ALLRIS - Vorlage

Antwort auf Anfrage öffentlich - 20/0109-01

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Beratungsfolge

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Anfrage:

 

Die Stadtbibliothek entwickelt sich seit Jahren von einem Anbieter von Printmedien weiter zu einem Medienzentrum. Neben der Bereitstellung von Medien in deutscher und fremder  Sprache und der Vermittlung von Medienkompetenz könnte es sinnvoll sein, auch Hilfen zur Übersetzung von Texten zu schaffen.

Zwar gibt es mittlerweile Apps, die bereits ein beachtliches Übersetzungsniveau erreichen, ihre Handhabung per Handy ist für längere Texte aber unpraktisch. Es gibt einen Bedarf auch längere Texte zu übersetzen und für den privaten oder wissenschaftlichen Bedarf zu speichern.

Die Verwaltung wird gebeten, unter Beachtung möglicher urheberrechtlicher Beschränkungen und außerhalb der Bibliothek sich entwickelnder Alternativen, aufzuzeigen, ob

  1. die technischen Möglichkeiten für zunächst einen oder zwei Nutzerplätze geschaffen werden können, dass auch längere Texte in fremder Sprache auf Deutsch und umgekehrt übersetzt werden können,
  2. die Ergebnisse ausgedruckt, gespeichert (zum Beispiel USB-Stick des Nutzers) oder per Mail versendet werden können,
  3. zu recherchieren, ob es bereits entsprechende Erfahrungen anderer Bibliotheken dazu gibt oder die Erfahrungen mit KI-gestützten Übersetzungsprojekte der Archive entsprechend genutzt werden können.

 

 

Begründung:

Zu 1: 

Die Bibliothek der Hansestadt Lübeck betreibt an 5 Standorten 9 frei zugängliche PC zum Arbeiten und zur Recherche im Internet. Diese sind mit Aktualisierung der letzten Satzung unentgeltlich und garantieren die Ausübung von Artikel 5 des Grundgesetzes für alle Personen, die zu Hause nicht die Möglichkeiten haben.

 

Die Internetplätze sind ausgestattet mit Chrome als Standardbrowser, Libre Office und MS Office. Gesichert werden die Geräte administrativ mit Deep Freeze gesteuert, damit die Daten für Nachfolgende nicht nutzbar sind. Ein Jugendschutzfilter ist inkludiert. Nicht zur Verfügung stehen mechanische Tastaturen für fremde Sprachen, z.B. Arabisch oder Kyrillisch.

 

Bislang wurde der Wunsch nach einer Übersetzungssoftware noch nicht geäußert von den Nutzenden. Die Möglichkeiten der gleichzeitigen Übersetzung bei Internetanwendungen wächst stetig und ist hier häufig Standard, insbesondere bei internationalen Angeboten.

 

Um längere eigene Texte zu übersetzen, gäbe es die Möglichkeit für gewisse PC eine Lizenz einer Übersetzungssoftware zu erwerben. In Interregprojekten wird z.B. gerne die aus Deutschland stammende Software deepl eingesetzt. Hier gibt es günstige Lizenzmodelle über die kostenfreien Übersetzungsmöglichkeiten von 500 Wörtern hinaus. Den meisten Nutzenden wird wahrscheinlich die Funktion von Google Translate bereits ausreichen. Diese ist kostenlos.

 

Zu 2:

USB-A und USB-C Anschlüsse für die Weiternutzung auf privaten USB Stick sind möglich. In der Peripherie befinden sich Multifunktionsgeräte, mit denen gescannt und gedruckt werden kann.

 

Zu 3:

Die Bibliothek der Hansestadt Lübeck hat innerhalb der ITIB nachgefragt, in diesem Netzwerk sind IT Kräfte aus deutschen Großstädten untereinander vernetzt. Anonym wurde die Frage auch in einem bibliothekarischen Netzwerk eingestellt, wo öffentliche wie wissenschaftliche Bibliotheken sich über diverse Themen austauschen. Bei beiden Formaten gab es keine Einsatzmeldung von Sprachsoftware an öffentlichen Internetplätzen.

 

KI-gestützte Übersetzungsprojekte in Archiven, wie etwas Transkribus, arbeiten hinsichtlich historischer Dokumente bereits seit einiger Zeit mit diesem Hilfsmittel. Jedoch ist hier eine Übersetzung im eigentlichen Sinn bislang noch nicht möglich. Eine alte Handschrift z.B. auf Mittelhochdeutsch bleibt bislang in dieser Sprache und wird nicht automatisch z.B. in ein aktuelles Hochdeutsch des 20. Jahrhunderts übersetzt.

Transkribus bietet in einem kleinen Rahmen auch hier kostenlosen Zugang, für mehr bräuchte es auch hier eine Lizenz. Lediglich im Hansemuseum ist eine lizensierte Version im Einsatz, die ab 99 € / Jahr mit einem Lizenzplatz beginnt.

 

Fazit: 

Bereits jetzt gibt es Möglichkeiten für die Nutzenden sich an frei zugänglichen Geräten mit Übersetzungen aus frei zugänglichen Quellen zu behelfen. Ein Bedarf darüber hinaus wurde der Bibliothek von ihren Nutzenden bisher nicht gespiegelt. Die Bereitsstellung und Betrreung der vorhandenen Geräte erfolgen direkt durch den Bereich 4.416 und sind eng personalisiert.

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