Mehrere angebrannte Streichhölzer mit verkohlten Köpfen

Kalte Brandstellen

Was nach einem Brand zu tun ist

In Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus hat es gebrannt. Das Feuer ist gelöscht, nun bleiben jedoch Ruß, verbrannte Möbel, Geräte, Kabel, Teppiche und möglicherweise auch beschädigte Bauteile zurück. Wir möchten Ihnen eine erste Orientierung geben und Sie unterstützen, wie Sie sicher und richtig mit der gelöschten Brandstelle umgehen können.

Erstmaßnahmen nach dem Brand 

  • Betreten Sie die gelöschte Brandstelle erst nach Freigabe und gründlichem Lüften.
  • Verhindern Sie eine Verschleppung von Ruß in andere Räume: Decken Sie verrußte Böden mit Folien ab.  Legen Sie nasse Tücher an Übergängen aus, um die Schuhe abzutreten.
  • Lüftungs- und Klimaanlagen dürfen erst wieder eingeschaltet werden, wenn sie von einer Fachfirma geprüft und ggf. gereinigt wurden.
  • Tragen Sie möglichst die im Absatz „Empfohlene Schutzausrüstung“ beschriebene Kleidung. 

Umgang mit Tieren

Bringen Sie ihre Tiere in einen ruhigen und sicheren Bereich und achten Sie auf mögliche Rauchvergiftungszeichen wie Atemnot, Husten, Trägheit oder ungewöhnliches Verhalten. Anzeichen können sich auch verzögert zeigen. Wenden Sie sich wenn möglich an Ihren Tierarzt. Im Notfall wenden Sie sich bitte an den tierärztlichen Notdienst SH: 0481 85823998, www.tiernotdienst.sh

Person in Schutzanzug mit Maske fegt Schutt in feuergeschädigtem Wohnzimmer von The Little Hut

Reinigung und Sanierung

  1. Kleinere Schäden:
    Bei kleinen Bränden (z. B. Papierkorb-, Kerzen- oder Küchenbrand) können Sie die Reinigung mit normalen Haushaltsmitteln und Gummihandschuhen selbst durchführen.
  2. Größere Verschmutzungen:
    Bei größeren Schäden oder stark verrußten Bereichen beachten Sie bitte folgende Schutzmaßnahmen, egal ob Sie selbst reinigen oder eine Fachfirma beauftragen:

Empfohlene Schutzausrüstung:

  • Einweg-Overall mit Kapuze (z. B. aus verstärktem Papiervlies oder Kunststoff)
  • Atemschutzmaske (mind. Schutzstufe FFP2, besser FFP3)
  • Schutzhandschuhe
  • Leder/Textil für trockene Arbeiten
  • Gummi für nasse Reinigungen

Geeignete Schutzkleidung erhalten Sie in Baumärkten, bei Fachfirmen oder im Internet.

Wichtig: Schutzkleidung und Handschuhe sollten im Brandbereich bleiben. Masken nur einmal benutzen. Nach der Arbeit: gründlich duschen.

Verkohlte Dachbalken mit zerstörter Metallrinne, Foto Stefan Weis

Entsorgung von Brandrückständen

Trennen Sie die Rückstände nach Möglichkeit bereits beim Aufräumen. Das erleichtert die Entsorgung:

  1. Verwertbare Materialien
    • Metallteile, Elektrogeräte (Schrott)
    • Saubere Steine, Ziegel oder Mauerreste (Baustoff-Recycling)
  2. Restmüll
    • Verbrannte Teppiche, Holz, Tapeten, Kunststoffreste
    • Offen gelagerte oder durch Rauch/Hitze beschädigte Lebensmittel und Medikamente müssen entsorgt werden
  3. Sonderabfälle
    • Farben, Lacke, Lösungsmittel, Batterien
    • Rückstände aus verbranntem PVC oder chlorhaltigen Stoffen

Hinweis: Sonderabfälle dürfen nicht in den Hausmüll! Kleine Mengen können zum Wertstoffhof gebracht werden. Bei größeren Mengen wenden Sie sich bitte an die Abfallbehörde bzw. Umweltbehörde.

www.entsorgung.luebeck.de

Bezugsadressen und Ansprechpartner:innen zu Fragen nach dem Brandereignis Notunterbringung 

Falls Sie eine Notunterkunft benötigen, hilft Ihnen der Kommunale Ordnungsdienst gerne weiter. Sprechen Sie dazu einfach die Einsatzkräfte vor Ort an.

Sollten keine Einsatzkräfte mehr vor Ort sein, wenden Sie sich bitte an die Feuerwehrleitstelle unter der Rufnummer (0451) 4949-0. Dort erhalten Sie weitere Unterstützung.

Medizinische Hilfe für Betroffene

Es kann Verletzungen geben, die erst später Schmerzen, Beschwerden oder körperliche Einschränkungen verursachen.

Hierzu zählen unter anderem:

  • Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindel
  • Bauchschmerzen, Schmerzen im Allgemeinen
  • Luftnot, Herzrasen
  • Wesensveränderungen erkannt durch Angehörige, insbesondere bei Kindern
  • psychische Beschwerden wie Ängste, ein Gefühl der Leere, Erinnerungslücken oder Konzentrations- und Schlafstörungen

Bitte suchen Sie dann möglichst zeitnah einen Arzt auf. Dies kann Ihr/e Hausärztin/-arzt sein oder der Ärztlichen Dienst. Bei sehr akuten Krankheitsbildern wenden Sie sich bitte an Ihre Rettungsleitstelle (112). Klären Sie bei leichten Verletzungen Ihren Tetanusschutz ab.

  • Ärztlicher Notdienst: 116 117, www.116117.de
  • Telefonseelsorge Lübeck: 0800 1110111 oder
  • 0800 1110222, www.telefonseelsorge-luebeck.de
  • Anlaufpraxis der KVSH im UKSH Lübeck Zentralklinikum, Ratzeburger Allee 160, 23562 Lübeck. Öffnungszeiten: Mo, Di, Do von 19 bis 23 Uhr,  Mi und Fr von 15 bis 23 Uhr, Sa, So und feiertags von 8 bis 23 Uhr.
  • Anlaufpraxis der KVSH an der Sana Klinik Lübeck, Kronsforder Allee 71-73, 23560 Lübeck, Öffnungszeiten: Sa, So und feiertags von 9 bis 19 Uhr

Brandschadenbeseitigung

Für Rückfragen zur Brandschadenbeseitigung und für weitere Auskünfte steht Ihnen zur Verfügung:

  • Bereich Umweltschutz, Untere Abfallentsorgungsbehörde, Tel.: (0451) 122-3986 oder (0451) 122-3976, E-Mail: abfallbehoerde@luebeck.de

Entsorgung

Rückfragen zur Entsorgung der Brandrückstände richten Sie bitte an die Entsorgungsbetriebe.

Beschlagnahmte/Versiegelte Brandstelle

Wurde Ihre Wohnung oder Ihr Haus nach dem Brandereignis von der Polizei beschlagnahmt? Dann können Sie weitere Informationen unter der folgenden Telefonnummer erhalten: (0451) 1310.

Sonstige Fragen

Für alle weiteren Anliegen steht Ihnen die Behördennummer (0451) 115 von Montag bis Freitag 8 Uhr bis 18 Uhr zur Verfügung.