Zeit.LAB
Lern- und Erinnerungsort
Die Bürgerschaft der Hansestadt Lübeck hat am 21. September 2022 das Konzept zur Weiterentwicklung der Erinnerungskultur „Lübeck erinnert – um Demokratie zu leben“ beschlossen. Damit verbunden ist der Auftrag zur Entwicklung eines zentralen Lern- und Erinnerungsortes: Das „Zeit.LAB“ (Arbeitstitel).
Die Fachstelle Erinnerungskultur im Kulturbüro der Hansestadt Lübeck arbeitet an einem Konzept für das künftige „Zeit.LAB“. Auf dieser Seite können Sie den Entwicklungs- und Beteiligungsprozess verfolgen und sich über die nächsten Schritte informieren.
Das „Zeit.LAB“ soll ein Ort für Austausch und Aushandlungen über Geschichte und Gegenwart sein, Impulse für erinnerungskulturelle Themen setzen und neue Formate der Vermittlung entwickeln.
Von Beginn an soll der Lernort gemeinsam mit der Stadtgesellschaft entwickelt und von unterschiedlichen Perspektiven mitgeprägt werden: Wie wollen wir künftig an unsere Vergangenheit erinnern? Wie kann die Auseinandersetzung mit den Gewalterfahrungen des 20. Jahrhunderts demokratische Haltungen heute stärken?
Aktuelles
Vom 18. September bis 11. Oktober 2026 findet das erste Pop-Up Zeit.LAB in der Königstraße 49 statt. Zum Programm geht es hier.
Pop-Up Zeit.LAB 2026
Fachstelle Erinnerungskultur im Kulturbüro der Hansestadt Lübeck
Ansprechperson
18. September – 11. Oktober 2026
- Montag
- 12 – 18 Uhr
- Dienstag
- 12 – 18 Uhr
- Mittwoch
- 12 – 18 Uhr
- Donnerstag
- 12 – 18 Uhr
- Freitag
- 12 – 18 Uhr
- Samstag
- 12 – 16 Uhr
Für Veranstaltungen und Schulklassen (bitte anmelden) ist das Pop-Up Zeit.LAB auch außerhalb der Öffnungszeiten geöffnet.
Pop-Up Zeit.LAB 2026
Vom 18. September bis 11. Oktober 2026 veranstaltet die Fachstelle Erinnerungskultur das „Pop-Up Zeit.LAB“ in einem ehemaligen Ladenlokal in der Königstraße 49. Es bildet den öffentlichen Auftakt für den Entwicklungsprozess des künftigen Lern- und Erinnerungsortes für Lübeck.
Das Pop-Up Zeit.LAB ist Schaufenster der bestehenden Erinnerungskultur in Lübeck und ein Testlabor für den künftigen Lernort. Erinnerungskulturelle Projekte und Initiativen stellen ihre Arbeit vor und zeigen, wo und wie man sich engagieren kann. Die Besucher:innen können ihre Perspektiven und eigene Ideen für die künftige Erinnerungskultur einbringen und Vorstellungen formulieren, wie das künftige Zeit.LAB aussehen kann. Was im Pop-Up entsteht und erprobt wird, fließt in die weitere Konzeption des Zeit.LABs ein.
Der inhaltliche Schwerpunkt des Pop-Up Zeit.LABs liegt auf dem Thema „Widerstand gegen den Nationalsozialismus“. Im Mittelpunkt stehen Frauen aus Lübeck, die Widerstand leisteten.
Was gibt es im Pop-Up Zeit.LAB zu entdecken?
- Eine Mitmach-Ausstellung: Wir sammeln gemeinsam Orte, Geschichten und Ideen für die Erinnerungskultur in Lübeck. Teil der Ausstellung ist auch die Vorstellung von Lübecker Frauen, die sich dem Nationalsozialismus widersetzten.
- Ergebnisse aus Jugendprojekten zum Thema Widerstand: Jugendliche haben sich im Vorfeld des Pop-Ups in Projekten künstlerisch mit dem Thema „Widerstand“ auseinandergesetzt. Im Pop-Up sind die Ergebnisse ausgestellt. Mehr zu den Projekten gibt es hier.
- Ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm: Alle Infos zum Programm gibt es im Veranstaltungskalender.
Veranstaltungen
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Jugendprojekte
Im Frühjahr 2026 hat die Fachstelle Erinnerungskultur einen Ideenwettbewerb für die Konzeption und Durchführung von kulturell-künstlerischen Jugendprojekten ausgeschrieben. Gesucht wurden Projekte, die sich partizipativ und auf kreative Weise mit dem Thema „Widerstand“ auseinandersetzen.
Drei Projekte wurden ausgewählt. Ihre Ergebnisse werden im Pop-Up Zeit.LABs 2026 gezeigt.
„Stimmen und Steine. Eine Audioinstallation über den Widerstand von Zwangsarbeiter:innen in Lübeck“ (Projektleitung: Antje Wilkening und Daniela Herzberg)
Mit den Ukrainer:innen, die seit 2022 nach Deutschland gekommen sind, ist auch die Geschichte von Zwangsarbeit wieder stärker präsent. In vielen ukrainischen Familien ist die Erinnerung an die Zwangsarbeit der Urgroßeltern bis heute lebendig.
Die Macher:innen des Projekts „Stimmen und Steine“ sind Jugendliche der Hanse-Schule für Wirtschaft und Verwaltung. Ihre Familien kommen aus der Ukraine, Deutschland, Estland, Russland, dem Irak, Kroatien und Polen. Gemeinsam haben sie zur Zwangsarbeit in Lübeck und zum Widerstand der Versklavten geforscht. Mit Porenbeton-Plastiken und einem Hörstück erinnern sie an das Unrecht der Sklavenarbeit in deutschen Rüstungsbetrieben und würdigen die ehemaligen Zwangsarbeiter:innen.
Für ihre Recherche haben die Jugendlichen auch auf Fragbögen ehemaliger Zwangsarbeiter:innen zurückgegriffen, die heute im Archiv der Hansestadt Lübeck aufbewahrt werden. Die Geschichtswerkstatt Herrenwyk hatte unter der Leitung von Christian Rathmer zwischen 1995 und 1997 ehemalige Zwangsarbeiter:innen in Osteuropa kontaktiert und sie gebeten, über ihre Jahre in Lübeck zu berichten. Rund 90 Antworten aus der Ukraine, Belarus und Russland kamen zurück.