Veröffentlicht am 16.11.2020

Welterbe- und Gestaltungsbeirat berät Bauvorhaben erneut digital

Videokonferenz zu Neubau in der Eschenburgstraße sowie Schließung einer Baulücke in der Kronsforder Allee

 

Der Welterbe- und Gestaltungsbeirates der Hansestadt Lübeck hat sich in der vergangenen Woche mit zwei Bauvorhaben beschäftigt: Mit der Schließung einer Baulücke in der Kronsforder Allee sowie dem Neubau einer Einrichtung für betreutes Wohnen am Ende der Eschenburgstraße. Aufgrund der geltenden Kontaktbeschränkungen fand die 62. Sitzung erneut in einem Digitalen Format statt. Die Projekte wurden durch die planenden Architekten im Rahmen von Videokonferenzen zunächst gegenüber dem Beirat vorgestellt und anschließend im gemeinsamen Austausch beraten. An der Sitzung teilgenommen haben Mitglieder des Bauausschusses.

In der Kronsforder Allee 37 wird, durch das Büro Bruch + Suhr Architekten, die Schließung einer Baulücke mit zwei kleinen Stadthäusern geplant. Der Beirat begrüßt die Entwicklung als Wohnstandort, auch in seiner Wechselwirkung mit den dahinterliegenden Gebäuden der Overbeckstraße. Die Auseinandersetzung mit dem Vorsprung der Straßenfluchten und der unterschiedlichen Maßstäblichkeit der beiden Nachbargebäude wird darüber hinaus geschätzt. In der Verteilung der Baumasse auf zwei kleine Baukörper wird eine Unstimmigkeit zur Körnung der vorhandenen Bebauungsstruktur gesehen. Es wird eine solitäre Setzung, zum Beispiel als Doppelhaus, empfohlen.

Der seitens des Büros Heske Hochgürtel Lose vorgeschlagene Neubau für betreutes Wohnen an der Eschenburg-straße/Neuen Hafenstraßen sieht vier Punktbauten unterschiedlicher Höhe und Ausrichtung vor, die aus einem in den „Travehang“ eingeschobenen Sockelbau hervorgehen und zusammengeführt werden. Zudem ist eine bauliche Anknüpfung zur benachbarten „Hanseresidenz“ vorgesehen. Der Beirat empfindet das städtebauliche Motiv eines „Solitärs im Park“ als nachvollziehbar und richtig. Allerdings wirft die vorgeschlagene Setzung von vier Punktbauten Fragen auf. Der Versuch die hohe Baumasse auf sehr begrenzten Raum aufzulockern gelingt nicht zufriedenstellend. Es wird deshalb darum gebeten, an Hand ergänzender Volumenstudien aufzuzeigen, wie Blickbeziehungen und Aufenthaltsqualitäten zwischen den Gebäudeteilen als auch die Lage im Park besser herausgearbeitet werden können.

Es wurde sich darauf verständigt, die beratenen Projekte dem Beirat in einer tieferen Ausarbeitungsstufe noch einmal vorzulegen. Der Beiratsvorsitzende Professor Springer bedankte sich abschließend für die erneute Ausrichtung der digitalen Sitzung. „Es ist wichtig, dass trotz der bestehenden und zu empfehlenden Vorsichtsmaßnahmen eine Beratung von Projekten kontinuierlich erfolgen kann. Eine hohe städtebauliche und architektonische Qualität bildet nicht zuletzt die Grundlage für die besondere Vitalität und Erlebbarkeit unserer Städte. Gerade in der aktuellen Zeit werden wir daran erinnert, dass der Weiterentwicklung des urbanen Raums eine bedeutende Aufmerksamkeit zukommen sollte“.+++