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Veröffentlicht am 31.03.2021

Mehrheit der Lübecker:innen lehnt Deponierung freigemessener Abfälle aus Atomkraftwerken in Lübeck ab

Ergebnisse der Umfrage dokumentieren ein klares Meinungsbild

Im November 2020 hat die Lübecker Bürgerschaft den Bürgermeister beauftragt, die Einwohner:innen zu befragen, ob sie der Deponierung freigemessener Abfälle aus Atomkraftwerken zustimmen oder diese ablehnen.

Die Hansestadt Lübeck hat daraufhin das Markt- und Sozialforschungsinstitut INSA-Consulere mit der Meinungsumfrage beauftragt. Die repräsentative Umfrage wurde im Zeitraum vom 22. bis 29.03.2021 als Modus Mixta-Befragung (telefonisch und online) durchgeführt. Dabei nahmen insgesamt 1.012 Personen aus Lübeck ab 18 Jahren an der Befragung teil.

Die wichtigste Frage der Umfrage lautete:

"Sind Sie dafür oder dagegen, dass nicht-radioaktiver Bauschutt, der beim Abriss des AKWs Brunsbüttel entsteht, zum Teil auf der Deponie Lübeck-Niemark gelagert wird?"

Das Ergebnis fällt eindeutig aus: Eine absolute Mehrheit von 58 Prozent der Befragten ist dagegen, dass nicht-radioaktiver Bauschutt, der beim Abriss des AKWs in Brunsbüttel entsteht, zum Teil auf der Deponie Lübeck Niemark gelagert wird. Nur rund ein Viertel (28 %) der Befragten ist dafür. Weibliche Befragte sind dabei deutlich häufiger gegen eine (teilweise) Lagerung des nicht-radioaktiven Bauschutts auf der Deponie Lübeck-Niemark als dies männliche angeben (68 zu 48 %).

Im Rahmen der Umfrage wurde auch die Frage gestellt, ob die Befragten grundsätzlich für oder gegen die Nutzung von Atomenergie in Deutschland sind. Insgesamt haben sich dabei rund 67 Prozent der Befragten eher oder absolut gegen die Nutzung von Atomenergie in Deutschland ausgesprochen.

Befragte, welche für die Nutzung von Atomenergie in Deutschland sind, gaben mehrheitlich an, dass sie auch für die Lagerung des nicht-radioaktiven Bauschutts auf der Deponie Lübeck-Niemark sind (52 zu 38 bzw. 8 %). Befragte, welche gegenüber der Nutzung von Atomkraft neutral sind (57 zu 10 bzw. 29 %) und Befragte, welche gegen die Nutzung von Atomkraft sind (66 zu 22 bzw. 8 %) gaben jeweils mehrheitlich an, dass sie auch gegen die Lagerung des Bauschutts auf der Deponie Lübeck-Niemark sind.

Die Umfrage ergab außerdem, dass eine deutliche Mehrheit der befragten Lübecker:innen dafür ist, dass die Stadt Lübeck die Entscheidung der Landesregierung Schleswig-Holsteins, dass der nicht-radioaktive Bauschutt vom Abriss des AKWs Brunsbüttel u.a. auf der Deponie Lübeck-Niemark gelagert werden soll, anfechtet (60 %). 29 Prozent sind gegen eine Anfechtung und sechs Prozent ist es egal.

Die Ergebnisse der Umfrage werden nun den in der Lübecker Bürgerschaft vertretenen Fraktionen und allen Interessierten unter www.luebeck.de/akw-bauschutt zur Verfügung gestellt. +++