Vorlage - VO/2025/14400-01  

Betreff: Antwort auf die Anfrage des AM Thorsten Fürter (FDP) zu Klimaanlagen in öffentlichen Gebäuden
Status:öffentlich  
Dezernent/in:Senatorin Joanna HagenBezüglich:
VO/2025/14400
Federführend:5.651 - Gebäudemanagement Bearbeiter/-in: Schelewsky, Thomas
Beratungsfolge:
Senat zur Senatsberatung
Hauptausschuss zur Kenntnisnahme
10.02.2026 
45. Sitzung des Hauptausschusses      

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Anlage/n

Beschlussvorschlag


Anfrage des AM Thorsten Fürter (FDP) im Hauptausschuss am 08.07.2025 (VO/2025/14400)

 

 

In einer Pressemitteilung vom 30.06.2025 unter dem Titel "Lübeck erwartet starken Temperaturanstieg zur Wochenmitte" empfiehlt die Stadtverwaltung wegen bevorstehender heißer Tage u. a. folgende Maßnahme: "Kühle Orte aufsuchen: Vermeiden Sie längere Aufenthalte im Freien während der heißesten Stunden des Tages von 10 bis 18 Uhr. Nutzen Sie klimatisierte Räume wie Einkaufszentren, Bibliotheken oder andere öffentliche Gebäude." Eine erste Recherche nach klimatisierten öffentlichen Gebäuden der Stadt auf der Webseite der Stadt verlief ergebnislos.

 

Vor diesem Hintergrund frage ich den Bürgermeister:

 

  1. Welche von der Stadtverwaltung genutzten Gebäude verfügen über eine Klimaanlage?

 

  1. Welche davon werden für die Öffentlichkeit an Hitzetagen zur Verfügung gestellt?

 

  1.  Wird über die in Ziffer 2) genannten Räume über städtische Informationskanäle informiert?

Wenn ja: Wo? Wenn nein: Warum nicht?

 

  1. Die auf der Webseite der Stadt veröffentlichte Version Pressemitteilung weicht von der

verschickten Version Pressemitteilung insoweit ab, als bei ersterer das Wort "Bibliotheken" nicht enthalten ist. Was ist der Grund für die Abweichung der verschickten Pressemitteilung von der Pressemitteilung auf der Webseite?

 

  1. Welche Strategie verfolgt der Bürgermeister angesichts der Erderwärmung bei der

Ausstattung der städtischen Bürogebäude mit Klimaanlagen?

 

Es wird um schriftliche Beantwortung gebeten.


 


Begründung

 

  1. Welche von der Stadtverwaltung genutzten Gebäude verfügen über eine Klimaanlage?

 

Antwort

Klimaanlagen werden in Gebäuden, welche von der Stadtverwaltung genutzt werden, vor allem dort eingesetzt, wo technische Anforderungen bestehen, typischerweise in Serverräumen zur Kühlung der IT-Infrastruktur.

 

Bauteile mit kühlender Funktion sind in raumlufttechnischen Anlagen nur installiert, wenn

  • besondere Wärmebelastungen vorliegen,
  • bei bauordnungsrechtlichen Vorgaben
  • oder zum Schutz von Kulturgütern.

 

Hierzu zählen folgende Standorte:

Objekt-Nr.

Objekt

ftungsanlage

0047

Theater

RLT Veranstaltung

0100

St. Annen Museum

RLT Museum

0137

Emil-Possehl-Schule

RLT Forum Veranstaltung

0214

Ernestinen-Schule/Crane-Konvent

RLT Mensa Gewölbe

0237

VZM

RLT Multi-Space Mitarbeiter

0262

Rathaus

RLT Bürgerschaft

0344

Betriebshof Vorwerk

Klima Split Besprechung/Mitarbeiter

0441

MUK

RLT Veranstaltung

0554

nther-Grass-Haus

RLT Besucherraum (teilweise)

0678

Verwaltung Kohlmarkt GMHL

RLT Besprechung

0687

nigstraße 54 ehem. Karstadt

RLT Veranstaltung

 

Anm.:

RLT“ stellt eine zentrale, raumlufttechnische Anlage zur kontrollierten Be- und Entlüftung von Räumen mit Möglichkeiten des Heizens und Kühlens dar.

Klimasplitgeräte“ stellen dezentrale, technische Geräte zur Raumkühlung dar.

