder oder durch Beiträge in den sozialen Medien: Das, was mich mein Leben lang begleitet hat, hat einen Namen – ADHS. Nach einer Diagnose stehen dann plötzlich viele Fragen im Raum: Was bedeutet das für mich? Und wie kann ich lernen, gut mit meinem ADHS zu leben?“ erklärt Inga Janßen. „Mir ist wichtig, Menschen Orientierung zu geben – sozusagen den Kompass in die Hand. Wenn Teilnehmende am Ende eines Vormittags spüren: Ich bin kein kaputtes Motorboot, sondern ein Segelboot mit eigenen Stärken – dann ist das genau das, worum es geht. Die vielen berührenden Rückmeldungen zeigen, dass dieser Gedanke bei den Menschen ankommt. Und das freut mich sehr.“
Weitere Angebote zur Neurodivergenz und Selbstregulation geplant
Inga Janßen ist das nächste Mal an der VHS mit einem Beitrag zu Neurodivergenz, Elternschaft und Regulation im Rahmen des Themenvormittags „Nervensystem, Regulation und Co.-Regulation“ am 30. Mai von 10 bis 13 Uhr (Kursnummer: 700-110) zu Gast. Anmeldungen sind ab sofort unter www.luebeck.de/vhs möglich. Wer sich bereits früher mit dem Thema Selbstregulation beschäftigen möchte, kann am 16. April 2026 eine Schnupperstunde: Selbstregulation – Wie geht das? besuchen (Kursnummer: 106-503).
Die VHS Lübeck bedankt sich bei allen Beteiligten für den gelungenen Vormittag und wünscht allen Betroffenen weiterhin Rückenwind und Unterstützung.
Die Angebote des Grundbildungszentrums der VHS Lübeck werden finanziert aus Mitteln des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein. +++
