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Geschichtswerkstatt zeigt Dokumentarfilm über Exodus-Kinder

Veröffentlicht am 09.11.1999

Geschichtswerkstatt zeigt Dokumentarfilm über Exodus-Kinder


990847L 9. November 1999

Am Dienstag, 16. November, um 19.30 Uhr wird in der Geschichtswerkstatt Herrenwyk, Kokerstraße 1 - 3, der Dokumentarfilm “Die Exodus-Kinder” von Juliane Geick (Deutschland 1997) gezeigt. Juliane Geick, geboren 1945, absolvierte ein Regiestudium an der Filmhochschule in Potsdam/Babelsberg und arbeitete als Regisseurin beim Fernsehen der DDR. 1985 reiste sie nach West-Berlin aus. Seither arbeitet sie als freie Autorin und Regisseurin, hauptsächlich im Dokumentarfilmbereich.

Der Film “Die Exodus-Kinder” spielt in der Zeit nach Kriegsende, als etwa 200 000 jüdische Überlebende des Holocaust in Lagern lebten, die von den Alliierten in Deutschland für “displaced persons” eingerichtet worden waren. Der Weg in ihre Heimatländer war ihnen verwehrt, ein Bleiben im Land der Täter nicht vorstellbar.

Die meisten wollten nach Palästina, doch nur wenigen wurde von der britischen Mandatsregierung die legale Einwanderung gestattet. So begannen jüdische Organisationen die illegale Einwanderung zu organisieren - auch in Lübeck, wo Benjamin Gruszka, genannt “Bolek”, damit betraut war, jüdische Flüchtlinge zu sammeln und nach Palästina weiterzuleiten.

Eines der illegalen Einwandererschiffe war die “Exodus”, die im Juni 1947 mit 4500 Menschen an Bord von den Briten vor der Küste Palästinas gekapert wurde. Die Passagiere wurden auf andere Schiffe verladen und landeten nach monatelanger Irrfahrt in deutschen Lagern - in Lübeck in Pöppendorf und Am Stau. Ausgehend von Fotos jüdischer Waisenkinder, die der Lübecker Fotograf Eberhard Schrammen im Auftrag der Engländer in den Lagern aufgenommen hat, reiste die Filmemacherin nach Israel, um diese Kinder zu finden und ihre Geschichte zu dokumentieren.

Der Eintritt kostet zwei, ermäßigt eine Mark. +++