 

 

  1. Welche davon werden für die Öffentlichkeit an Hitzetagen zur Verfügung gestellt?

 

Antwort

Derzeit stehen an Hitzetagen keine öffentlichen, klimatisierten Gebäude zur Verfügung. Einige unserer historischen Gebäude bleiben aufgrund ihrer massiven Bauweise nger kühl, sind jedoch nicht als öffentliche Rückzugsorte vorgesehen.

 

 

  1. Wird über die in Ziffer 2) genannten Räume über städtische Informationskanäle informiert?

Wenn ja: Wo? Wenn nein: Warum nicht?

 

Antwort

Auf unserem städtischen Hitzeportal (bzw. den entsprechenden Pressemitteilungen) verweisen das Gesundheitsamt in Absprache mit der Klimaleitstelle auf öffentlich zugängliche kühle Gebäude, z. B. die Marienkirche (hier ist der Eintritt gratis an Hitzetagen) oder klimatisierte Einkaufszentren.

 

 

  1. Die auf der Webseite der Stadt veröffentlichte Version Pressemitteilung weicht von der verschickten Version Pressemitteilung insoweit ab, als bei ersterer das Wort "Bibliotheken" nicht enthalten ist. Was ist der Grund für die Abweichung der verschickten Pressemitteilung von der Pressemitteilung auf der Webseite?

 

Antwort

Die Online-Veröffentlichung wurde im Nachhinein korrigiert.

In der vom Gesundheitsamt und Klimaleitstelle entworfenen Pressemeldung wurde als „hler Ort“ auch die Bibliothek genannt. Bedauerlicherweise wurde dieser Hinweis veröffentlicht, obwohl die Lübecker Bibliotheken über keine Klimaanlage verfügen und somit nicht zu den empfohlenen „hlen Orten“ gehören. Dies wurde entsprechend korrigiert. Die Medien wurden kurzfristig telefonisch informiert. Aufgrund der veränderten Wetterlage wurde auf den erneuten Versand einer korrigierten Pressemeldung, wie es sonst üblich ist, verzichtet.

 

 

  1. Welche Strategie verfolgt der Bürgermeister angesichts der Erderwärmung bei der Ausstattung der städtischen rogebäude mit Klimaanlagen?

 

Antwort

Im Zuge der Erarbeitung des Hitzeaktionsplans sowie der Fortschreibung des kommunalen Wärmeplans zu einem kommunalen Wärme- und Kälteplan soll dieses Thema verstärkt Berücksichtigung finden. Während Klimaanlagen kurzfristig kühlende Abhilfe schaffen, verschärfen sie die Klimafolgen durch zusätzlichen Energieverbrauch und die Freisetzung von Treibhausgasen. Daher liegt ein wesentlicher Fokus der Hansestadt Lübeck auf einer hitzesensiblen Stadtentwicklung. Dies beinhaltet insbesondere eine Verbesserung der Durchlüftung sowie einer verstärkten Durchgrünung insbesondere der stark verdichteten Stadtquartiere. Diese Maßnahmen dienen der natürlichen Kühlung und der Verbesserung des Mikroklimas (siehe: Hitzesensible Stadtentwicklung - Stadtentwicklung, unter dem Reiter „Maßnahmen der Stadtverwaltung“). 

 

Zudem wird bei der Planung bzw. Sanierung städtischer Bürogebäude auf Maßnahmen der Hitzevorsorge gesetzt, z. B. durch eine wärmetechnische Sanierung von Bestandsgebäuden, den Einbau von Sonnenschutzverglasung, durch künstliche oder natürliche Verschattungselemente (z. B. in Form von Fassadenbegrünungen oder Großbaumpflanzungen) und Dachbegrünungen. Mehr Informationen dazu sind auf dem städtischen Hitzeportal zu finden (Gebäude und Grundstück - Stadtentwicklung).

 


Anlagen


 

Stammbaum:
VO/2025/14400   Anfrage des AM Thorsten Fürter (FDP) zu Klimaanlagen in öffentlichen Gebäuden   Geschäftsstelle der FDP Fraktion   Anfrage
VO/2025/14400-01   Antwort auf die Anfrage des AM Thorsten Fürter (FDP) zu Klimaanlagen in öffentlichen Gebäuden   5.651 - Gebäudemanagement   Antwort auf Anfrage öffentlich